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NFL: Kansas City Chiefs bangen noch immer um Patrick Mahomes

Ersatzmann Henne wird gefeiert - und stünde parat

Nach Gehirnerschütterung: Chiefs bangen noch immer um Mahomes-Einsatz

Klarheit herrscht noch nicht: Patrick Mahomes laboriert weiterhin an den Folgen seiner erlittenen Gehirnerschütterung.

Klarheit herrscht noch nicht: Patrick Mahomes laboriert weiterhin an den Folgen seiner erlittenen Gehirnerschütterung. imago images

Die Uhr tickt. Die Chiefs hoffen. Die Fans bangen.

Patrick Mahomes wird seit seiner im dritten Viertel erlittenen Gehirnerschütterung, die allerdings nie von K.C. offiziell bestätigt wurde, beim knappen Sieg über die Browns (22:17) weiterhin untersucht. Immerhin hat der bestbezahlte Quarterback der NFL, der in zehn Jahren über eine halbe Milliarde US-Dollar kassieren kann, am Mittwoch (Ortszeit) bereits wieder leicht trainiert. Noch immer steht der 25-Jährige allerdings auf dem sogenannten "Concussion Protocol" - sein Einsatz im AFC-Finale gegen die starken Buffalo Bills um Spielmacher Josh Allen in der kommenden Nacht von Sonntag auf Montag (0.40 Uhr MEZ) ist demzufolge noch nicht zu 100 Prozent geklärt.

Trainer Andy Reid verbreitet gegenüber US-Medien derweil weiter Optimismus: "Er hat sich bis hierhin gut geschlagen. Heute war es ihm bereits gestattet, limitiert und ohne Kontakt mit Gegenspielern zu trainieren. Das passt schon einmal."

"Wir bereiten uns auf Mahomes vor"

Für viele neutrale Fans, Experten und auch den kommenden Gegner aus dem US-Bundesstatt New York ist die Sache derweil klar: Sie alle gehen fest davon aus, dass der wurfgewaltige Mahomes das AFC Conference Final bestreiten wird - komme, was wolle. Das hat Bills-Cornerback Tre'Davious White bereits klipp und klar ausgesprochen: "Das ist das Spiel, bei dem es um den Super Bowl geht; und deswegen wissen wir, dass sie ihre besten Spieler aufs Feld schicken werden. Wir bereiten uns deswegen auch auf Mahomes vor, weil wir wissen, dass er spielt."

Mahomes' Schritte bis zum "Go"

Klar ist aber auch: Der nach seiner erlittenen Kopfverletzung gegen Cleveland etwas torkelnde Mahomes hat, wie es in der NFL mittlerweile bei solchen "Einschränkungen" vorgeschrieben ist, auf dem "Concussion Protocol" landen müssen - und muss deswegen einige Tests überstehen. Das passiert vorsorglich schon, wenn von der Football-Liga und den Liga-Ärzten auch nur der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung besteht.

Und dabei haben die Spieler und Teams keine Mitsprache bei der Entscheidung über die Einsatzfähigkeit der Akteure. "Für mich als Trainer ist es ein Selbstläufer. Ich muss nicht darüber nachdenken. Ich muss der Entscheidung einfach folgen am Ende", meinte Head Coach Reid, der mit den Chiefs zum dritten Mal in Folge im AFC-Finale steht - und in der Vergangenheit schon die Philadelphia Eagles zwischen 2002 und 2004 dreimal ins NFC-Endspiel geführt hatte. Der 62-Jährige sagt außerdem klar: "Es gibt eben dieses ganz genaue Protokoll." Und dem müsse man Folge leisten.

Verschiedene Aktionen wie Dehnübungen und Gleichgewichtstraining, Kardiotraining und dynamisches Dehnen, leichtes Football-Training sowie kontaktlose Übungen wie Werfen und Laufen (was Mahomes bereits darf) werden angeordnet - und von einem Teamarzt überwacht, der wiederum auch den direkten Kontaktsport mit Mitspielern freigeben darf. Ein unabhängiger Mediziner nimmt schließlich neurologische Tests vor und erteilt im Falle des Falles die Freigabe. Alles klar ist somit noch nicht, zumal es im Durchschnitt sieben Tage braucht, bis ein Quarterback aus dem "Concussion Protocol" wieder herauskommt. Eine kleine Zitterpartie für das Chiefs-Franchise und vor allem für Mahomes selbst wird es also noch.

Notlösung: Henne wäre bereit

Chad Henne

Wäre die erste Alternative bei einem Ausfall von Patrick Mahomnes: Ersatzmann und Routinier Chad Henne (35 Jahre). imago images

Sollten am Ende alle Stricke reißen, muss in jedem Fall wieder Ersatzmann Chad Henne eingreifen. Der 35-Jährige, der über die Miami Dolphins (2008-2011) und Jacksonville Jaguars (2012-2017) im Jahr 2018 in Kansas City gelandet ist, sein letztes Spiel als Starter 2013 gewonnen sowie am vergangenen Sonntag (Ortszeit) sein erstes Play-off-Spiel überhaupt absolviert hat, ist für seine Aktionen gegen die Browns von allen Seiten gefeiert worden.

Denn nach einer fatalen Interception zunächst hat sich Henne in der Divisional Round stabilisiert, kurz vor Schluss einen starken Lauf gezeigt und am Ende mit einem souveränen Pass rechts raus zu Receiver Tyreek Hill den Sieg unter Dach und Fach gebracht. Star-Safety Tyrann Mathieu macht sich jedenfalls keine Sorgen, falls Mahomes von Henne (60 Touchdowns bei 63 Interceptions in 71 Regular-Season-Einsätzen), vertreten werden sollte: "Er ist einer dieser Kerle, die stets bereit sind. Er geht jede Woche so an, als würde er spielen." Das Team mache sich keine Sorgen.

mag

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