Champions League

Nagelsmann: "Die Gelb-Rote Karte ist ein Skandal"

TSG macht in Unterzahl ein starkes Spiel - und belohnt sich nicht

Nagelsmann: "Die Gelb-Rote Karte ist ein Skandal"

Gesprächsbedarf: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann und Schiedsrichter Ivan Kruzliak.

Gesprächsbedarf: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann und Schiedsrichter Ivan Kruzliak. imago

Es war ein offensives Spiel erwartet worden - und es wurde ein offensives Spiel. Hoffenheim geriet per Doppelschlag in Rückstand, glich aber noch vor der Pause durch Andrej Kramaric und Steven Zuber aus. "Da brauchen wir nicht in dieselbe Kerbe schlagen, die wir gegen Berlin aufgemacht haben", wollte Nagelsmann in Bezug auf das wilde 3:3 in der Bundesliga nach der Begegnung bei "DAZN" nichts von Defensivproblemen wissen. "Wir haben heute super verteidigt, wir hatten vielleicht zwei Aktionen aus dem Spiel raus, die wir nicht verteidigt haben in der ersten Hälfte, sonst war der Gegner in der ersten Hälfte chancenlos, da brauchen wir nicht drumherum reden."

In der zweiten Hälfte war die TSG weiterhin gut im Spiel - und ab der 60. Minute plötzlich in Unterzahl. Adam Szalai sah in der 58. Minute Gelb und in der 60. dann Gelb-Rot. "Die Gelb-Rote Karte ist ein absoluter Skandal. In meinen Augen ist beides keine Gelbe Karte", wütete Nagelsmann. "Da an der Mittellinie, das ist das erste Foul von Adam im ganzen Spiel. Und dann in Unterzahl so ein Spiel zu machen. Wir müssen in Unterzahl eigentlich mit zwei Toren in Führung gehen, hatten zwei hundertprozentige Chancen."

Nagelsmann und Vogt kritisieren Schiedsrichter

Nachdem sich der Coach das zweite Foul noch einmal anschaute, legte er gar noch nach: "Da kann ich drüber diskutieren. Trotzdem versucht der Adam im gegnerischen Strafraum den Ball zu attackieren. Aber die erste Gelbe Karte... Wenn das überhaupt Gelb ist. Er kann beim zweiten Foul Gelb geben, dann passiert gar nichts, aber bei der ersten Aktion nicht. Innerhalb von einer Minute wegen zwei so Aktionen. Das Niveau der Schiedsrichter ist nicht auf Champions-League-Niveau."

Ähnlich sah es auch Defensivmann Kevin Vogt einige Minuten später am "Sky"-Mikrofon: "Ich glaube, dass der Schiedsrichter mit seiner Art und Weise nicht das Fingerspitzengefühl an den Tag gelegt hat, das vielleicht erforderlich gewesen wäre in der Champion League."

Starkes Spiel in Unterzahl

Aber auch in Unterzahl hatte der Bundesliga-Sechste gute Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. Die besten Möglichkeiten vergaben Nico Schulz und der eingewechselte Reiss Nelson. "Wir ärgern uns natürlich. Wir haben es in Unterzahl sehr mutig gemacht, wenn wir den Lucky Punch setzen, dann kommt der Gegner, glaube ich, nicht mehr zurück", sagte Nagelsmann, der aber auch feststellte: "Das ist am Ende des Tages auch die Qualität, die du brauchst auf dem Niveau. Wir haben es herausragend gemacht in Unterzahl, aber das Ding muss rein."

Hoffenheim braucht Sieg bei City

Besser machte es in der Schlussphase Donezk, dass in der dritten Minute der Nachspielzeit durch Taison eiskalt zuschlug und drei Punkte mitnahm. Damit zog Schachtar an Hoffenheim vorbei und hat am letzten Spieltag noch die Chance auf das Achtelfinale. Die TSG, die damit aus der Champions League ausschied, braucht einen Sieg bei City und zeitgleich Schützenhilfe von Lyon, um noch in die Europa League zu kommen. "Wir haben rechnerisch noch eine Chance, in der Europa League zu überwintern. Das probieren wir natürlich im letzten Auswärtsspiel, das nicht einfach wird. Aber wir werden Gas geben", versichert Nagelsmann.

mst

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