Bundesliga

Nagelsmanns Einblicke in seine Arbeit aus der Quarantäne

"Gucken, was die Maulwürfe machen"

Nagelsmanns Einblicke in seine Arbeit aus der Quarantäne

Muss dem Training fernbleiben: Julian Nagelsmann.

Muss dem Training fernbleiben: Julian Nagelsmann. imago images/Sven Simon

Ein ungewohntes Bild sendete der FC Bayern von der Säbener Straße. Der Platz neben Klubsprecher Dieter Nickles blieb leer, stattdessen grüßte Julian Nagelsmann virtuell aus seinem Zuhause in die Runde. Den Umständen entsprechend gut gehe es ihm, "ich bin noch ein bisschen schlapp, kann aber schon wieder lachen." Offenlassen musste der 34-Jährige die Frage nach seiner Rückkehr zum Team, sie hänge von den weiteren Testungen und seinem Gesundheitszustand ab. Als Optimist hoffe er aber auf das DFB-Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach am kommenden Mittwochabend.

Vertreten werden Nagelsmann gegen Hoffenheim wieder seine Assistenten Dino Toppmöller und Xaver Zembrod. In vorderster Reihe steht Toppmöller, der die Rolle als Cheftrainer aus seiner Zeit beim luxemburgischen Erstligisten F91 Düdelingen kennt. "Xaver steht ungern im Rampenlicht, arbeitet lieber im Hintergrund. Dino hat kein Problem damit und verfügt über eine super Ausstrahlung", begründete Nagelsmann.

Nagelsmann mit Analysezentrum daheim

Körperlich präsent darf er nicht sein, weg ist der Cheftrainer natürlich trotzdem nicht. In Lissabon habe die Kommunikation mit Analyst Benjamin Glück per WhatsApp und Anrufen stattgefunden, "das hat gut funktioniert, wir waren die ganze Zeit verbunden, damit ich die Dinge ein bisschen beeinflussen konnte".

Gegen Hoffenheim wird es nicht anders laufen, nach eigener Auskunft hat sich Nagelsmann zu Hause "ein Analysezentrum eingerichtet." Neben dem normalen TV-Bild erhält er via iPad und Laptop weitere Bilder, zum Beispiel sogenannte Scouting-Feeds. Dabei bleibe er analytisch. "Die Emotionen kochen mehr hoch, wenn man live dabei ist. Ich war auch im Hotel in Lissabon sehr ruhig." In der Halbzeitpause werde er sich jedoch nicht zuschalten lassen, nur zuvor Tipps geben, welche Szenen das Trainerteam dann zeigen sollte. Der Gegner, sein früheres Team aus dem Kraichgau, sei in Bezug auf Grundordnung und Taktik schwer vorhersehbar, "sie werden uns Einiges abverlangen".

Warum die nicht geimpften Spieler nicht in Quarantäne müssen

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge gibt es beim FC Bayern fünf ungeimpfte Spieler, die jedoch nicht in Quarantäne müssen. Laut Nagelsmann seien seine freiwilligen Tests der vergangenen Tage - er ist geimpft - alle negativ gewesen, erst der am Mittwochnachmittag in Lissabon habe am nächsten Morgen einen positiven Befund ergeben. Zum Zeitpunkt dieses Tests habe er sich bereits in seinem Hotelzimmer befunden und keinen Kontakt mehr gehabt. Seinen Spielern spreche er wie der Verein eine Impfempfehlung aus, gezwungen werde niemand. "Ich plädiere für die Impfung und bin der Meinung, dass diese gut ist. Es gibt in Deutschland aber keinen Impfzwang, auch nicht beim FC Bayern. Ich habe einen milden Verlauf, das ist das Gute an dieser Impfung."

Auch wenn er das Haus nicht verlassen darf, hat Nagelsmann also in der Vorbereitung auf Hoffenheim viel zu tun. Immerhin, er werde auch im Garten spazieren, verriet er, "und gucken, was die Maulwürfe machen."

Frank Linkesch

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