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Nagelsmanns Verdienst an Kroos' "signifikanter Entscheidung"

Mittelfeldstratege freut sich über die Anerkennung

Nagelsmanns Verdienst an Kroos' "signifikanter Entscheidung"

Julian Nagelsmann überredete Toni Kroos zu einer Rückkehr in die Nationalmannschaft.

Julian Nagelsmann überredete Toni Kroos zu einer Rückkehr in die Nationalmannschaft. IMAGO/Sven Simon

Eigentlich hatte Toni Kroos abgeschlossen mit dem Gedanken, nochmals für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, nachdem er nach der EM 2021 aus dem DFB-Team zurückgetreten war. Doch nicht lange nach seinem Amtsantritt als Bundestrainer kontaktierte Julian Nagelsmann den heute 34-Jährigen, um ihn von einem Comeback zu überzeugen. "Es hat mit dem ersten Gespräch mit Julian angefangen, als er mich kontaktiert und gefragt hatte, ob ich mir das vorstellen kann. Das war, bevor Antonio Rüdiger den Stein ins Rollen gebracht hat. Bis dahin war das nicht in meinem Kopf", sprach Kroos in seinem Podcast "Einfach mal Luppen" über die letzten Wochen der Entscheidungsfindung.

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Sofort war Kroos nicht Feuer und Flamme. "Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mir sicher war, weil ich seit über zweieinhalb Jahren raus bin. Dementsprechend habe ich mich innerhalb der letzten Monate mit diesem Gedanken befasst, beschäftigt und ganz aktuell sehr angefreundet", so Real Madrids nach wie vor Weltklasse-Mittelfeldspieler, der sich nun sehr auf die EM im Sommer freue. "Das Turnier im eigenen Land ist natürlich ein spezieller Anreiz."

Es ist eine tolle Bestätigung dafür, dass das, was im Verein bei Real Madrid passiert, registriert wird.

Toni Kroos

Dass sich Nagelsmann zuletzt so um ihn bemüht hatte, war letztlich ausschlaggebend für die für Kroos "signifikante Entscheidung", zurückzukehren. "Ich bin Fußballer genug, dass das einen nicht ganz kalt lässt. Es ist eine tolle Bestätigung dafür, dass das, was im Verein bei Real Madrid passiert, registriert wird", freute sich Kroos über die Anerkennung, nach wie vor ein entscheidendes Puzzleteil bei den Königlichen zu sein.

Die aktuell schwierige Situation der Nationalmannschaft hat ihn derweil nicht abgeschreckt. "Wir alle hatten gehofft, dass es in den letzten Jahren besser läuft für die Mannschaft. Es kam ja auch nur Fahrt in die Geschichte, weil dem nicht so war." Zeitgleich sei die nun anstehende Rückkehr zu den Länderspielen im März "eine Konsequenz aus meiner Entscheidung damals, weil ich glaube, dass mir die Pausen, wenn Länderspiele anstanden, gut getan haben." Körperlich ist sich Kroos sicher, das Turnier wegstecken zu können. "Mit 34 fühle ich mich immer noch gut und bereit, das körperlich zu schaffen."

Seine Mutter riet ihm davon ab

Wenngleich seine Mutter ihm geraten habe, es nicht zu tun, gehört Kroos nun ab sofort wieder zum Kreis der Nationalmannschaft. Und diese versprühte in letzter Zeit den Fans nicht unbedingt großen Grund, euphorisiert in das anstehende Turnier zu gehen. "Auch mich hat es gestört, dass die Stimmung in Fußball-Deutschland der Nationalmannschaft gegenüber immer schlechter wurde. Das lag natürlich auch an den Ergebnissen." Für Kroos sei es nun "wie eine zweite Nationalmannschaftskarriere, die sich an dieser EM misst. Dieser Aufgabe stelle ich mich gerne."

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Dass mit ihm nicht automatisch der Erfolg zurückkehrt, ist dem 106-maligen Nationalspieler bewusst. "Natürlich will ich helfen, aber ich bin nicht der Heilsbringer. Wenn ich zurückkomme, sehe ich mich genauso als ein Rädchen, das hoffentlich in ein anderes greift. Ich glaube nach wie vor, dass die Mannschaft viel, viel besser ist, als es gezeigt wurde."

Die Gelegenheit das zu zeigen hat das DFB-Team erstmals in diesem Jahr am 23. März in Paris gegen Frankreich. Drei Tage später kommt es in Frankfurt zum Duell mit den Niederlanden. Bereits am 14. März wird Nagelsmann das Personal bekanntgeben, das neben Kroos bei den Länderspielen dabei ist.

tso

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