Bundesliga

RB Leipzig: Julian Nagelsmann über Alexander Sörloth und Hwang

RB-Trainer erklärt, warum die Neuzugänge noch Probleme haben

Nagelsmann: "Das wäre komisch, dann brauchen wir keinen Trainer"

Hat "komplexe Anforderungen": RB-Coach Julian Nagelsmann.

Hat "komplexe Anforderungen": RB-Coach Julian Nagelsmann. imago images

In den kommenden vierzehn Tagen stehen für RB Leipzig fünf Pflichtspiele auf dem Programm, darunter die Champions-League-Auftritte bei Manchester United und gegen Paris Saint-Germain. "Du musst in dieser Phase immer auch vorausdenken", erklärte Julian Nagelsmann zwei Tage vor der Ligapartie gegen Hertha BSC (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker).

Fußball, so Nagelsmann, ist "leider ein Kontaktsport, wo immer auch mal Verletzungen auftreten, die den Plan völlig über den Haufen werfen." Deshalb könne es gut sein, dass gegen Hertha der "eine oder andere" Neue dabei ist, "der bis jetzt ein bisschen weniger gespielt hat".

Fehlen wird dem Tabellenführer neben Konrad Laimer, Lukas Klostermann (Arthroskopie) und Amadou Haidara (COVID-19) auch Marcel Halstenberg, der in Hannover einer Trauerfeier beiwohnt. Wer den Nationalspieler ersetzt, ließ Nagelsmann noch offen.

Nagelsmann über "komplexe Anforderungen" an seine Spieler

Den Großteil seiner rund 40-minütigen Presserunde verbrachte Leipzigs Trainer ohnehin mit den Spielern, die sich noch gedulden müssen, zum Beispiel Hee-Chan Hwang oder Alexander Sörloth. Die beiden Angreifer waren im Früh- und Spätsommer für zusammen rund 30 Millionen zu RB gewechselt, allerdings, "das habe ich schon mal gesagt", aus schwächeren Ligen. "Das ist auch kein Geheimnis."

In aller Ausführlichkeit erklärte Nagelsmann, dass beide noch Zeit bräuchten, weil jeder Trainer eine andere Art habe, Fußball zu spielen. "Die Anforderungen, die ich an einen Spieler habe, sind, glaube ich, schon komplex. Da geht es darum, wer wann in welcher Grundordnung attackiert, wo wir die Grundordnung hinlenken wollen, wo wir Ballgewinne haben wollen, wo die Umschaltmomente sind."

Aber wir sind halt nicht so gut wie Bayern.

Nagelsmann

Es gebe "eine klare Struktur, auf die der Spieler immer zurückgreifen kann", er habe aber trotzdem eine Plattform, "um selbst Entscheidungen zu treffen. Wenn er irgendwann mal keine Entscheidung hat, weil es gerade vielleicht schnell geht, kann er auf die Grundmuster zurückgreifen. Und die sind bei beiden noch nicht so präsent."

Und überhaupt: "Wie soll ein Spieler, der viermal unter meiner Leitung trainiert hat, so gut sein wie der Spieler, der 70 Mal trainiert hat? Das wäre komisch, dann brauchen wir keinen Trainer."

Man müsse, ergänzte Nagelsmann schmunzelnd, gewisse Dinge einkalkulieren und "Wege finden, wie die Jungs eine Umsetzung hinkriegen, dass es gut funktioniert, dem Plan vielleicht manchmal auch nicht eine ganz so große Bedeutung zu geben. Bayern München ist so gut, dass sie dem Gegner manchmal ihre Idee übertragen und dann versuchen, Spiele zu gewinnen. Aber wir sind halt nicht so gut wie Bayern."

Sörloth trifft im Training nach Belieben - und könnte spielen

Nicht jeder 20-jährige Neuzugang sei nun mal sofort bereit, Leipzig hole ja meistens Spieler mit Potenzial. Aber in Potenzial "steckt Training und Entwicklung. Das habe ich, glaube ich, schon 150 Mal erklärt, dann erkläre ich es halt 151 Mal: Das ist ein bisschen schleppender. Man muss Negativmomente einkalkulieren und Wege finden, den Jungs trotzdem zu helfen."

Hwang wurde am Dienstag beim 2:0-Sieg gegen Basaksehir eingewechselt und "hat es okay gemacht", wie Nagelsmann fand (kicker-Note 5,0). Sörloth habe am Mittwoch "sehr gut trainiert und ist auf jeden Fall ein Kandidat für die erste Elf, um einfach mal reinzukommen, Präsenz zu zeigen. Er hat gestern im Acht-gegen-Acht sechs oder sieben Tore geschossen." Also: "Alles in Ordnung."

mkr