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Nachwuchsförderung im eFootball: So werden Talente entdeckt

Einblick in die Nachwuchsarbeit der Profiteams

Nachwuchsförderung im eFootball: So werden Talente entdeckt

RB Leipzig sichert sich auch an der Konsole vielversprechende Talente wie Anders Vejrgang.

RB Leipzig sichert sich auch an der Konsole vielversprechende Talente wie Anders Vejrgang. RB Leipzig

Deutschland ist ein Fußballland - auch an der Konsole? Der Stellenwert des eFootballs steigt kontinuierlich, immer mehr Vereine haben eine eigene eSport-Abteilung oder gleich ein ganzes Nachwuchsleistungszentrum, um ihre Spieler optimal trainieren und fördern zu können. Junge Talente frühzeitig zu erkennen, aufzubauen und sie im besten Fall zu gestandenen Profis zu entwickeln - die bestenfalls Titel für ihre Vereine erringen - ist für den Bereich eFootball genauso wichtig, wie für die sportlichen Abteilungen. Allerdings variieren die Möglichkeiten, wie in der gesamten Fußballlandschaft, vor allem durch die Strukturen abseits des Rasens.

Größen des Sports, wie etwa Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig, haben andere finanzielle Mittel zur Verfügung als ein um den Zweitliga-Klassenerhalt kämpfender Traditionsverein wie Eintracht Braunschweig. Mit wachsendem Stellenwert und Budget erreichen auch die virtuellen Fußballabteilungen neue Möglichkeiten. Trotzdem ist die deutsche Nachwuchsarbeit im eFootball noch in den Kinderschuhen.

Wie läuft das Scouting im Bereich eFootball?

In Leipzig setzt man nicht nur im Profibereich auf entwicklungsfähige Talente. Denn anscheinend sinnbildlich nach diesen Vorgaben agiert auch die eFootball-Abteilung und sicherte sich mit Anders Vejrgang ein absolutes eSport-Supertalent. Der erst 15-Jährige sorgte bereits für viel Furore, als er eine Siegesserie über 536 Spiele in der Weekend League hinlegte. Sein Trainer Daniel Fehr erläutert, dass es ganz klare Intentionen bei RB gab: "Wir wollten jemand Erfahrenen, eine Frau und ein junges Talent."

Leipzig profitierte in diesem Fall von der Zusammenarbeit mit "KiNG eSports". Bei der eSport-Marketingagentur stand der junge Däne Vejrgang zunächst unter Vertrag, ehe er sich dem Verein anschloss. Lukas Hennig, seines Zeichens Spielertrainer bei Eintracht Braunschweig, gibt einen Einblick darüber, dass am Ende in erster Linie das Budget die entscheidende Auswirkung auf die Frage nach der Teamzusammenstellung hat: "Wir sind nicht in der [finanziellen] Position wie Leipzig."

Hätten die Löwen jedoch auch auf gestandene Profis gesetzt "hätten wir nur maximal zwei Spieler holen können", erklärt Hennig. Vejrgang kombiniert ein sehr junges Alter mit viel Erfahrung, da er bereits an vielen Turnieren teilgenommen hat. "Dass er aber so einschlägt, mit gerade mal 14 Jahren", so RB-Coach Fehr, hätte man "niemals erwartet". Sollte Braunschweig eine weitere Chance bekommen, ein eFootball-Team zu stellen, würden sie "auf jeden Fall einiges anders machen", gibt Hennig offen zu. Um langfristig eine optimale Versorgung mit neuen Talenten zu gewährleisten, ohne dabei kostenaufwändig im Ausland suchen zu müssen, sind nicht nur Vereine sondern auch Verbände gefordert, die Nachwuchsförderung ständig auszubauen.

BFV plant eAcademy und bayerischen Talente-Pool

Matthias Katerna vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) spricht im kicker eSport Talk über Pläne, um Talente noch früher zu entdecken. Der BFV will künftig eine "Kinder- und Jugendliga starten, um junge Mädels und Jungs von Grund auf zu fördern". Auch der VfL Wolfsburg dient mit seiner eAcademy als positives Beispiel für den BFV. Durch professionell organisierte Turniere sollen dann "Talente herausentwickelt werden." Im besten Falle landen so immer mehr begabte Gamer im künftigen BFV-Talente-Pool. Als Verband könne man dann gezielt sagen: "Liebe VBL-Teams, wir haben hier zehn Spieler aus Bayern, die super talentiert sind, wollt ihr den ein oder anderen unter Vertrag nehmen."

Lukas Scherbaum

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