2. Bundesliga

Bundespolizei ermittelt gegen Brooklyn Ezeh von Hannover 96

Psychische Probleme bei 96-Verteidiger

Nach Vorfall im ICE: Bundespolizei ermittelt gegen Hannovers Ezeh

Schwere Zeiten - auf und neben dem Platz: Brooklyn Ezeh.

Schwere Zeiten - auf und neben dem Platz: Brooklyn Ezeh. IMAGO/Jan Huebner

Brooklyn Ezeh erlebt bei Hannover 96 sportlich keine leichte Saison. Und das, obwohl - oder gerade weil - die Niedersachsen eine weitegehend stabile Saison absolvieren. Mit der drittbesten Abwehr (17 Gegentore aus 14 Spielen) und wenigen Verletzungen hat Trainer Stefan Leitl wenig Grund, seine Dreierkette umzuformieren.

Also bleibt Ezeh zumeist für 90 Minuten der Platz auf der Bank, beim 0:0 in St. Pauli und beim 2:2 gegen Hertha BSC fehlte er krank im Kader. Doch nun stehen dem Sommerneuzugang vom SV Wehen Wiesbaden deutlich größere Probleme bevor.

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Wie zuerst "Bild" berichtete, ereignete sich am Dienstag ein Vorfall in einem ICE. Bei der Fahrt von Basel nach Hannover fiel Ezeh auf, weil er unter anderem andere Fahrgäste am Aussteigen gehindert und einen Laptop beschädigt haben soll.

Ezeh soll Beamten ins Gesicht gespuckt haben

Nachdem das Zugpersonal die Bundespolizei informiert hatte, nahm diese den 22-Jährigen in Gewahrsam. In der Pressemeldung teilte die Bundespolizei am Mittwoch mit, dass der nicht namentlich genannte Fahrgast, bei dem es sich um Ezeh handelt, sich daraufhin weiter "hoch aggressiv" verhalten habe.

"Aufgrund seines psychisch auffälligen Verhaltens wurde eine Ärztin zur Feststellung der Gewahrsamsfähigkeit gerufen", schrieb die Bundespolizeiinspektion Hannover weiter. Später habe er Beamte angegriffen, diesen ins Gesicht gespuckt sowie um sich getreten und geschlagen. Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet worden.

Hannover 96 nahm am Mittwochmittag Stellung zum Sachverhalt. Der Profi habe "vor einigen Tagen" geäußert, dass persönliche Umstände bei ihm zu einer "erheblichen mentalen Belastung" führten. Daher habe man ihm zunächst aus dem Trainingsbetrieb genommen.

Nachdem sich die Situation aber verschärft habe, sei es am Dienstag im ICE zu "für Ezeh gänzlich untypischen Verhaltensweisen" gekommen. Der Klub wolle ihm helfen, insbesondere durch seine medizinische Abteilung. "Brooklyn bekommt von uns alle Zeit, die er benötigt", sagte 96-Sportdirektor Marcus Mann: "Er kann sich unserer vollen Unterstützung sicher sein." Die Hannoveraner baten "zum Schutz des Spielers" um "große Sensibilität".

pab

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