2. Bundesliga

TSV 1860 Münchens Stürmer Sascha Mölders rechnet ab: "Wir haben es verkackt"

1860 München: Stürmer verabschiedet sich mit kritischen Tönen

Mölders rechnet ab: "Wir haben es verkackt"

Alleine unter 62.200? 1860-Stürmer Sascha Mölders verabschiedet sich mit einer Abrechnung.

Alleine unter 62.200? 1860-Stürmer Sascha Mölders verabschiedet sich mit einer Abrechnung. Getty Images

"Ich kann es nicht in Worte fassen (...). Wir haben es verkackt. Und zwar nicht nur jetzt in den beiden Spielen, sondern über das ganze Jahr verteilt", schrieb Mölders auf Facebook. "Die ganze Zeit haben wir zu hören bekommen, wir spielen so guten Fußball und sonst noch was. So ein Scheiß. Was spielt man bitte in der 2. Liga für schönen Fußball? Ja, ich bin kein guter Fußballer, aber rennen und kämpfen kann man immer!!!"

Mölders selbst wurde zur Halbzeit eingewechselt, konnte dem Spiel der Löwen aber auch keine entscheidenden Impulse mehr geben. Der Stürmer verbuchte immerhin noch eine der besten Chancen der Münchner (90.). Emotional war der 32-Jährige dennoch voll dabei. Während der 14-minütigen Spielunterbrechung fiel Mölders immer wieder mit lautstarken Äußerungen auf und malträtierte gefrustet die ein oder andere Werbebande.

Ich bin mir nicht sicher, ob jeder das letzte Hemd gegeben hat.

1860 Münchens Stürmer Sascha Mölders

Den Unmut der Löwen-Fans konnte Mölders sogar verstehen: "Ich bin auch Fußballfan und stand früher auch in der Kurve und habe die Spieler beschimpft, wenn sie so eine Scheiße gespielt haben wie wir zur Zeit. Die opfern ihre Zeit und ihr Geld und geben das letzte Hemd für den Verein. Und ich bin mir nicht sicher, ob jeder das letzte Hemd zurück gegeben hat", äußerte der Angreifer sogar Kritik an Mitspielern. Unter anderem auch an Innenverteidiger Abdoulaye Ba, der vor der Partie über Facebook noch vom Bundesliga-Aufstieg in der kommenden Saison geträumt hatte. "Jemand anders schreibt, dass er nächstes Jahr um den Aufstieg in die 1. Liga spielt, dann wird das von Vereinsseite noch geteilt????", zeigte sich der gebürtige Essener fassungslos.

Auch die Verantwortlichen des TSV 1860 bekamen ihr Fett weg. Nachdem Geschäftsführer Ian Ayre bereits vor der Partie und Präsident Peter Cassalette nach dem Spiel zurücktrat sowie Trainer Vitor Pereira direkt nach der Pressekonferenz die Flucht ergriff , fühlte sich der Stürmer nach dem schmerzhaften Abstieg geradezu alleine gelassen: "Ich finde es traurig, dass die, die uns die ganzen Wochen diesen Weg vorgegeben haben, plötzlich alle verschwunden sind. Man hat einfach überhaupt keinen Ansprechpartner", wunderte sich Mölders. "So was habe ich noch nie erlebt!!"

So was habe ich noch nie erlebt!!

1860 Münchens Stürmer Sascha Mölders

Der 32-Jährige jedenfalls zieht seine persönlichen Konsequenzen und wird die Löwen im Sommer verlassen. "Niemand weiß, wie es hier weiter geht. Fakt ist, ich habe keinen Vertrag mehr bei 1860 München und möchte mich deswegen von Euch verabschieden", ließ Mölders verlauten und hofft, dass die Beleidigungen einiger Chaoten aufhören: "Für alles, was noch in oder mit diesem Verein passiert, dafür können wir Spieler nichts. Wir können nur was dafür, dass wir scheiße gespielt haben. Und das ist schon schlimm genug."

Zum Abschluss seiner Abrechnung erkannte Mölders noch die Leistung von Gegner Regensburg an. "Eine intakte Mannschaft voller Euphorie. Haben sich zu keiner Zeit vor 62.000 Zuschauern in die Hose geschissen, sondern einfach ihr Ding gemacht."

cru

Der Absturz der Münchner Löwen