DFB-Pokal

Julian Nagelsmann: "Waren sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft"

Leipzigs Trainer korrigiert Sturmformation

Nagelsmann: "Waren sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft"

Lobte seine Mannschaft für die zweite Hälfte: Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann.

Lobte seine Mannschaft für die zweite Hälfte: Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann. Getty Images

Das 1:4 schmerzte Nagelsmann sichtlich, der RB-Coach sprach von einer "Gefühlslage, die nicht gut ist". Allerdings wollte er genauso wenig wie RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zuvor den Stab über der Mannschaft brechen. Ganz im Gegenteil: "Ich bin trotzdem stolz auf die Mannschaft, wir haben ein gutes Spiel gemacht, auch wenn das Ergebnis nicht danach ausschaut."

Das Ergebnis war schon zur Halbzeit ein Problem, denn nach 45 Minuten führten die Dortmunder bereits mit drei Toren Vorsprung. "Nach 0:3 zur Pause so eine zweite Halbzeit zu spielen, das ist außergewöhnlich. Da muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Wir waren heute sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft, aber wir haben eben weniger Tore gemacht", so Nagelsmann.

Nach 0:3 zur Pause so eine zweite Halbzeit zu spielen, das ist außergewöhnlich.

Julian Nagelsmann

Besonders bitter für die Leipziger, dass sich die Ereignisse aus dem gerade erst verlorenen Ligaspiel (2:3) am vergangenen Samstag wiederholten. "Wir haben so ein ähnliches Tor ja gerade schon mal bekommen", sagte Nagelsmann über das 1:0 von Jadon Sancho. "Wir haben diese Situation im Vorfeld des Finales gut vorbereitet. Aber dann weichen wir zu sehr zurück und danach kann Dortmund auf ihre Konter lauern", analysierte der Coach den frühen Rückstand.

Nagelsmann trauert den Überzahlsituationen hinterher

In der eigenen Offensive hatten die Leipziger im ersten Abschnitt kaum Abschlüsse - Nagelsmann fehlte die notwendige Entschlossenheit und Konzentration. "Wir haben sechs oder sieben Überzahlsituationen auf den beiden Flügeln. Oft hat der erste Kontakt nicht gestimmt, Sörloth hatte eine Topchance, als Hummels nur auf den Block geht und er ans Außennetz schießt. Wir hätten das Tor der Dortmunder auch in der ersten Hälfte schon viel mehr in Bedrängnis bringen können", so Nagelsmann.

Dass er mit dem Wiederbeginn seine beiden echten Stürmer Alexander Sörloth und Hee-Chan Hwang durch Yussuf Poulsen und Christopher Nkunku ersetzte, kann als Fehler-Eingeständnis gewertet werden. Immerhin sagte Nagelsmann, dass man "das besser lösen kann, aber Hwang hat das in den letzten Wochen im Training und den Spielen gut gemacht." Allerdings gestand er zur Leistung des Südkoreaners ein, dass er "vor dem 2:0 beim Einwurf eine unglückliche Aktion hatte". Hwangs Fehlpass hatte Haalands Treffer eingeleitet.

Nagelsmann angefressen über seine Ziele? "Zweimal verlieren"

Zwei Spiele (Wolfsburg, Union) wird Nagelsmann die Leipziger nun noch coachen, ehe er dann zu. Rekordmeister aus München wechselt. Seine Ziele für die beiden Spiele? "Zweimal verlieren", schnaubte er angefressen ins Mikrofon der ARD, ließ dann aber wissen, dass er nach der Pokalenttäuschung "keine Leere" verspüre, sondern jetzt das Duell mit Wolfsburg vorbereite. "Dass das nicht einfach wird, ist doch klar, aber wir versuchen das Beste und wollen gewinnen."

Schließlich will sich Nagelsmann nach zwei gefühlt erfolgreichen Jahren nicht mit einer Niederlagenserie aus Leipzig verabschieden.

bst

Bilder zur Partie RB Leipzig - Borussia Dortmund