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Monster-Comeback! Vikings gewinnen Football-Fest in Buffalo - Duell der St. Browns

NFL, Week 10: Fields verliert trotz Fabelleistung - Titans schlagen Broncos

Monster-Comeback! Vikings gewinnen Football-Fest in Buffalo - Duell der St. Browns

Ließ sich mit seinem Team nicht von den Bills ärgern: Vikings-Quarterback Kirk Cousins.

Ließ sich mit seinem Team nicht von den Bills ärgern: Vikings-Quarterback Kirk Cousins. IMAGO/ZUMA Wire

Fehler en masse gehörten beim heiß erwarteten Kracher zwischen den Bills und Vikings an diesem Spieltag einfach dazu, um vor allem für den neutralen Football-Fan einen großartigen Thriller darzubieten. Sowohl Buffalos Star-Quarterback Josh Allen, der nach einer vergangene Woche erlittenen Ellbogenverletzung am Ende doch aufgelaufen war, als auch sein Gegenüber Kirk Cousins erlaubten sich jeweils zwei Interceptions. Allen verlor zudem einen Fumble, genauso wie sein Running Back Devin Singletary.

Doch diese Fehler waren nur die eine Seite der Medaille, genauso versprühten beide stark gestarteten und gerade in der Offense mächtig mit Qualität vollgepackten Teams auch reichlich Glanz. Beide Spielmacher warfen etwa je einen Touchdown-Pass, erreichten jeweils über 300 Passing Yards, Minnesotas Läufer Dalvin Cook spulte 119 Yards plus Score ab - und die beiden Top-Receiver der Mannschaften ließen die Augen aller Beobachter einfach nur staunen. Bills-Star Stefon Diggs erreichte beim Duell mit seinem Ex-Team 128 Yards, sein Gegenüber Justin Jefferson (im Draft 2020 dank des für Diggs erhaltenen First Round Picks nach Minneapolis geholt worden) trumpfte gar mit 193 (!) Yards inklusive eines Touchdowns auf.

Jeffersons Werte reichten aber nicht für einen klaren Sieg - im Gegenteil: Die Vikes waren zwischenzeitlich gar mit 10:27 im Rückstand gewesen. Cooks TD-Lauf über volle 81 Yards läutete allerdings die auch vollkommen verrückte Wende ein: Denn ausgerechnet Bills-Quarterback Josh Allen, der den Sieg für seine Farben quasi kurz vor Schluss in der Hand hatte, bekam einen Snap an der eigenen Endzone nicht zu fassen. Minnesotas Linebacker Erik Hendricks bedankte sich, schnappte sich den Ball (Fumble) und tütete 41 Sekunden vor Ende des vierten Quarters das gefeierte 30:27 ein.

Doch damit immer noch nicht genug: Allen schaffte es vor 70.844 Zuschauern im Highmark Stadium binnen kürzester Zeit (fünf Plays in 39 Sekunden für 69 Yards), ein Field Goal für Kicker Tyler Bass aus nur 29 Yards vorzubereiten - 30:30, Overtime! Hier waren dann wieder die Vikings am Zug, Kicker Greg Joseph traf aus 33 Yards zur entscheidenden 33:30-Führung. Entscheidend deswegen, weil die Bills ihr finales Comeback nicht mehr schafften - und zwar auf bittere Weise. Spielmacher Allen warf eine Interception, Cornerback Patrick Peterson fing das Ei und tütete damit den bereits siebten Sieg in Folge der Vikings (8:1) ein. Buffalo (6:3) verlor so Platz 1 in der AFC East.

Tua "einfach nur phänomenal"

Neuer Spitzenreiter in der AFC East sind nun die bei 7:3 stehenden Dolphins nach ihrem klaren 39:13 bei den Cleveland Browns (3:6). Hier im heimischen Hard Rock Stadium durfte sich Miamis gefeierter Quarterback Tua Tagovailoa von vielen der 66.563 Zuschauern lautstarke "MVP"-Rufe anhören. Das entlockte dem gebürtigen Hawaiianer auch ein breites Grinsen.

Und warum auch nicht? Der oft einfach nur Tua genannte Spielmacher machte keine Fehler, verbuchte 285 Yards und drei Touchdowns. Der aus San Francisco gekommene Running Back Jeff Wilson unterstützte zudem fleißig mit 119 Yards und einem Score. Doch der größte Name blieb bei diesem Sieg der Fins Tagovailoa, was auch sein Head Coach Mike McDaniel nochmals unterstrich: "Tuas Football ist wirklich die ganz, ganz große Football-Kunst. Ihm zuzuschauen, ist einfach nur phänomenal!"

Das Brüderduell der St. Browns geht an Amon-Ra

Innerhalb der NFC North gab es in dieser Week 10 das Duell zwischen Chicago Bears (3:7) und Detroit Lions (3:6) zu bestaunen - und damit zugleich das Duell der beiden deutsche-amerikanischen Brüder Equanimeous und Amon-Ra St. Brown.

Amon-Ra (li.) und Equanimeous "EQ" St. Brown

Der Sieger strahlt, der Verlierer nicht: Die beiden Brüder St. Browns (links Amon-Ra, rechts Equanimeous) tauschten nach dem Wiedersehen Trikots. IMAGO/USA TODAY Network

"EQ", mit 26 Jahren der älteste von insgesamt drei Brüdern einer deutschen Mutter und eines amerikanischen Vaters, hatte in der Bears-Offensive viele Helfer-Aufgaben und trug den Ball nur zweimal für insgesamt neun Yards. Der drei Jahre jüngere Amon-Ra war da mit zehn gefangenen Pässen für insgesamt 119 Yards die mit Abstand wichtigste Anspielstation für Lions-Quarterback Jared Goff - und durfte am Ende auch jubeln über einen denkbar knappen 31:30-Erfolg.

Denn in der "Windy City" Chicago holten die Gäste aus "Motor City" ein zwischenzeitliches 10:24 auf und widerstanden dabei einer erneut überragenden Laufleistung von Bears-Quarterback Justin Fields. Der 23-jährige Hoffnungsträger, der seit einigen Wochen immer mehr heiß läuft und die eigenen Fans auf Großes in der Zukunft hoffen lässt, warf für 167 Yards, rannte selbst für 147 und hatte drei Total TDs (eine Interception). Doch 21 erreichte Punkte der Löwen im vierten Viertel war auch für Fields zu viel. Dadurch fuhr Detroit nach zuvor fünf Pleiten am Stück den zweiten Sieg in Serie ein.

Tannehill, Mahomes, Brady: Was war sonst noch los?

Die Tennessee Titans (6:3) haben sich mit 17:10 gegen die Denver Broncos (3:6) durchgesetzt. Und hier bei diesem Triumph über das Team von Russell Wilson (286 Yards, ein TD, eine Int.) war mal nicht Laufmaschine Derrick Henry der Schlüssel. Der Running Back aus Nashville erreichte dieses Mal nur magere 53 Yards mit 19 Carries. Dafür überzeugte allerdings der nach Knöchelverletzung und einer Pause von zwei Spielen zurückgekehrte Titans-Quarterback Ryan Tannehill mit 255 Yards und zwei Touchdown-Pässen. "Alles fühlt sich mit einem Sieg einfach ein bisschen besser an", gab Tannehill nach seinem erfolgreichen Comeback zu Protokoll.

Die Kansas City Chiefs (7:2) um Star-Quarterback Patrick Mahomes, der mal wieder gleich vier Touchdown-Pässe mit Zuspielen zu vier unterschiedlichen Spielern auf sein Konto packte, festigten durch ein 27:17 gegen die Jacksonville Jaguars (3:7) Platz 1 in der AFC West.

Am frühen Sonntag war natürlich noch das erste offizielle NFL-Spiel in Deutschland über die Bühne gegangen, als die Tampa Bay Buccaneers um den siebenmaligen Super-Bowl-Sieger Tom Brady die Seattle Seahawks in der Allianz-Arena mit 21:16 bezwungen hatten. Im Anschluss verkündete der 45-jährige Star-Quarterback, wie sehr dieses besondere Spiel im gefallen habe: "Das war eine der großartigsten Football-Erfahrungen, die ich jemals hatte. Und das heißt viel nach 23 Jahren in der Liga."

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