Europa League

Müller bekommt Fan-Frust zu spüren

Schalke: Sprechchöre "tun weh" - Bordon fraglich

Müller bekommt Fan-Frust zu spüren

Frust mit wedelnden Geldscheinen: Schalke-Fans zeigten deutlich, was sie von der Vorstellung ihres Teams hielten.

Frust mit wedelnden Geldscheinen: Schalke-Fans zeigten deutlich, was sie von der Vorstellung ihres Teams hielten. getty

"Es geht nicht um Meier, Müller oder Schulze, sondern um Schalke", sagte der 45-Jährige: "Ich mache nur meinen Job - so gut es geht." Ob die heftigen Fan-Proteste für ihn Konsequenzen haben könnten, konnte oder wollte Müller nicht beantworten. Der Manager besitzt auf Schalke einen Vertrag bis 2011.

Nach der zweiten Heimniederlage in dieser Saison und nur einem Sieg in den letzten fünft Pflichtspielen hinkt Schalke den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher. Die schwache Vorstellung gegen die Engländer geriet für die zweitteuerste Mannschaft der Bundesliga, von Müller seit seinem Amtsantritt als Nachfolger von Rudi Assauer im Mai 2006 mit Einkäufen für 32,5 Millionen Euro und vielen hochdotierten Verträgen zusammengestellt, zum Offenbarungseid. Ohne Ideen und ohne Gegenwehr fügte sich das Team nach dem Rückstand durch Mwaruwari (32.) in die Niederlage.

Trainer Fred Rutten konnte einem fast leid tun, als er nach der bitteren Pleite vergeblich nach Worten für die schwache Vorstellung seines Teams suchte: "Es hat der richtige Glaube gefehlt. Eine Erklärung ist nicht so einfach."

Stürmer Kevin Kuranyi, mit dem Müller eigentlich den bis 2010 laufenden Vertrag möglichst bald schon verlängern will, kam zu keiner einzigen Torchance und verlor immer wieder Bälle. Ein hartes Durchgreifen gegen die Schalker Stars, wie von vielen gewünscht, wird es aber wohl so schnell nicht geben. "Wir werden sicher nicht mit dem Prügel draufhauen", kündigte der Manager an, "sondern ruhig und sachlich analysieren." Allerdings machte er auch klar: "Es muss auch kritisch und nicht nur ruhig sein, sonst schlafen wir ein."

Geldstrafe wegen Ausschreitungen - Bordon fraglich

Auch im Verlaufe des Freitags rissen die schlechten Nachrichten für S04 nicht ab. Das DFB-Sportgericht verdonnerte die Königsblauen wegen unsportlichen Verhaltens zu einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro. Hintergrund sind Vorkommnisse beim Gastspiel in Cottbus am 1. November, aus dem Schalker Fanblock flogen mehrere Gegenstände wie leere Bierbecher auf den Platz. Zudem wurde bekannt, dass Kapitän Marcelo Bordon fraglich ist. Der Brasilianer leidet an einer Adduktorenzerrung, die er gegen Manchester erlitt. Er musste in der 74. Minute für Höwedes ausgewechselt werden, der auch heißester Kandidat auf die Startelf ist, sollte Bordon ausfallen.