Regionalliga

Nach Rassismus-Vorfall: Mildes DFB-Urteil gegen Chemnitzer FC

Sportgericht verlangt "Leitbild"

Nach Rassismus-Vorfall: Mildes DFB-Urteil gegen Chemnitzer FC

Den Chemnitzer FC holt ein Vorfall aus dem August 2019 ein.

Den Chemnitzer FC holt ein Vorfall aus dem August 2019 ein. imago images

Am 24. August 2019 hatten sich der FC Bayern II und der Chemnitzer FC in der 3. Liga 2:2 getrennt, was aber vom Verhalten einiger Gästeanhänger überlagert worden war: Sie hatten sich mit Bezug auf den damals gerade entlassenen Stürmer Daniel Frahn rassistisch geäußert, auch gegen den damaligen Sportvorstand Thomas Sobotzik, der wenig später zurücktrat.

15 Monate später hat das DFB-Sportgericht ein Urteil in der Sache gesprochen. Wegen "unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger" wurde der CFC nicht mit einer Geldstrafe, sondern mit einer Auflage belegt: Der Drittliga-Absteiger muss demnach bis zum 31. März 2022 ein "Leitbild" entwickeln, "eine schriftliche Erklärung über das Selbstverständnis und die Grundprinzipien des Vereins".

"Nicht oder nur schwer zu verhindernde Äußerungen einzelner Personen"

Dazu fordert das DFB-Sportgericht einen partizipativen Prozess, "zum Beispiel im Rahmen von Diskussionsveranstaltungen, unter Einbeziehung von Fans und Fanvertretungen einschließlich der 'CFC Fans gegen Rassismus', des Sächsischen Fußball-Verbandes, des DFB sowie möglichst vieler weiterer 'Stakeholder' des Vereins".

Strafmindernd wirkten sich laut DFB-Mitteilung gleich mehrere Umstände aus. So hatte der CFC die Vorfälle damals sofort deutlich verurteilt, außerdem habe es sich "um nicht oder nur schwer zu verhindernde Äußerungen einzelner Personen" gehandelt, so der DFB. Und: Wie schon bei anderen Urteilen berücksichtigte der DFB die finanziellen Probleme, mit denen viele Klubs in der Corona-Pandemie zu kämpfen haben.

jpe