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Nach Liverpools 7:0: Jürgen Klopp "widerlegt" deutsche Fußballweisheit

Liverpool-Trainer spielt Mané-Aufreger herunter

Nach 7:0-Rekordsieg: Klopp "widerlegt" deutsche Fußballweisheit

"Mit dem Ball waren wir herausragend": Jürgen Klopp hatte am Samstag viel Grund zum Jubeln.

"Mit dem Ball waren wir herausragend": Jürgen Klopp hatte am Samstag viel Grund zum Jubeln. imago images

Sogar der BBC-Reporter wünschte Jürgen Klopp "viel Glück" beim Versuch, in der Analyse dieses Spiels Dinge zu finden, die Liverpool in Zukunft besser machen könnte. Die gäbe es immer, antwortete Klopp lachend, "aber was den Torabschluss angeht, werde ich es nicht mal versuchen".

Mit 7:0 schoss Liverpool am Samstagmittag Crystal Palace in London ab, feierte den höchsten Auswärtssieg seiner Erstligageschichte - und das mit sieben unterschiedlichen Assistgebern. "Mit dem Ball waren wir herausragend", bilanzierte Klopp. "Wir waren ruhig, aber auch quirlig. Wir haben schon in der ersten Hälfte wundervolle Tore geschossen."

Mané sauer, und auch Salah organisiert keine Party

Nicht einmal Sadio Manés sichtlicher Ärger über die Auswechslung in der 57. Minute hatte das Potenzial, Klopps Laune in irgendeiner Form zu trüben. "Wir haben nach dem Spiel gesprochen, und es war alles in Ordnung." Niemand könne so Fußball spielen, "wenn du einfach ein Soldat bist, der alles macht, was der Chef sagt. Sie machen zwar, was ich sage, aber manchmal reagieren sie auch menschlich."

Der für Mané eingewechselte Mohamed Salah münzte seinen Frust über den Bankplatz in eine Vorlage und zwei Tore um. "Es ist nicht so, dass Mo eine Party organisiert hat, als ich ihm gesagt habe, dass er nicht von Beginn an spielen wird", sagte Klopp. "Aber die Jungs akzeptieren das, es ist kein Problem." Und er sei froh gewesen, den Wechsel angesichts der klaren Führung schon so früh habe vornehmen können.

"Aus dem Häuschen sein" - das ergebe gerade keinen Sinn

Also war der FIFA-Welttrainer "absolut glücklich", wenn auch nicht "aus dem Häuschen" - das ergebe gerade "keinen Sinn: Die Probleme und Herausforderungen werden nicht kleiner." Obwohl Liverpool jetzt "gefühlt nach Jahren mal nicht direkt wieder am Dienstag" spiele, bleibt nicht viel Zeit: "Wir machen morgen frei, dann bereiten wir uns auf West Brom vor." Am 27. Dezember empfangen die Reds den Vorletzten als "Weihnachtsmeister".

Nach den vielen Strapazen der letzten Wochen profitierte seine Elf diesmal womöglich sogar von dem, was Klopp wochenlang vehement kritisiert hatte: "Crystal Palace hat ein wenig gespürt, wie schwer es ist, am Mittwochabend und dann wieder am Samstag um 12.30 Uhr zu spielen." Liverpool war das gewissermaßen schon gewohnt.

Liverpool gleicht das "witzige" 2:7 mehr als aus

Palace, das keineswegs eine enttäuschende Saison spielt, kassierte erstmals überhaupt in einem Heimspiel sieben Gegentore. "In Deutschland sagen wir: Es ist besser, sieben Mal 1:0 zu gewinnen als einmal 7:0", erklärte Klopp den BBC-Zuschauern eine alte Fußballweisheit. "Aber ich kann sagen: Einmal 7:0 zu gewinnen, ist auch schön."

Zumal das "witzige Ergebnis" (Klopp) bei Aston Villa jetzt mehr als ausgeglichen ist. Jenes 2:7 vom 4. Oktober wirkte am Samstag weitaus älter als 76 Tage.

jpe

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