Bundesliga

Nach Eklat gegen Augsburg: Werder kündigt Stadionsprecher

Christian Stoll muss nach 25 Jahren gehen und sagt: "Ich wurde vom Hof gejagt"

Nach Eklat gegen Augsburg: Werder kündigt Stadionsprecher

Stadionsprecher Christian Stoll (Mi.) beschwert sich nach dem FCA-Spiel bei Schiedsrichter Martin Petersen.

Stadionsprecher Christian Stoll (Mi.) beschwert sich nach dem FCA-Spiel bei Schiedsrichter Martin Petersen. IMAGO/Nordphoto

Ein Hauptgrund sollen Entgleisungen des gebürtigen Bremers beim letzten Bundesligaheimspiel gegen Augsburg (0:1) gewesen sein. Er selbst vermutet, dass mehr dahintersteckt.

Spielbericht

"Nach mehreren Gesprächen in den letzten Wochen wurde die Entscheidung getroffen, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden", verkündete Werder in einer Mitteilung auf der Vereinshomepage. Am Nachmittag meldete sich Stoll, ebenfalls mit einer schriftlichen Erklärung, zu Wort. Und deutet an, dass die interne Begründung die Vorfälle rund um das Augsburg-Spiel mit Schiedsrichter Martin Petersen und FCA-Boss Stefan Reuter sein sollen. "Dem Referee sagte ich, er möge lieber Kreisliga pfeifen, dem Mitglied der Geschäftsführung der Augsburger, er habe eine Truppe von Unsympathen am Start. Beide Herren habe ich selbstverständlich derweil schriftlich um Entschuldigung gebeten."

Zehn Jahre Stadionsprecher für den DFB

Stoll, der von 2006 bis 2016 auch Stadionsprecher der deutschen Nationalmannschaft war und seit 25 Jahren für Werder gearbeitet hat, ist jedoch überzeugt davon, dass sein Fehlverhalten vom 9. September nicht die eigentliche Ursache für sein Aus ist. "Ich nehme der Geschäftsführung des SVW nicht ab, dass mein Fauxpas gegen Augsburg der wahre Grund für mein bitteres Aus ist. Es gab zuletzt mehrmals Zwistigkeiten zu unterschiedlichen Thematiken. Ich glaube zudem, man hat meine kritischen Kolumnen und Kommentare in Bremer Medien über DFB/DFL, etwa zu den Geisterspielen, dem Kölner Keller oder meine Sicht auf einige Klubs der Bundesliga-Konkurrenz nicht besonders geschätzt."

Stoll erklärt, er sei nach Beginn der Gespräche zu einer einvernehmlichen Trennung zum Jahresende bereit gewesen, habe dann gebeten, das kommende Bundesliga-Heimspiel gegen Mönchengladbach oder zumindest die Abschiedsgala von Pizarro noch zu bekommen. "Selbst die dringliche Bitte, dann doch wenigstens beim Abschied von Claudio Pizarro auch selbst aufzuhören, wurde abschlägig beschieden", schreibt er. "Man hat mich von einem Augenblick zum nächsten vom Hof gejagt. Das hat mich in meinem Stolz, Teil der Werder-Familie zu sein, gekränkt und in meiner persönlichen Ehre als Mensch verletzt." 

Sebastian Wolff

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