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Nach Italiens "Revolution": Mancinis vollmundige Ansage zur EURO 2020

Starke Serie der Squadra Azzurra

Nach Italiens "Revolution": Mancinis vollmundige Ansage

Will mit Italien Europameister werden: Roberto Mancini.

Will mit Italien Europameister werden: Roberto Mancini. imago images

Ganz große Namen wie Cristiano Ronaldo, Kylian Mbappé oder auch Toni Kroos finden sich nicht in Italiens Kader, umso mehr hoffen die Azzurri auf "Maestro" Roberto Mancini. Der 56-jährige Trainer soll den viermaligen Weltmeister zu altem Glanz führen - und wird schon vor dem Auftaktspiel am Freitag in Rom gegen die Türkei (21 Uhr, LIVE! bei kicker) mit Legenden wie Vittorio Pozzo (1934 und 1938), Enzo Bearzot (1982) und Marcello Lippi (2006) verglichen, die allesamt mit Italien Weltmeister geworden waren.

Mancini habe "Enthusiasmus zurückgebracht", lobt Mittelfeld-Chef Marco Verratti von Paris St. Germain in der "Gazzetta dello Sport" seinen Coach. Er habe es "geschafft, etwas aufzubauen sowie uns guten und unbeschwerten Fußball spielen zu lassen". Der Fokus liegt dabei auf der mannschaftlichen Geschlossenheit. "Der Champion ist die Gruppe", sagt der erfahrene Haudegen Leonardo Bonucci (34), während Kapitän Giorgio Chiellini die momentane Atmosphäre sogar als "magisch" bezeichnet. Dabei zu sein, "belebt dich".

Mancini entfacht Euphorie

Mancini übernahm die stolze Fußballnation am 14. Mai 2018, als Italien nach der verpassten WM-Qualifikation am Tiefpunkt angekommen war - und setzte schon bald zum Höhenflug an. Es folgte eine historische Qualifikation mit zehn Siegen am Stück, doch nicht nur das beeindruckt. Italien ist seit 27 Spielen ungeschlagen, feierte zuletzt gar acht Siege in Serie - und das mit 25:0 Toren (!).

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Wenig überraschend wurde auf dem Stiefel eine Fußball-Euphorie entfacht. Italienische Medien überbieten sich mit Superlativen, Experten wie Marco Tardelli (Weltmeister 1982) sehen Parallelen zu den Erfolgsteams von 1982 oder 2006. Mancini selbst befeuert dies, auch mit seiner vollmundigen Ansage, eine 53-jährige Durststrecke beenden zu wollen. "Wir gehen an den Start, um den EM-Titel zu holen, der uns seit 1968 fehlt."

Offensives Italien: Das Ende des Catenaccio?

Giorgio Chiellini

Ist gerne bei der Nationalmannschaft: Italiens erfahrener Kapitän Giorgio Chiellini (36). imago images

Was hat Mancini getan, um Italien wieder auf die Beine zu bringen? Im Grunde nicht weniger als eine Revolution gestartet. Unter dem ehemaligen Ausnahmestürmer wandte sich die Squadra Azzurra von ihrem über Jahrzehnte hinweg praktizierten Catenaccio ab. "Wir versuchen, eine andere Art von Fußball zu spielen", erklärt Mancini seinen modernen, auf Ballbesitz ausgerichteten Ansatz, in dem es auch Raum für Talente wie Giacomo Raspadori (21), Alessandro Bastoni (22) oder Manuel Locatelli (23) gibt.

Im italienischen Verband FIGC ist man so von Mancini überzeugt, dass man den Vertrag mit ihm schon vor Turnierstart verlängerte - und das gleich um fünf Jahre bis 2026. "Wir arbeiten für den Erfolg. Es gibt keinen Grund, sich zu trennen. Wir haben viele talentierte Spieler, auf die wir setzen und mit denen wir in die Zukunft blicken", sagt Mancini. Die Hoffnung sei, "bald Resultate unserer Arbeit zu sehen". Am liebsten schon den Titel bei der EM.

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drm/sid

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