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Nach Machtdemonstration: Medvedev im Finale der US Open

US Open - Dreisatzsieg gegen Auger-Aliassime

Nach Machtdemonstration: Medvedev im Finale der US Open

Starker Auftritt:  Daniil Medvedev.

Starker Auftritt:  Daniil Medvedev. Getty Images

"Es ist toll, dass ein Mädchen und ein Junge aus Montreal im Halbfinale der US Open stehen", hatte Felix Auger-Aliassime mit Blick auf den unglaublichen Erfolg von ihm und seiner kanadischen Landsfrau Leylah Fernandez gesagt und ergänzt: "Es wäre schöner, wenn beide im Finale stehen würden." Fernandez legte vor, schaltete in einem mitreißenden Match die Weltranglistenzweite Aryna Sabalenka mit 7:6 (7:3), 4:6, 6:4 aus. Auger-Aliassime konnte bei den Herren nachziehen - und auch er traf auf die Nummer zwei, Daniil Medvedev.

Medvedev absolut überzeugend

Der Russe stand zum dritten Mal nacheinander im Halbfinale der US Open und präsentierte sich in guter Form. Er machte kaum Fehler und zeigte bei eigenem Service keinerlei Schwächen. Mit einer unorthodoxen Taktik bei gegnerischem Aufschlag brachte er den frisch frisierten Auger-Aliassime auch noch aus dem Konzept: Medvedev erwartete die Bälle des Kanadiers extrem weit hinten, stand fast schon an der Werbebande - und holte sich beim Stand von 3:3 das letztlich vorentscheidende Break zum 6:4-Satzgewinn.

Auger-Aliassime lässt die große Chance liegen

Es war eine Machtdemonstration von Medvedev, der auch im zweiten Durchgang den neuen Schützling von Toni Nadal zunächst dominierte. Auger-Aliassime, Nr. 15 der Welt, hielt aber dagegen, erlaubte sich jedoch zu viele unerzwungene Fehler und war der offenkundig schwächere Spieler. Aber: Der 21-Jährige blieb dran, kämpfte wacker und hielt sich irgendwie im Spiel. Nach 65 Minuten bot sich dem Außenseiter urplötzlich die Breakchance, die das Publikum direkt auf die Beine brachte. Spätestens da war klar, wem die Sympathien der Zuschauer gehörten. Doch Medvedev blieb standhaft und wehrte den Breakball mit einer starken Vorhand ab.

Felix Auger-Aliassime

Bekam eine Tennis-Lektion erteilt: Felix Auger-Aliassime. Getty Images

Kurz darauf gab es aber erneut Breakball für den Kanadier, der bei diesem dann nichts machen musste. Medvedev gab sein Service mit einem Doppelfehler ab. Auger-Aliassime hatte das Momentum auf seiner Seite und durfte sogar zum Satzgewinn aufschlagen, doch Medvedev wehrte sich mit allen Kräften - letztlich erfolgreich. Der Kanadier vergab unter den Augen von Tennis-Ikone Rod Laver zunächst einen Satzball leichtfertig und wurde kurz darauf gebreakt. Alles war also wieder im Lot, für den Russen jedenfalls, der seine kurze Schwächephase überwunden hatte, das Momentum wieder auf seiner Seite spürte und sich folglich auch Satz zwei mit 7:5 krallte. 

Medvedev stürmt souverän ins Finale

Auger-Aliassime hatte in seiner Karriere noch nie einen 0:2-Satzrückstand drehen können - das blieb auch diesmal so. Medvedev hatte dem Kanadier ganz klar den Zahn gezogen und zeigte sich zu Beginn des dritten Satzes gnadenlos. Das Doppelbreak zum 1:4 war die Konsequenz. Am Ende war es ein klarer und letztlich ungefährdeter Dreisatzerfolg des Russen, der am Sonntag im Finale nach seinem ersten Grand-Slam-Titel greift. Vor zwei Jahren war er in New York schon knapp dran, unterlag damals aber in einem denkwürdigen Fünfsatzmatch Rafael Nadal.  

Sein Gegner diesmal wird entweder Alexander Zverev oder Novak Djokovic sein, der Medvedev bei den diesjährigen Australian Open im Endspiel klar in drei Sätzen bezwungen hatte.

dpa