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Nach Pokalcoup: Stuttgarter Kickers wünschen sich ein Derby

"Der VfB, das wär’s"

Nach Pokalcoup: Stuttgarter Kickers wünschen sich nun ein Derby

Ein Kopfball, der Kräfte freisetzt: Denis Zagaria bringt die Stuttgarter Kickers gegen Bundesliga-Absteiger Fürth in Führung.

Ein Kopfball, der Kräfte freisetzt: Denis Zagaria bringt die Stuttgarter Kickers gegen Bundesliga-Absteiger Fürth in Führung. IMAGO/Zink

Am 14. Juni befanden sich die Stuttgarter Kickers im Tal der Tränen. Nach dem 1:1 im entscheidenden Spiel um den Aufstieg bei Eintracht Trier stand fest: Es geht ein fünftes Jahr in der Oberliga weiter. Sechseinhalb Wochen später feierte die Mannschaft von Trainer Mustafa Ünal ausgelassen einen der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte - und der Mann des Spiels dachte inmitten größter Ekstase an diese Enttäuschung zurück: "Dieser Sieg heute ist ein Geschenk für unsere fantastischen Fans für den entgangenen Aufstieg", sagte Denis Zagaria. Der überragende Innenverteidiger hatte mit seinem frühen Kopfballtreffer nach einer Ecke von Luigi Campagna zusätzliche Kräfte freigesetzt - auf und außerhalb des Platzes.

Am Ende stand ein 2:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth auf der Anzeigetafel. Ein verdientes 2:0 eines Fünftligisten gegen einen Zweitligisten. Wie das passieren konnte? "Wir haben einen Wahnsinns-Fight abgeliefert, uns voller Intensität in jeden Zweikampf geworfen, die Zuschauer mit ins Boot bekommen - und eine gewisse spielerische Klasse haben wir eben auch", lieferte Kapitän Kevin Dicklhuber die Antwort. "Wenn der Gegner dann nicht so up to date ist, dann passieren solche Überraschungen", ergänzte Präsident Rainer Lorz.

Dem DFB-Pokal-Finalisten von 1987 hilft der Einzug in die 2. Runde auch wegen der Prämie. "Wir werden damit keinen Unsinn machen", sagte Lorz mit Blick auf die Suche nach einem Sturm-Ersatz für Ex-Kapitän Mijo Tunjic bis zum Ende der Transferperiode am 31. August.

Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit ihrem unbändigen Einsatzwillen, ihrer Laufstärke und ihrem Zusammenhalt Berge versetzen kann. "Die Oberliga-Saison wird dennoch kein Selbstläufer", warnte Trainer Ünal und stellte die Prioritäten klar: "Wir wollen nicht ins DFB-Pokal-Finale einziehen, sondern aufsteigen." Deshalb ist dem 38-Jährigen der Gegner in der 2. Runde auch egal. Im Gegensatz zur Mannschaft. Auffallend oft fiel vonseiten der Spieler der Wunsch nach einem Derby. "Der VfB, das wär’s. Ich glaub, die haben schon ein bisschen Angst", sagte David Braig, der Torschütze zum 2:0, mit einem breiten Grinsen.

Jürgen Frey

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