Bundesliga

Nächster Schritt zum neuen "Bölle"

Stadionneubau: Bebauungsplan wird am Dienstag offengelegt

Nächster Schritt zum neuen "Bölle"

Soll modernisiert werden und mehr Kapazität erhalten: Das Stadion am Böllenfalltor.

Soll modernisiert werden und mehr Kapazität erhalten: Das Stadion am Böllenfalltor. imago

Acht weitere Jahre sollte es indes dauern, bis der Neubau an selber Stelle politisch auf den Weg gebracht wurde. Inzwischen ist klar, dass der SV Darmstadt 98 als aktueller wie künftiger Hauptmieter des Stadion eine voll überdachte, mehr als 19.000 Zuschauer (zur Hälfte auf Stehplätzen, die auf den Unterrängen von drei der vier Tribünen platziert werden sollen) fassende Arena erhalten soll, bezahlt vor allem vom Land Hessen und der Stadt. Am Dienstag dieser Woche kommt das Vorhaben wieder einen Schritt voran.

Vierwöchige Präsentation

Dann nämlich beginnt die Präsentation des Bebauungsplan-Entwurfs im Stadtplanungsamt. Binnen vier Wochen kann dort jeder nicht nur den Plan mit Begründung und Erläuterungen einsehen, sondern auch den bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen. Bis zum 19. Februar können Privatpersonen und Träger öffentlicher Belange nicht nur genauer nachlesen, was die Stadt und ihr Unternehmen Darmstädter Sportstätten GmbH (um Geschäftsführer Klaus Drach, früher Marketingleiter beim FSV Mainz 05, in dessen Zeit das alte Bruchwegstadion erweitert und das Konzept für die neue Mainzer Arena auf den Weg gebracht wurden) bislang erarbeitet haben. Jedermann kann sich auch mit weiteren Anregungen oder Bedenken in den Planungsprozess einbringen.

Für Diskussionsbedarf dürften weiterhin insbesondere die Verkehrs- und Lärmbelastungen für das nahegelegene Wohnviertel sorgen. Zwar würde sich der Andrang bei Fußball-Spielen gegenüber dem Jahrzehnte alten Status quo nur unwesentlich verändern, da das Fassungsvermögen gegenüber dem aktuellen Stadion lediglich um wenig mehr als 2000 Menschen erhöht würde. Allerdings sollen neben den Heimspielen des SV 98 mehr zusätzliche Veranstaltungen - vor allem in den Räumen der multifunktional ausgerichteten neuen Haupttribüne (als einzige der vier Tribünen ausschließlich mit Sitzplätzen) - am Traditionsstandort stattfinden.

Der Plan: Baubeginn Anfang 2017, Fertigstellung Sommer 2018

Wann entschieden wird, wie das Stadion über die jetzigen, oben geschilderten Vorgaben hinaus architektonisch gestaltet wird, ist laut Stadt noch unklar. "Die Entscheidung soll im Rahmen eines kombinierten Architekten- und Unternehmerwettbewerbs fallen. Ein näherer Zeitplan kann noch nicht genannt werden", heißt es auf kicker-Anfrage aus der Pressestelle. Derzeit werde das Leistungsheft mit allen Beteiligten abgestimmt. Der SV 98 begleitet das Vorhaben seit Planungsbeginn, hat als künftiger Hauptmieter zwar ein wichtiges Wörtchen mitzureden, aber keinerlei Entscheidungsmacht.

Nach den architektonischen Planungen und der Entscheidung der städtischen Gremien für ein Stadionmodell soll der Umbau vorbereitet werden. Derzeit gelten ein Baubeginn Anfang 2017, eine 18-monatige Bauphase mit dem Neubau Tribüne für Tribüne unter Beibehaltung des Spielbetriebs und die Fertigstellung zu Saisonbeginn im Sommer 2018 noch als realistisch.

Jens Dörr