Bundesliga

Nach Ahamadas Ampelkarte: Was beim Torjubel alles verboten ist

VfB-Profi weckt Erinnerungen an Huszti

Nach Ahamadas Ampelkarte: Was beim Torjubel alles verboten ist

Gleich gibt es Gelb-Rot: Naouirou Ahamada (li.) kam in Sinsheim den VfB-Fans zu nahe.

Gleich gibt es Gelb-Rot: Naouirou Ahamada (li.) kam in Sinsheim den VfB-Fans zu nahe. IMAGO/Pressefoto Baumann

Führungstor, Torvorlage und dann in der Nachspielzeit noch ein Fallrückzieher zum 3:2-Sieg: Dass Szabolcs Huszti am 15. September 2012 nicht mehr wusste, wohin mit seinen Gefühlen, war nun wirklich kein Wunder. Doch als der Mittelfeldspieler von Hannover 96 mit dem Jubeln fertig war, empfing ihn Schiedsrichter Deniz Aytekin mit zwei Karten: Gelb fürs Trikotausziehen, Gelb-Rot fürs Feiern mit den Fans am Zaun.

Nicht ganz so verrückt, aber ebenfalls denkwürdig verlief Naouirou Ahamadas Arbeitstag am Dienstagabend in Sinsheim. Nachdem er auch das zweite Tor für den VfB Stuttgart vorbereitet hatte, ließ sich der sonst bei weitem nicht fehlerfreie Mittelfeldspieler zum Jubeln am Gästeblock hinreißen, obwohl er bereits Gelb gesehen hatte. Auch er flog per Ampelkarte vom Platz und musste sich auf dem Weg von seinem Teamkollegen Konstantinos Mavropanos noch gestenreich fragen lassen, was ihn bitte da geritten hatte.

Denkwürdige Platzverweise

Während Hannover vor zehneinhalb Jahren gegen Bremen gewann, kostete Ahamadas "Unaufmerksamkeit", wie es Sportdirektor Fabian Wohlgemuth bemerkenswert gnädig nannte, mutmaßlich zwei Punkte. Hoffenheim glich den 1:2-Rückstand in Überzahl noch aus. Doch anders als Hannover damals, das eine Doppel-Bestrafung witterte (und mit dieser Argumentation scheiterte), wird sich der VfB einen Einspruch sparen - zu eindeutig sind die Regeln, die Schiedsrichter Florian Badstübner keine Wahl ließen.

"Spieler dürfen nach einem Tor jubeln, solange sie es nicht übertreiben"

"Spieler dürfen nach einem Tor jubeln, solange sie es nicht übertreiben", heißt es in Regel 12 einleitend unter dem Punkt "Torjubel". "Choreografierte Jubelszenen werden aber nicht gefördert und dürfen zu keiner übermäßigen Zeitverzögerung führen. Das Verlassen des Spielfelds beim Torjubel an sich ist noch kein verwarnungswürdiges Vergehen. Die Spieler sind aber gehalten, so rasch wie möglich zurückzukehren."

Vier Verhaltensweisen ziehen eine Verwarnung nach sich, selbst wenn das zugehörige Tor nachträglich noch aberkannt wird. Gelb gibt es, wenn der Spieler "an einem Zaun hochklettert und/oder sich den Zuschauern auf eine Weise nähert, die zu einem Sicherheitsproblem führt; mit provozierenden, höhnischen oder aufhetzenden Handlungen jubelt; den Kopf oder das Gesicht mit einer Maske oder Ähnlichem bedeckt; das Trikot auszieht oder über den Kopf zieht".

Auch wenn es nachvollziehbar sein mag, wenn es einen 20-Jährigen in einem emotionalen Spiel zu den Fans zieht: Für Badstübner gab es keinen Ermessensspielraum. Am Freitag in Leipzig wird Ahamada ebenso gesperrt fehlen wie Huszti 2012 in Sinsheim, wo 96 1:3 unterlag. "Es tut mir weh und leid", hatte der damals 34-jährige Aytekin gesagt. "Aber ich musste das als Exekutive durchziehen."

jpe

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