2. Bundesliga

Möller Daehlis erste Millerntor-Rückkehr wackelt

Nürnbergs Regisseur laboriert an einem Schlag aus dem Spiel gegen Sandhausen

Möller Daehlis erste Millerntor-Rückkehr wackelt

Einsatz fraglich: Mats Möller Daehli.

Einsatz fraglich: Mats Möller Daehli. IMAGO/HMB-Media

Dass die Aufstiegschance nach der bitteren 2:4-Heimniederlage gegen Sandhausen nur noch bei "drei bis fünf Prozent" liegt, wie Trainer Robert Klauß festhält, hat den Franken nicht den Stecker gezogen. "Am Wochenbeginn war die Enttäuschung überall im Verein noch spürbar, doch die ist längst der Freude auf das Flutlichtspiel bei St. Pauli gewichen", berichtet der Trainer.

Für diese Partie vor stimmungsvoller Kulisse ist ausgerechnet der Nürnberger Stammspieler fraglich, für den dieses Duell eine ganz spezielle Note besitzt: Für Mats Möller Daehli wäre es die erste Rückkehr in sein ehemaliges Wohnzimmer. Der offensive Mittelfeldspieler, Marke klassischer Spielmacher und Ballschlepper, rannte und dribbelte sich dort von Januar 2017 an drei Jahre in die Herzen der St. Pauli-Fans, ehe er sich in der Winterpause 2020 dem belgischen Erstligaklub KRC Genk anschloss.

Sein Glück fand der norwegische Nationalspieler dort jedoch nicht, sodass er nur ein Jahr später wieder in der 2. Liga landete - beim 1. FCN, der es sich im Sommer rund 1,5 Millionen kosten ließ, um den gebürtigen Osloer für drei Jahre fest an sich zu binden.

Bislang ohne Wiedersehensfreude

In den bald eineinhalb Jahren in Nürnberg ist der 27-Jährige bisher zweimal auf seinen Ex-Klub getroffen, dies stets im Max-Morlock-Stadion. Und große Wiedersehensfreude stellte sich bei ihm nicht ein, denn zweimal siegten die Hamburger (2:1 und 3:2). Die Chance, diese persönliche Bilanz nun aufzubessern, ist allerdings in Gefahr: Möller Daehli laboriert an den Folgen eines Schlages, den er gegen Sandhausen abbekommen hatte.

Bislang war an normales Training nicht zu denken, ob die intensive Arbeit der medizinischen Abteilung von Erfolg gekrönt ist, wird sich am Donnerstag zeigen. Sollte er da nicht nahezu beschwerdefrei das Mannschaftstraining bestreiten können, wird es nichts mit seinem Einsatz am Freitag.

Dass dies den Club schwächen würde, steht außer Frage. "Mats ist ein sehr wichtiger Spieler für uns", so Klauß über den wendigen, quirligen und laufstarken Offensivakteur, der bei sehr, sehr vielen Angriffen des FCN seine Füße im Spiel hat. Der FCN-Trainer schätzt an seinem Offensivmotor aber zudem eine weitere Eigenschaft: "Er ist auch für unser Spiel gegen den Ball sehr wichtig, weil er oft den Impuls auslöst, dass wir ins Pressing gehen."

Nürnberg hat Alternativen

Unterm Strich ergibt dies aber laut dem FCN-Coach dennoch nicht, dass der FCN "komplett von ihm abhängig ist". Wie wahr. Mit Lukas Schleimer, Tylan Duman wie auch den zuletzt zweimal nicht in der Startelf stehenden Fabian Nürnberger hat der FCN Spielertypen, die das Fehlen des Norwegers kompensieren können. "Eins-zu-eins" wird dies laut dem Trainer aufgrund der individuellen Klasse Möller Daehlis nicht möglich sein, im Kollektiv indes ein Stück weit schon.

Fraglich ist ansonsten nur noch Linksverteidiger Konstantin Rausch, doch der ist ohnehin kein Kandidat für die Startelf. Unterdessen kann der Langzeitverletzte Felix Lohkemper wieder Teile des Mannschaftstrainings absolvieren, ohne aber, dass es das Ziel des 27-Jährigen ist und auch sein kann, in dieser Saison noch mal im Spieltagskader zu stehen. Für den Stürmer geht es "nur" darum, in der Vorbereitung für die neue Saison wieder voll belastungsfähig zu sein.

Chris Biechele

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