Champions League

Nach nur acht Monaten im Amt: Barça trennt sich von Coach Quique Setien

Neuer Trainer "in den nächsten Tagen" - Koeman bittet KNVB um Freigabe

Nach nur acht Monaten im Amt: Barça trennt sich von Coach Setien

Nicht mehr länger Trainer des FC Barcelona: Quique Setien.

Nicht mehr länger Trainer des FC Barcelona: Quique Setien. Getty Images

Die Demission war Setien offenbar bei einem Mittagessen mitgeteilt worden. Auf Twitter war ein Foto aufgetaucht, das den Coach am Montagmittag in einem Restaurant mit Sportdirektor Eric Abidal gezeigt hatte. Der Franzose ist selbst alles andere als unumstritten, auch er wird seinen Schreibtisch womöglich räumen müssen.

Eine Überraschung ist die Nachricht, die der FC Barcelona am frühen Montagabend auch offiziell an die Öffentlichkeit herausgab, jedenfalls nicht mehr. Quique Setien muss seinen Hut als Trainer der Katalanen nach nur acht Monaten schon wieder nehmen. "Die Zusammenfassung seiner Resultate lautet 16 Siege, vier Remis und fünf Niederlagen", so der FCB in der Mitteilung, in der auch steht: "Das ist der erste Schritt einer umfassenden Umstrukturierung der ersten Mannschaft."

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Zugleich wurde erklärt, man werde "in den nächsten Tagen" den neuen Trainer vorstellen. Und die Präsidentschaftswahlen wurden auch gleich terminiert: für den 15. März 2021.

Nur ein paar Monate

Erst am 13. Januar dieses Jahres hatte der 61-jährige Setien im Übrigen das Amt bei Barça übernommen, seitdem aber nie den attraktiven Stil, den er einst bei Betis spielen ließ, implementieren können. Nur acht Monate inklusive der Corona-Zwangspause später endetete seine Arbeit also schon wieder - ohne Titel, was dem großen FCB aus Katalonien seit der Saison 2013/14 nicht mehr passiert war.

Der Hauptgrund dafür: Barcelona kam allen voran in der Liga zum Teil arg bieder daher. Zum Einstand gab es gegen Granada einen wenig begeisternden 1:0-Erfolg, es folgten unter anderem ein 0:2 in Valencia, das Pokal-Aus in Bilbao (0:1) - und dann auch kurz vor der Corona-Unterbrechung die verdiente Clasico-Niederlage bei Real (0:2). Und trotzdem führten die Katalanen bis zum Re-Start die Tabelle mit zwei Punkten vor Real an.

Meisterschaft an Real verspielt

Barça-Star Lionel Messi und Trainer Quique Setien arbeiten nicht mehr zusammen.

Arbeiten nicht mehr zusammen: Barça-Star Lionel Messi und der inzwischen wie erwartet entlassenene Trainer Quique Setien. imago images

Im Juni und Juli aber leistete sich Barça mehrere Aussetzer, sodass am Ende Real die nationale Meisterschaft relativ souverän (fünf Punkte Vorsprung) gewann.

Setien war hier schon längst angezählt, ein TV-Interview des wütenden Lionel Messi hatte Mitte Juli nur noch mehr Unruhe ins Umfeld gebracht. Setien wollte mit dem Henkelpott seinen Job retten, gewann auch noch das Rückspiel gegen Neapel mit 3:1 (nach einem 1:1 im Hinspiel). Doch das peinliche wie blamable 2:8 gegen die Bayern förderte sämtliche Schwächen des Barça-Spiels zu Tage und brachte sogleich das Fass endgültig zum Überlaufen. Direkt nach Schlusspfiff vermied Präsident Josep Maria Bartomeu ein Bekenntnis zum Trainer, nur wenige Tage später ist Setien wenig überraschend Geschichte.

Macht's Koeman?

Wer ihm nachfolgt, steht noch nicht fest - Ronald Koeman, ehemaliger Coach bei Ajax Amsterdam, FC Valencia oder Southampton, soll sich aber in der Pole Position befinden und schon um seine Freigabe beim niederländischen Verband KNVB gebeten haben. Was bedeutet, dass er wahrscheinlich schon Übereinstimmung erreicht hat mit Barcelona.

Lesen Sie auch: "Barça braucht einen Neuaufbau: Nur zwei sind unumstritten - Ein Kommentar von kicker-Reporter Jörg Wolfrum"

msc

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