2. Bundesliga

Mit Fuss und Neururer: Wie Prestin den 1. FC Köln verändern will

Opposition strebt Mitgliederversammlung an

Mit Weltmeisterin Fuss und Neururer: Wie Prestin den 1. FC Köln verändern will

Dieter Prestin, Stefan Jung und Sonja Fuss (von links) bei der Pressekonferenz am Montag in Köln.

Dieter Prestin, Stefan Jung und Sonja Fuss (von links) bei der Pressekonferenz am Montag in Köln. kicker

Viel schlimmer hätten die vergangenen sechs Monate für den 1. FC Köln nicht laufen können. Der siebte Abstieg aus der Bundesliga, die Transfersperre durch den Weltverband FIFA, außerdem Pyro-Rekordstrafen und weitere außersportliche Baustellen - es ist kein Wunder, dass rund um die Geißböcke viel Unmut über die aktuelle sportliche Führung und das Präsidium herrscht.

Bereits im Februar hatte sich deswegen Ex-Profi Dieter Prestin öffentlich positioniert, und den Vorstand um Präsident Werner Wolf sowie den Sport-Geschäftsführer Christian Keller hart kritisiert. Dass Prestin nicht alleine ist, offenbarte er am Montag: Da stellte das "Team FC-Zukunft" das Team vor, das derzeit Unterschriften sammelt, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung herbeizuführen und möglicherweise die aktuelle Führung abwählen zu lassen.

Drei Prozent der Mitglieder müssen zustimmen

Neben Prestin, der von 1975 bis 1989 für Köln auflief und nach seiner aktiven Zeit Versicherungen für Profis vertrieb, sind außerdem die zweimalige Weltmeisterin Sonja Fuss sowie der ehemalige Kölner Karnevalsprinz und Finanzfachmann Stefan Jung an Bord.

"Wir sind davon ausgegangen, dass der Vorstand alleine auf die Idee kommt zurückzutreten, oder zumindest der Mitgliederrat aktiv wird", sagt Jung mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen des Vereins. Das aber sei nicht geschehen, sodass man nun von außerhalb Veränderungen anstoßen will.

Dafür sammelt das Trio nun Unterschriften. 1000 Stück braucht es für eine außerordentliche Mitgliederversamlung, drei Prozent der Mitglieder können dann die mögliche Abwahl des aktuellen Vorstands auf die Tagesordnung setzen. Prestin und Co. sind "optimistisch, die paar tausend Stimmen" zusammenholen zu können.

Große Pläne, nichts konkretes

Und dann? Will die selbsternannte Opposition alles besser machen. Richtig konkret werden sie dabei noch nicht. "Mehr Sportkompetenz" will Prestin in den Vorstand einbringen, Fuss die Frauen- und Mädchenabteilung stärken, sodass die Kölnerinnen bald international spielen und frisches Geld auftreiben. Viele Allgemeinplätze sind dabei, etwa die Forderung nach einer einheitlichen Spielidee für den gesamten Verein und der Plan, zukünftig besser scouten zu lassen.

Thomas Breuer, langjähriger Vorstand der RheinEnergie, und Peter Neururer (rechts) bei der Pressekonferenz am Montag in Köln.

Thomas Breuer, langjähriger Vorstand der RheinEnergie, und Peter Neururer (rechts) bei der Pressekonferenz am Montag in Köln. kicker

Die einheitliche Spielidee gibt es allerdings theoretisch schon seit der Ära Steffen Baumgart, die Scoutingabteilung hat Keller jüngst erst neu aufgestellt und personell gestärkt. Prestin schwebt dagegen eine Zusammenarbeit etwa mit Tony Woodcock und Roger van Gool vor. Mit beiden spielte er einst zusammen in Köln, beide seien international bestens vernetzt.

Neururer, der FC-Fan

Und dann stellt sich auch noch Peter Neururer als Mitglied des "Team FC-Zukunft" vor. Konkret wird auch er nicht, spricht aber lange über seine Stationen zuletzt beim Wuppertaler SV und bei der SG Wattenscheid. Nun will er Prestin unterstützen. FC-Fan sei er schon immer gewesen. Woodcock, Van Gool, Neururer - das Team Zukunft klingt ein wenig nach Team Vergangenheit.

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, fordern Fuss, Prestin und Jung eine hybride Mitgliederkonferenz, bei der die rund 110.000 stimmberechtigten Mitglieder auch virtuell teilnehmen können - es ist aber eher unwahrscheinlich, dass das aktuelle Präsidium dieser Forderung nachgibt.

Acht bis zehn Wochen veranschlagen die Herausforderer bis zu einer möglichen außerordentlichen Versammlung. Dass sie die Stimmen dafür zusammenbekommen ist wahrscheinlich. Alles andere ist ungewiss.

Jim Decker

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