Bundesliga

Montagsspiele: Grindel gegen Ersatztermine am Sonntagnachmittag

DFB-Präsident fordert Rücksicht auf Amateure ein

Montagsspiele: Grindel gegen Ersatztermine am Sonntagnachmittag

"Der Bundesligafußball muss Rücksicht nehmen": DFB-Präsident Reinhard Grindel.

"Der Bundesligafußball muss Rücksicht nehmen": DFB-Präsident Reinhard Grindel. imago

Man werde als DFB mit aller Kraft dafür argumentieren, "dass die Spiele nicht in Konkurrenz zum Amateurfußball und damit nicht am Sonntagnachmittag gespielt werden", so der 57-Jährige: "Ich gucke nicht nur auf die neun Spiele der Bundesliga, sondern auf die 80.000 Spiele am Wochenende im Bereich der Amateure." Daran müsse sich auch der "große Fußball" ausrichten, erklärte Grindel: "Hier gibt es Engagement und Emotionen, auf die der Bundesligafußball Rücksicht nehmen muss."

In der vergangenen Woche hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) bestätigt, dass im neuen TV-Vertrag ab der Saison 2021/22 keine Montagsspiele in der Bundesliga mehr vorgesehen sind . Diese waren zur vergangenen Spielzeit mit der Argumentation eingeführt worden, den Europa-League-Teilnehmern nach Donnerstagsspielen ausreichende Regenerationszeit einräumen zu wollen, und hatten starke Proteste aus Fankreisen hervorgerufen. Fünf Montagabendspiele pro Spielzeit waren festgeschrieben worden, ab 2021 sollen diese fünf Erstliga-Partien gemäß den DFL-Planungen an Sonntagen stattfinden - zusätzlich zu bisher planmäßig 41 Sonntagsspielen pro Saison.

- Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München Bayern München
37
2
1. FC Union Berlin 1. FC Union Berlin
36
3
RB Leipzig RB Leipzig
35

Dagegen regt sich nun allerdings ebenfalls Widerstand. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hatte in einer Mitteilung am Montag den Verzicht auf Montagsspiele in der Bundesliga begrüßt, sich aber "entschieden" gegen zusätzliche Erstliga-Spiele am Sonntag ausgesprochen. "Der Sonntagnachmittag ist der Tag des Amateurfußballs. Tausende von Spielerinnen und Spielern sind auf diesen Tag angewiesen. Die Amateurvereine als Basis für den Profifußball leben von den Spielen am Sonntag. Sie können auf ihre Spieler und ihre Zuschauer - die sich potenziell auch gerne Bundesligaspiele anschauen - nicht verzichten", erklärte HFV-Präsident Stefan Reuß. Der HFV wolle "den Sonntagnachmittag schützen und diesen Termin dem Amateurfußball vorbehalten".

bru/sid