Bundesliga

Hoffenheim: Sebastian Hoeneß zieht ein erstes Zwischenfazit

"Babypause" für Grillitsch - weiter ohne Kramaric, Kaderabek, Adams und Hübner

"Nachlegen und draufpacken": Hoeneß zieht ein erstes Zwischenfazit

"Zufriedenheit ist keine da": Sebastian Hoeneß.

"Zufriedenheit ist keine da": Sebastian Hoeneß. imago images

Der neue Coach gehe auf die Spieler ein, verriet zuletzt Kevin Vogt im kicker-Interview, deshalb war es für Sebastian Hoeneß "keine Frage", Florian Grillitsch in der Halbzeit gegen Belgrad auszuwechseln und den werdenden Vater zur bevorstehenden Geburt zu lassen. In der Nacht wurde der Österreicher dann Vater einer Tochter. Wie sein Trainer. "Ich bin selber vor einigen Monaten Vater geworden, diesen Tag möchte ich nicht missen, das ist etwas Einzigartiges", so Hoeneß, der Grillitsch auch in einem Europacupfinale freigestellt hätte, "da gab es keine Diskussion. Es war ein besonderer Moment, als ich das der Mannschaft mitgeteilt habe, da war kurz Feierlaune, das würde ich immer wieder so entscheiden." Auch an diesem Freitag darf Grillitsch eine "Babypause" genießen, "er wird heute nicht am Training teilnehmen, er hatte einen einzigartigen Moment, da ist es legitim, nicht dabei zu sein, ich gebe ihm die Zeit, die braucht mit seiner Familie", erklärte Hoeneß im Hinblick auf das Spiel am Sonntag an Grillitschs früherer Wirkungsstätte, "dann werden wir besprechen, wie es für das Bremen-Spiel ausschaut."

Mit dem 2:0-Erfolg am Donnerstagabend gegen Roter Stern Belgrad konnte die TSG unter ihrem neuen Coach in alle drei Wettbewerbe mit einem Sieg starten, den Saisonauftakt bezeichnet Hoeneß auch angesichts zweier Niederlagen in der Liga (1:2 in Frankfurt, 0:1 gegen Dortmund) dennoch nur als "ordentlich".

"Wir stehen im Pokal in der zweiten Runde, haben jetzt auch in der Europa League gewonnen und hatten in der Liga mit Bayern und Dortmund kein leichtes Programm", so Hoeneß, "aber wir hatten sechs Punkte schon nach zwei Spielen, da hätten wir uns schon den einen oder anderen Punkt noch gewünscht. Da müssen wir noch nachlegen. Zufriedenheit ist keine da. Wir wissen, dass wir draufpacken müssen."

Wir haben zu null gespielt, das war an der Zeit.

Nach dem 3:2-Sieg in Köln hatte die TSG die Bayern 4:1 bezwungen, um danach wieder wankelmütig zu werden. "Mit der Niederlage gegen Dortmund konnte ich besser leben, das Frankfurt-Spiel hat mir da weniger gefallen", gestand Hoeneß, "Kontinuität ist jetzt ein Thema, dass wir uns über die Ergebnisse stabilisieren. Der Sieg gegen Belgrad gibt uns wieder Vertrauen." Vor allem die Defensive gibt dem 38-Jährigen Anlass zur Hoffnung, ab Sonntag auch in der Liga wieder zu punkten. "Wir haben gegen den Ball ein gutes Spiel gemacht und zu null gespielt, das war an der Zeit und enorm wichtig", resümiert Hoeneß, "jetzt wissen wir, dass wir das auch können, diese defensive Stabilität wollen wir mitnehmen. Mit Ball waren wir lange zu fehlerhaft, zu hektisch und haben die Ruhe vermissen lassen."

Hoeneß sagte Baumgartners Treffer voraus

Das wurde im Laufe der Partie besser, und für Hoeneß war es kein Zufall, dass Christoph Baumgartner den Bann brach. Den ersten Europacuptreffer des jungen Österreichers hatte Hoeneß vorausgesagt. "Das war ein Bauchgefühl, eine schöne Geschichte. In den ersten Spielen hatte er auch seine Chancen, agierte aber nicht ganz glücklich agiert", so Hoeneß, in der Nationalelf war er zuletzt extrem torgefährlich in beiden Länderspielen, deshalb mein Gefühl. Wir haben viel gesprochen, dass er in diesen Situationen ruhig bleiben muss." Blieb er. Und hämmerte wie selbstverständlich Rudy Flanke volley unter die Latte. "Vorm Spiel sagte mir der Trainer, heute wirst du einen reinhauen, das habe ich gemacht", so Baumgartner, "ich habe in Halbzeit auch Flo Grillitsch versprochen, dass ich einen reinhaue, freut mich wenn das aufgeht. Als junger Bub war es immer ein Traum von mir, mal Europacup zu spielen unter der Woche mit Flutlicht, das ist in Erfüllung gegangen. Mit einem Tor und einem Sieg, das freut mich extrem."

Michael Pfeifer