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Nach Bundesliga-Deal: Bald auch 3. Liga und Frauenfußball bei Sorare?

Fettnäpfchen im "Echtgeld-Modus"?

Nach Bundesliga-Deal: Bald auch 3. Liga und Frauenfußball bei Sorare?

NFT-Sammelkarten der 1. und 2. Bundesliga gibt es schon bei Sorare. Die 3. Liga und Frauenfußball sollen noch folgen.

NFT-Sammelkarten der 1. und 2. Bundesliga gibt es schon bei Sorare. Die 3. Liga und Frauenfußball sollen noch folgen. Sorare

Schon direkt nach der Bekanntgabe der Partnerschaft mit La Liga betonte Sorare, auch mit der Bundesliga eine Kooperation eingehen zu wollen. Rund sechs Wochen später melden die Tochtergesellschaft der Deutschen Fußball Liga (DFL), Bundesliga International, und das französische Unternehmen eine Übereinkunft.

Damit haben die Spieler der NFT-Sammelkartenplattform nun die Möglichkeit, lizenzierte Spielerkarten der sowohl 1. als auch 2. Bundesliga zu sammeln und zu tauschen. Die Kooperation beginnt ab sofort und dauert bis einschließlich der Saison 2022/2023.

"Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft. NFTs sind eine nicht zu unterschätzende digitale Zukunftstechnologie. Ich bin daher davon überzeugt, dass von dieser Zusammenarbeit zahlreiche Impulse ausgehen werden. Gleichzeitig profitiert Sorare von der Strahlkraft einer der beliebtesten Sportmarken", erklärte Robert Klein, CEO der DFL-Tochtergesellschaft Bundesliga International.

"Die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt und beheimatet einige der aufregendsten Spieler und Clubs. Wir sind sehr stolz darauf, gemeinsam in die Zukunft zu gehen", ergänzte Sorare-CEO Nicolas Julia.

Dritte Liga in Arbeit - Frauenfußball nächstes Jahr

Doch "nur" mit der 1. und 2. Bundesliga will sich Julia nicht zufrieden geben. Auch eine Kooperation mit der 3. Liga sowie Mannschaften aus dem Frauenfußball sind noch geplant, erklärte er gegenüber kicker eSport: "Wir befinden uns in Gesprächen, die 3. Liga, die wir vor allem wegen ihrer Vielzahl an Traditionsklubs, die eine große Fanbasis haben, schätzen, ins Spiel zu integrieren. Möglicherweise hilft uns hier die bereits bestehende Partnerschaft mit dem DFB. Frauenfußball werden wir nächstes Jahr ins Spiel einbeziehen."

Auf kurze Sicht ist der Fokus jedoch auf den Winter nächsten Jahres gerichtet. Dann steigt in Katar die Fußball Weltmeisterschaft, für die sich Sorare ebenfalls etwas überlegen will. Was, ließ Julia allerdings nicht durchblicken.

Doch mit Blick auf eine durch die Kooperation steigende Popularität in Deutschland, dürfte den Fans ein immer wiederkehrendes Thema ins Auge fallen: Der Einsatz von Echtgeld.

Vorteil durch Einsatz von Echtgeld?

Wer, ähnlich wie in FIFA, schnell ein Team mit Starspielern möchte, der kommt um eine Investition nicht herum. Allerdings haben es die Preise mancher Karten in sich. Eine einzigartige Cristiano Ronaldo-Karte kostet derzeit rund 245.000 Euro.

Daher stellt sich die Frage: Mehr Geld - mehr Vorteile? Zumindest, wenn die Spieler nicht den Free-to-play-Modus wählen, denn dort geht es nur gegen Gleichgesinnte. Wer Budget übrig hat und dieses investieren möchte, muss den anderen Modus wählen. Auch hier geht Sorare andere Wege als EA SPORTS, denn eine gekaufte Karte soll auch nach mehreren Saisons immer noch wertig und einsatzfähig sein. Bei FUT wird der Spielstand jedes Jahr bekanntlich auf null gesetzt.

Was zunächst gut klingt, wirft aber in einer Hinsicht Fragen auf. Denn nicht nur auf dem internen Transfermarkt können Karten gehandelt werden, sondern laut CEO Julia zukünftig auch auf Binance, einer Handelsplattform für Kryptowährungen. Zwar verspricht sich Sorare durch die Blockchain-Technologie eine Transparenz, da nachvollziehbar ist, wer die Karte verkauft, doch es ist unklar, wie sich ihr Wert definiert.

Derzeit verdient Sorare lediglich an Karten, die zum ersten Mal verkauft werden. Wie viel Prozent das sind, wollte das Unternehmen nicht preisgeben. Wie Sorare mit so einem "grauen Markt" auf Binance umgehen will, ist ebenfalls noch offen. Zwar schützt die Blockchain-Technologie vielleicht vor utopischen Preisen, da der Verkäufer bekannt ist, allerdings bestimmen die Händler selbst den Verkaufswert, völlig ohne Regulation und Kontrolle durch Sorare. Bei Preisen um 245.000 Euro wird das Unternehmen dafür noch Lösungen vorlegen müssen.

Sven Grunwald

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