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Nach der Corona-Zwangspause: So planen die Verbände

Zwischen Abbruch-Szenarien und geteilten Staffeln

Nach der Corona-Zwangspause: So planen die Verbände

Die Modus-Frage: Wenn es im Amateurfußball wieder auf den Platz gehen kann, müssen die Landesverbände eine Lösung finden, wie die Saison zu Ende gespielt werden kann.

Die Modus-Frage: Wenn es im Amateurfußball wieder auf den Platz gehen kann, müssen die Landesverbände eine Lösung finden, wie die Saison zu Ende gespielt werden kann. imago images / Sebastian Wells

Badischer Fußball-Verband

In Baden ist man sich sich größtenteils einig, dass eine reguläre Meisterschaftsrunde mit Hin- und Rückspiel nicht mehr realisierbar ist. Zwei Spielmodi werden nun diskutiert. Variante A sieht nach der abgeschlossenen Vorrunde noch eine Ab- und Aufstiegsrunde vor. Variante B soll umgesetzt werden, wenn die Zeit für eine Ab- und Aufstiegsrunde nicht mehr reicht. Dann würde nur die Vorrunde beendet werden und diese gewertet. Zunächst will der bfv nun aber seine Vereine nach deren Meinung befragen, bevor er zu einer endgültigen Entscheidung kommt.

Bayerischer Fußball-Verband

In Bayern ist man in der vergleichsweise komfortablen Lage, dass man die Saison 2019/20, die allen anderen Landesverbänden abgebrochen wurde, zu einer Saison 2019/21 ausgedehnt hat. Heißt: Die restlichen Ligaspiele werden aller Voraussicht nach ohne größere Probleme über die Bühne gebracht. Unklar ist nur, ob der neugeschaffene Ligapokal - der den Vereinen bei günstiger Pandemie-Lage zusätzliche Spieltermine verschafft hätte - noch gehalten werden kann.

Berliner Fußball-Verband

Aktuell sei es noch zu früh, um konkrete Entscheidungen zu fällen, heißt es aus der Hauptstadt. Mitte bzw. Ende Februar 2021 soll eine weitere Videokonferenz mit den Vereinen folgen.

Bremer Fußball-Verband

Nachdem die Corona-Zwangspause von Seiten der Politik schon zweimal verlängert wurde, hat der BFV sich dazu entschieden, in jeder Staffel bis spätestens 30. Juni nur noch die Hinrunde spielen zu lassen. Die Hinrundentabelle ist dann gleichbedeutend mit der Abschlusstabelle.

Fußball-Landesverband Brandenburg

Nachdem die Politik am 19. Januar die Corona-Maßnahmen verlängert hat, hat der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) reagiert und die Winterpause bis 14. März verlängert.

Hamburger Fußball-Verband

In Zeiten großer Ungewissheit ist in Hamburg eines klar: Auf- und Abstiegsrunden wird es nicht geben. Ebenfalls ließ der HFV verlauten, dass in den einzelnen Ligen maximal die Hinrunde zu Ende gebracht werden könne. Nun steht der 13. Februar als Deadline im Raum: Sollte bis dahin kein Trainingsbetrieb möglich sein, wird die Saison abgebrochen.

Hessischer Fußball-Verband

Bis zum 13. Juni müssen sämtliche Ligaspiele gespielt sein. In einzelnen Spielklassen wird es immer schwieriger, eine Saison aus Hin- und Rückrunde durchzuziehen. Also spricht vieles dafür, dass zumindest die Hinrunde gespielt wird und dann die Tabelle als Abschlusstabelle herangezogen wird. Etwaigen Auf- und Abstiegsrunden hat der HFV indes eine Absage erteilt.

Landesfußball-Verband Mecklenburg-Vorpommern

Wettbewerbe auf Landesebene sollen erst nach einer vierwöchigen Vorbereitungszeit starten, vor Mitte März wird hier also kein Ball rollen. In den Kreisen kann eine andere Frist gelten.

Fußball-Verband Mittelrhein

Da in der Frage, wann es wieder losgeht, der Ball bei der Politik liegt, will sich der FVM aktuell nicht groß aus der Deckung wagen und teilt mit: "Die spielleitenden Stellen befassen sich aktuell mit den Fragestellungen zum Fortgang der laufenden Saison einschließlich der Pokal-Wettbewerbe." Die Spielleiter der einzelnen Staffeln haben aber Handlungsspielraum: Sofern der bisherige Austragungsmodus mit Hin- und Rückspiel nicht zu einem regulären Saisonende führt, ist es ihnen möglich, diesen ohne Zustimmung der Vereine zu ändern.

Fußball-Verband Niederrhein

Noch ohne Anpassung. Eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs erfolgt aber frühestens zwei Wochen nach der Öffnung der Sportanlagen.

Niedersächsischer Fußball-Verband

Ende Oktober, als bekannt wurde, dass Amateurfußball ab dem 1. November verboten sein wird, sagte Verbandspräsident Günter Distelrath noch: "Wenn es bei den vier Wochen bleibt und uns anschließend nicht das Wetter einen Streich spielt, können wir im Spielplan bleiben." Schließlich habe sein Verband frühzeitig die Weichen gestellt und vor der Saison einzelne Spielklassen in kleinere Staffeln unterteilt. Nun blieb es bekanntlich nicht bei den vier Wochen Spielpause, dennoch hat der NFV immer noch mehr Luft als die meisten anderen Verbände.

Fußball-Verband Rheinland

Mitte November hat der FVR fünf Möglichkeiten entworfen, wie die Saison durchgezogen werden könnte. Die Optimallösung, dass Hin- und Rückrunde im Kalender noch untergebracht werden können, hat sich aber de facto erledigt, da dafür ein Wiederbeginn im Januar erforderlich wäre. Entschieden hat man Mitte Dezember nun, dass es frühestens in den letzten Februar-Tagen weitergehen wird.

Saarländischer Fußball-Verband

Am 19. November ließ der SFV noch verlauten, dass das Ziel sei, eine komplette Runde spielen zu können. Aber die Corona-Lage macht dieses Ansinnen immer unwahrscheinlicher, weswegen sich der SFV auch mit Alternativmodellen beschäftigt hat.

Fußball-Verband Sachsen-Anhalt

Da den kompletten Januar weder Training noch Spiele erlaubt waren, hat der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) am 14. Januar entschieden, den Spielbetrieb bis Ende Februar auszusetzen.

Sächsischer Fußball-Verband

Spiele in Sachen finden frühestens ab März statt. Man hofft, die Spielzeit 20/21 zumindest mit einer einfachen Runde beenden und werten zu können.

Schleswig-Holsteinischer Fußball-Verband

Der SHFV hat Alternativmodelle erarbeitet. Konkreter wird der Verband nicht, spätestens wenn von Seiten der Politik grünes Licht für die Wiederaufnahme kommt, wird sich auch diese Frage konkretisieren.

Südbadischer Fußball-Verband

Am 4. Dezember fasste der SBFV den Beschluss, dass nur bei Staffeln mit 14 oder weniger Teams daran festgehalten wird, die Saison mit Hin- und Rückrunde durchzuziehen. Alle anderen Spielklassen sollen auf einen alternativen Spielmodus umgestellt werden. Bei dieser Variante werden die betreffenden Staffeln nach Abschluss der Vorrunde in der Hälfte geteilt. Die Mannschaften der jeweiligen Hälfte spielen im Modus "Jeder-gegen-Jeden" einfach gegeneinander. Punkte und Tore sollen aus der Vorrunde mitgenommen werden, was im Klartext Auf- und Abstiegsrunden bedeutet.

Südwestdeutscher Fußball-Verband

Der SWFV will seinen Vereinen vor dem Re-Start eine vierwöchige Vorbereitungsphase ermöglichen. Sollte der Startschuss Ende Februar erfolgen, sei die Durchführung der geplanten Saison bis zum 30. Juni möglich. Ein Update nach den neuesten Beschlüssen der Politik von Mitte Januar steht noch aus.

Thüringer Fußball-Verband

Noch ohne Anpassung. In den Kreisen allerdings gibt es teils schon konkretere Pläne.

Fußball- und Leichathletik-Verband Westfalen

Auch wenn jede Verlängerung des Verbots von Amateurfußball das Zeitfenster in Richtung Saisonende ein kleines Stückchen weiter schließt, spürt man in Westfalen keinen allzu großen Druck. Grund dafür ist ein Passus, der vor der Saison verankert wurde. Dieser ermöglicht es dem Verband die Saison 2020/21 zu werten, sobald mindestens 50 Prozent aller Begegnungen ausgetragen wurden. Und selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, würde es zu keinen Komplikationen wie in der Vorsaison kommen, denn dann würde die Runde schlicht und einfach annulliert werden.

Württembergischer Fußball-Verband

"Soweit möglich und zumutbar, sind vollständige Meisterschaftsrunden mit Hin- und Rückspielen zu absolvieren", hieß es zeitweise vom Verband. Doch nach vielen Videokonferenzen mit den Vertretern aus Bezirken und Vereinen ist nun klar, dass es wohl nur eine Hinrunde geben kann, und es danach mit Auf- und Abstiegsrunden weitergeht. Aufgrund feststehender Relegationstermine kann die Saison auch nicht über den 20. Juni hinaus verlängert werden.

stw/dw/jam