Nationalelf

Nationalelf schottet sich in ihrer "Blase" ab

Erst Corona-Test, dann Training

Nationalelf schottet sich in ihrer "Blase" ab

Bei der Ankunft im Stuttgarter Wald-Hotel: Robin Gosens, Bundestrainer Joachim Löw und Antonio Rüdiger.

Bei der Ankunft im Stuttgarter Wald-Hotel: Robin Gosens, Bundestrainer Joachim Löw und Antonio Rüdiger. imago images

Bundestrainer Joachim Löw und seine 22 berufenen Spieler trafen am Montag im Teamhotel in Stuttgart ein, wo sie sich vor den Nations-League-Spielen gegen Spanien (Donnerstag) und in der Schweiz (Sonntag, beide 20.45 Uhr LIVE! bei kicker) abschotten. Die meisten winkten den wartenden Journalisten hinter der Absperrung kurz zu und verschwanden dann wortlos im Wald-Hotel. Dort unterzogen sie sich als Erstes einem Corona-Test und verbrachten die Zeit bis zum Ergebnis alleine auf dem Zimmer. Nur mit negativem Resultat wird die Teilnahme am ersten Training am frühen Montagabend im ADM-Sportpark der Stuttgarter Kickers erlaubt.

Man werde "in einer Blase leben", sagte Oliver Bierhoff zuletzt. "Das hat uns der ein oder andere ja schon mal vorgeworfen", ergänzte der DFB-Direktor mit einem Lachen, "aber in diesem Fall ist es unter dem medizinischen Aspekt zu sehen." Der DFB-Tross werde bis auf Training und Spiel "im Hotel bleiben, keine Besuche empfangen, keine Zahnpasta kaufen". Die Partie gegen Spanien findet zudem ohne Zuschauer statt.

Die EM hat oberste Priorität

Für Löw ist es trotz der besonderen Umstände "schön, dass wir uns wieder der Normalität annähern". Der Bundestrainer sprüht nach der mit dann 288 Tagen längsten Länderspielpause seit 70 Jahren vor Tatendrang. Er kann es "kaum erwarten, wieder mit den Spielern auf dem Platz zu stehen und zu arbeiten". Viel Aufmerksamkeit wird er den Rückkehrern Leroy Sané und Niklas Süle widmen. Die Bayern-Profis sind nach ihren schweren Kreuzbandverletzungen wieder fit, müssen aber "in einen Trainings- und Wettkampfrhythmus kommen", so Löw. Das Mantra des Bundestrainers gilt auch hier: "Die oberste Priorität hat die EM im nächsten Jahr."

Ein "grenzwertiges" Mammutprogramm steht bevor

Der anstehende Länderspiel-Doppelpack hat aber nicht nur Test-Charakter. Für das DFB-Team gilt es, anders als im Premierenjahr den sportlichen Abstieg aus der Nations League zu verhindern. Außerdem haben die Ergebnisse direkten Einfluss darauf, ob Deutschland bei der Auslosung zur WM-Qualifikation in Lostopf 1 oder 2 landet.

Bis zum Gruppenfinale der Nations League am 17. November in Spanien stehen acht Länderspiele auf dem Plan. Selbst für Löw ist das ein "grenzwertiges" Mammutprogramm, er persönlich hätte stattdessen gerne "zwei, drei Trainingseinheiten mehr" gehabt. Doch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) braucht die Einnahmen aus diesen Länderspielen dringend, Generalsekretär Friedrich Curtius nannte sie zuletzt "unsere Lebensversicherung".

cfl/sid