DFB-Pokal

Müller: "Sorry, falls das zu überheblich rüberkam"

Bayerns Torschütze veröffentlicht Video-Statement

Müller: "Sorry, falls das zu überheblich rüberkam"

Geriet bei seiner Auswechslung mit Bremens Niklas Moisander aneinander: Thomas Müller.

Geriet bei seiner Auswechslung mit Bremens Niklas Moisander aneinander: Thomas Müller. Getty Images

Der folgenreiche Elfmeter für den FC Bayern beim Pokal-Halbfinale in Bremen bleibt weiter ein Thema. Der DFB hat in Person von Dr. Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent, bereits am Donnerstag zugegeben, dass die Entscheidung, beim leichten Stoß von Bremens Theodor Gebre-Selassie gegen Bayerns Kingsley Coman in der 78. Minute auf Elfmeter zu entscheiden, "nicht korrekt" war. Schiedsrichter Daniel Siebert hätte sich die Szene in der Review-Area anschauen müssen.

Für Diskussionen sorgte jedoch auch die Aussage von FCB-Kapitän Thomas Müller, der direkt nach dem 3:2-Sieg gemeint hatte, dass "Gebre Selassie einen Tick zu viel gemacht" habe, "aus meiner Sicht". Deshalb war er zu dem Schluss gekommen: "Kingsley ist keiner, der sich fallen lässt. Es war für mich ein Elfmeter."

Schiedsrichtersteckbrief
Siebert

Siebert Daniel

Spielersteckbrief T. Müller
T. Müller

Müller Thomas

Spielersteckbrief Gebre Selassie
Gebre Selassie

Gebre Selassie Theodor

Spielersteckbrief Coman
Coman

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Müllers Aussage nach dem Düsseldorf-Spiel "wie ein Boomerang"

Anderthalb Wochen vorher hatte Müller beim 4:1-Sieg der Bayern in Düsseldorf noch über den Fortuna-Strafstoß zum zwischenzeitlichen 1:3 gesagt: "Das würde ich sogar vorne als Stürmer nicht als Elfmeter haben wollen. Durch Video sieht man mehr Handspiele, aber man muss nicht mehr pfeifen. Ich weiß nicht, ob die Regel so sein soll. Wenn ich ihn bei uns bekomme, schiebe ich ihn absichtlich daneben." Das vorausgegangene Handspiel von Mats Hummels war allerdings regelwidrig, die Entscheidung deshalb korrekt gewesen.

Mit einem weiteren Tag Abstand zum Pokalspiel veröffentlichte der ehemalige Nationalspieler am Freitagmorgen bei Twitter ein anderthalbminütiges Video, auf dem nichts zu sehen, Müller aber zu hören ist. "Es wird ja hitzig diskutiert über diese Elfmetersituation. Aus dem Spiel heraus sah es für mich ganz klar wie ein Elfmeter aus, wie ein klarer Schubser von hinten. Ich denke, der Schubser ist auch da, es ist auch ein Foulspiel. Allerdings kein Foulspiel, das in dieser Situation für einen Elfmeter ausreicht."

"Direkt nach dem Spiel waren natürlich auch viele Emotionen da"

Müller rudert also zurück: "Direkt nach dem Spiel waren natürlich auch viele Emotionen da. Durch diese Konstellation ist auch meine etwas flapsige Aussage nach dem Düsseldorf-Spiel so ein bisschen als Boomerang zurückgekommen. Bevor ich allerdings anfange, Listen zu schreiben, was ich bei einem Interview alles nicht sage, sage ich lieber, wenn es dann - wie vielleicht in diesem Fall - etwas in diese Hose geht: Sorry, falls das ein bisschen zu überheblich rüberkam. Ich wollte da keinen Moralapostel spielen."

Auch für die Szene, in der er sich bei seiner Auswechslung in der 89. Minute viel Zeit gelassen und Bremens Niklas Moisaner gegen sich aufgebracht hatte, entschuldigte Müller sich: "Ich werde immer meine Farben Rot und Weiß auf dem Spielfeld vertreten, und dass es gerade nach so einer Elfmeterentscheidung, bei dieser fulminanten Stimmung, dann eben auch zu ein zwei kleinen Nickligkeiten kommt, das ist glaube ich ganz normal. Da war auch nichts Böses dabei, und in diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Tag und ein schönes Fußball-Wochenende."

mkr

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