2. Bundesliga

Neue Vorwürfe: Jansen und Wüstefeld auf dünnem Eis

Enthüllungen werden zur Belastung für den HSV

Neue Vorwürfe: Jansen und Wüstefeld auf dünnem Eis

Bringen dem HSV Negativ-Schlagzeilen: Vorstand Dr. Thomas Wüstefeld (links) und Aufsichtsratsboss Marcell Jansen (rechts).

Bringen dem HSV Negativ-Schlagzeilen: Vorstand Dr. Thomas Wüstefeld (links) und Aufsichtsratsboss Marcell Jansen (rechts). IMAGO/Oliver Ruhnke

Der "Spiegel" und das "Hamburger Abendblatt" hatten am Spieltag neue Details veröffentlicht. Nachdem es vor einigen Wochen schon Berichte über Millionenforderungen gegen den 53-jährigen Medizinunternehmer gegeben hatte, sollen nun zwei Anzeigen gegen ihn vorliegen. Wüstefeld wird beim Vertrieb von PCR-Testgeräten Betrug vorgeworfen. Wüstefeld streitet diesen Vorwurf ab und Aufsichtsratsboss Jansen erneuerte am Freitag auf "Sky" sein Vertrauen in den unter Beschuss stehenden Finanzvorstand, denn: "Das betrifft ja gar nicht uns direkt."

Jansen will mit dieser Aussage glauben machen, was der HSV-Vorstand in seiner Branche mache, habe nichts mit seinem Engagement im Klub zu tun. Tatsächlich aber strahlen die immer wiederkehrenden Negativ-Schlagzeilen natürlich aus. Und außerdem gerät auch Jansens Rolle in den Fokus: Denn beide haben schon länger zusammengearbeitet. Wüstefeld sitzt im Kuratorium von Jansens gemeinnütziger Firma "HygieneCircle" und soll mehrfach beträchtliche Summen gespendet haben. Ex-Nationalspieler Jansen wiederum nutzte seine Kontakte in die Fußballbranche und übernahm im Profisport den Vertrieb von Wüstefelds PCR-Tests.

Verflechtungen, nach denen in einem anderen Licht erscheint, weshalb es Jansen in seiner Rolle als Chef im Kontrollgremium in den zurückliegenden Wochen nicht forciert hat, den Vorstandsstreit zwischen Wüstefeld und Sportboss Jonas Boldt möglicherweise durch eine Abstimmung zu beenden. Stattdessen hat er beiden Vorständen in der vergangenen Woche gar das Vertrauen ausgesprochen. Jansen denkt auch nach den jüngsten Veröffentlichungen über Wüstefeld nicht daran, tätig zu werden. Seine Begründung: "Die Sachlage ist sehr dünn." Das Eis, auf dem sich der Aufsichtsratsboss und sein Finanzvorstand bewegen, erscheint noch dünner.

Sebastian Wolff

Thumbnail Kicker

Warnbeispiele HSV und Hertha: Sind Investoren eher Gefahr als Chance?

alle Videos in der Übersicht