Basketball

Nach Clippers-Debakel: Rivers nimmt Schuld auf sich

Denver Nuggets fordern nun im Finale die L.A. Lakers

Nach Clippers-Debakel: Rivers nimmt Schuld auf sich

Doc Rivers und seine Clippers sind ausgeschieden.

Doc Rivers und seine Clippers sind ausgeschieden. Getty Images

Vor der Saison bekamen die Clippers mit Kawhi Leonard, der die Toronto Raptors letzte Spielzeit quasi im Alleingang zum Titel geführt hatte, und Paul George zwei neue Superstars. Zusammen mit dem schon bestehenden Kader um die beiden Top-Bankspieler Lou Williams und Montrezl Harrell wurde aus dem Team automatisch ein Aspirant auf den Titel. Für nicht wenige sogar der große Favorit auf eben jene Larry-O'Brien-Trophäe. Das Finale der Western Conference zwischen den Clippers und Stadtrivale Lakers war eigentlich schon vorprogrammiert.

Während die Mannschaft von Trainer Doc Rivers in der Saison immer mal wieder Probleme hatte und auch in den Play-offs zeigte, dass noch lange nicht alles glatt lief, war doch der einheitliche Tenor: Wenn es drauf ankommt, können die Clippers das Tempo erhöhen und die Spiele auf ihre Seite reißen. Wie eben zum Beispiel gegen Dallas in Spiel sechs, als am Ende ein deutliches 111:97 auf der Anzeigetafel stand.

Und auch gegen die Nuggets lief zunächst alles nach Plan, die Clippers führten mit 3:1 und dürften sich wohl schon damit beschäftigt haben, wie sie in den Finals im Westen das Lakers-Duo LeBron James und Anthony Davis stoppen wollen. Aber da hatte ein anderes Duo etwas gegen: Nikola Jokic und Jamal Murray, ihres Zeichens im Dienst der Nuggets. Die beiden gingen voran und rissen die Serie noch herum. Schon wieder, denn auch gegen Utah hatte Denver mit 1:3 zurückgelegen und noch 4:3 gewonnen. Zuvor war es im Übrigen noch nie einem NBA-Team gelungen, in einer Postseason zweimal nach einem 1:3 noch weiterzukommen.

Leonard und George brechen auch mit ein

Und so waren es eben am Ende Jokic (16 Punkte, 22 Rebounds und 13 Assits) und Murray (40 Punkte, fünf Assists), die im Rampenlicht standen, dunkel wurde es indes um Leonard (14 Punkte, 6/22 aus dem Feld) und George (zehn Punkte, 4/16 aus dem Feld); jenem Spieler, der sich zu OKC-Zeiten selbst als "Play-off P" bezeichnet hatte. Die Stars brachen wie die gesamte Mannschaft völlig ein, der Korb schien sich vor allem in Viertel vier zu einem millimeterkleinen Körbchen zu verwandeln. Erneut brachen die Clippers nach der Pause ein, erzielten in den zweiten 24 Minuten nur noch 33 Punkte.

Rivers stellt sich vor die Mannschaft

"Wir haben einfach keine Würfe mehr getroffen", merkte Leonard nüchtern an. Er und Geroge verwandelten im wichtigsten Spiel der Saison nur zehn ihrer 38 Würfe, null von elf im Schlussviertel - selbstredend zu wenig für ein Duo, das das Team zum Titel führen soll. "Ich bin der Coach, und ich nehme die ganze Schuld auf mich. Wir haben unsere Erwartungen nicht erfüllt", stellte sich Coach Rivers vor die Mannschaft. Der Trainer ist nun der einzige in der NBA-Geschichte, der in drei Play-off-Serien einen 3:1-Vorsprung hergegeben hat. Zuvor passierte ihm das 2015 mit L.A. und 2003 mit Orlando.

Haben die Nuggets nun eine Chance?

Im einen Teil von L.A. ist nun also Pause angesagt und Aufarbeitung gefragt. Die Lakers hingegen treffen in den West-Finals überraschend auf die Nuggets, die einmal mehr ihr großes Herz gezeigt haben. "Wir wollten einfach nicht akzeptieren, dass jemand besser als wir ist", sagte Center Jokic. Und genau mit der Einstellung ist sogar noch mehr drin. Allerdings haben die Nuggets nun sehr viele Körner gelassen und treffen auf die L.A. Lakers, die in den Play-offs bisher nur zwei Spiele abgaben. Denver ist also klarer Außenseiter. Aber das war gegen die Clippers auch so - und nach dem 1:3 erst recht.

mst

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