Bundesliga

Werder Bremen - Moisander und Toprak: Kohfeldt baut voll auf Routine

Friedl drängt sich auf, muss aber warten

Moisander und Toprak: Kohfeldt baut voll auf Routine

Ömer Toprak und Niklas Moisander (re.)

Scheinen in der Abwehrzentrale des SV Werder gesetzt: Ömer Toprak und Niklas Moisander (re.). imago images

Mit Blick auf den Ligastart gegen Hertha am Samstag ist diese individuelle Belastungssteuerung für beide Innenverteidiger aber eher ein positives Signal. Moisander und Toprak müssen sich bei Coach Florian Kohfeldt nicht mehr aufdrängen. Vielmehr scheinen sie, wie schon in der ersten Pokalrunde bei CZ Jena (2:0), als Gespann im Abwehrzentrum gesetzt.

In der vergangenen Saison hatte Kohfeldt diese Konstellation ausdrücklich und öffentlich als klare Wunschlösung benannt. Damals kamen aber in unschöner Regelmäßigkeit bei mindestens einer der beiden Führungskräfte Verletzungen dazwischen. Dass das Duo Toprak/Moisander zu Beginn der neuen Spielzeit die Nase vorn hat, mutet nach den Beobachtungen im Verlauf der Vorbereitung derweil etwas überraschend an. Schließlich hatten beide erneut mit körperlichen Problemen zu kämpfen und mussten für einen gewissen Zeitraum pausieren. Derweil bildete Marco Friedl durchgehend vom ersten Trainingstag an die einzige feste Größe in der Innenverteidigung. Der 22-Jährige verpasste lediglich die Endphase wegen seiner Länderspieleinsätze für Österreichs U 21.

Spielersteckbrief Moisander
Moisander

Moisander Niklas

Spielersteckbrief Toprak
Toprak

Toprak Ömer

Spielersteckbrief Friedl
Friedl

Friedl Marco

"Marco hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt"

Dass Friedl zum Auftakt im Team stehen würde, schien somit eine überaus logische Schlussfolgerung. Kohfeldt entschied in Jena dennoch anders. "Marco war zwölf Tage weg bei der Nationalmannschaft", begründete der Fußballlehrer, "die anderen haben in dieser Zeit immer zusammen trainiert, zusammen gespielt. Das war für mich der Faktor, dass Ömer und Niklas anfangen." Eine Grundsatzentscheidung, betont Kohfeldt freilich auch, sei damit noch nicht gefallen: "Es kann gegen Hertha anders sein. Marco hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt. Er drängt, er drängt richtig."

Allerdings liegt auf der Hand: Kohfeldts sportliches Vertrauen in den 34-jährigen Kapitän Moisander und den 31-jährigen Toprak als Nebenmann ist enorm. Solange beide keinen Anlass für eine Veränderung liefern, wird es für die Konkurrenten Friedl und Milos Veljkovic enorm schwer, sich intern vorbeizuschieben. Zumal Kohfeldt gerade in der Abwehrreihe naturgemäß wenig rotieren will. Auch wenn er die Notwendigkeit einkalkuliert: "Man wünscht sich als Trainer, dass zwei Spieler irgendwann so stabil sind, dass man gar nicht mehr darüber redet. Aber spätestens in den Englischen Wochen nach Weihnachten werden wir nicht mehr mit derselben Besetzung komplett durchspielen können. Wir werden jeden brauchen."

Thiemo Müller

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