Bundesliga

Borussia Dortmund: Modestes schwierige Rückkehr nach Köln

Terzic sieht den Stürmer auf "gutem Weg" und erinnert an ein Haaland-Tor

Modestes schwierige Rückkehr nach Köln

Gibt seine Autogramme inzwischen in Dortmund: Anthony Modeste.

Gibt seine Autogramme inzwischen in Dortmund: Anthony Modeste. IMAGO/Kirchner-Media

Die vergangenen Wochen waren wahrlich nicht leicht für Anthony Modeste. In Köln war der Stürmer bis zum Sommer noch der umjubelte Held gewesen. Das Spiel des FC war auf ihn ausgerichtet, die Flanken flogen zu ihm, er nickte sie ein und traf und traf und traf.

Die Fans liebten ihn und seinen manchmal verrückten Humor. Sie verziehen ihm so manches - längst nicht nur die Tatsache, dass er einen seiner Treffer nutzte, um Werbung für seinen eigenen Kaffee zu machen. Dann folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund, der in Köln einen Sturm der Entrüstung auslöste - und beim BVB die erwünschte Wirkung bislang verfehlte. Am Samstag nun tritt er mit dem BVB erstmals seit seinem Abgang vom FC in Köln an. Es dürfte eine schwierige Rückkehr werden.

Erst ein Tor konnte Modeste im Trikot der Schwarz-Gelben erzielen. Es war ein wichtiges beim 1:0-Erfolg über Hertha BSC. Doch es konnte die wachsenden Zweifel, ob der Routinier der richtige Ersatzmann für den tumorerkrankten Sebastien Haller ist, nicht beseitigen. Im Gegenteil: Mit jedem torlosen Spiel, das folgte, wuchsen sie weiter - und das nagte am Selbstvertrauen des Franzosen.

Terzic schenkt Modeste viel Vertrauen

Das Bemühen war Modeste dabei in keinem seiner bislang acht Einsätze für den BVB abzusprechen. Er ackerte gegen den Ball, mühte sich im Strafraum, versuchte am Kombinationsspiel teilzunehmen - was ihm allerdings nur selten gelang. Die Kritik wurde dennoch lauter. Seitens der Medien und seitens der Fans. Die Ungeduld wuchs.

Im Klub allerdings hielt und hält man zu Modeste. Allen voran Trainer Edin Terzic, der seine Spieler nie öffentlich kritisiert, sondern dafür allein die Trainerkabine nutzt. Wieder und wieder stellte der 39-Jährige den Stürmer auf, veränderte für ihn die Spielanlage hin zu mehr Flanken und verteidigte ihn nach torlosen Auftritten vor den Mikrofonen. Terzic setzt darauf, dass sich Vertrauen irgendwann auszahlt. Und er sieht Modeste auf einem guten Weg dorthin.

"Toni hat die Länderspielpause genutzt", sagt Terzic vor der erstmaligen Heimkehr des Angreifers nach Köln. Man habe ihm zuletzt angemerkt, "dass er unzufrieden ist mit seiner Torausbeute". Aber Modeste habe zuletzt "sehr gut" trainiert. Und: "Er hat sehr viele Tore geschossen."

Kritik an den Flanken

Dass es daran in den Pflichtspielen bislang mangelt, macht der BVB-Trainer nicht allein an seinem Neuner fest. Er nimmt auch dessen Mitspieler in die Pflicht: "Wenn wir wissen, dass Tonis allergrößte Waffe ist, mit einem Kontakt Tore zu erzielen, dann müssen wir an der Qualität der Flanken arbeiten", sagt er. Auch zuletzt beim 1:0 gegen Schalke sei das ersichtlich gewesen. Man sei zwar häufig durchgebrochen auf den Flügeln, "aber die finalen Aktionen waren nicht gut genug". Fraglos muss hier künftig mehr kommen von den Außenverteidigern, aber auch von den Spielern in den Halbräumen. Es würde die Chance, dass Modeste trifft, signifikant erhöhen.

Wohl auch um dem mit sich und seiner Torausbeute unzufriedenem Stürmer Mut zu machen, erinnerte Terzic vor dem Spiel in Köln an das jüngste Aufeinandertreffen des BVB mit dem früheren Dortmunder Angreifer Erling Haaland. Der habe kurz vor dem Schluss in der Champions League das Siegtor für seinen neuen Klub geschossen. "Wenn es jetzt in Köln für Toni ähnlich laufen würde, hätten wir nichts dagegen." Und Modeste ganz sicher auch nicht.

Matthias Dersch