Junioren

Mit weißer Weste, aber ohne Aydin

2:0 gegen Panama - Leverkusener sieht Rot

Mit weißer Weste, aber ohne Aydin

Da war noch alles gut: Okan Aydin (Mi.) jubelt über das 1:0 gegen Panama, später sah der Techniker die Rote Karte.

Da war noch alles gut: Okan Aydin (Mi.) jubelt über das 1:0 gegen Panama, später sah der Techniker die Rote Karte. picture-alliance

Steffen Freund beließ es im letzten Gruppenspiel bei der selben Startelf wie schon in der vorangegangen Partie gegen Burkina Faso ( 3:0 ), nach der der deutsche Nachwuchs bereits den Einzug in das Achtelfinale perfekt gemacht hatte.

Gegen Panama übernahm die DFB-Elf vom Anpfiff weg wieder das Kommando und schnürte die Mittelamerikaner in der eigenen Hälfte ein. Nach einem schönen Flügelwechsel landete der Ball bei Okan Aydin. Der Leverkusener dribbelte nach innen und hielt aus 30 Metern voll drauf – mit Erfolg, denn der Ball zappelte schon nach zehn Minuten im rechten oberen Winkel.

Nach dem Führungstreffer schlichen sich bei der deutschen Auswahl einige Unsicherheiten ein, doch machte Keeper Vlachodimas vom VfB Stuttgart die Ansätze an Chancen für Panama zunichte. Dennoch war das Spiel nun ausgeglichener – Aydin prüfte den gegnerischen Torwart Picart mit einem Schuss auf das kurze Eck, doch recht viel mehr Chancen konnte sich die Freund-Elf zunächst nicht herausspielen.

Das sollte sich in der 39. Minute ändern, als Mitchell Weiser zum 2:0 nachlegte. Vorangegangen war eine gelungene Staffette über links, wo sich Röcker durchgespielt hatte. Der Bremer Linksfuß passte haargenau auf Weiser, der den Ball mit dem rechten Oberschenkel annahm und dann das Leder trocken mit links aus elf Metern ins Netz jagte. Picart war noch mit den Fingerspitzen dran, aber der Schlussmann Panamas musste erneut hinter sich greifen.

Im zweiten Durchgang, der mit dem Schalker Korzowski für den Dortmunder Günther begann, verflachte die Partie zusehends. Panama kniete sich nun noch mehr rein und wollte den Anschlusstreffer schaffen, doch die Defensive der DFB-Elf stand in der Regel sicher.

In den Strafräumen tat sich hüben wie drüben nicht mehr allzuviel, doch in der 66. Minute war eine ganz bittere Szene zu beobachten. Okan Aydin ging etwas ungestüm in einem Zweikampf und traf seinen Kontrahenten unglücklich am Schienbein. Das schmerzte offensichtlich ziemlich heftig, so dass er sich am Boden krümmte. Der Schiedsrichter war davon derart beeindruckt, dass er dem Leverkusener die Rote Karte unter die Nase hielt, womit der offensive Mittelfeldspeieler des DFB auf jeden Fall im Achtelfinale gegen die US-Boys gesperrt sein wird.

Freund stellte sein Team nach dem Platzverweis auf ein 4-4-1-System in Unterzahl um und traf danmit die richtige Entscheidung. Das DFB-Team blieb weiterhin kompakt, Panama kam in Überzahl zu keiner echten Torchance und fügte sich letztlich in eine verdiente Niederlage.

Statistik: Panama - Deutschland 0:2 (0:2)

Panama: Picart - Maughn, Chen, Vargas (46. Melendez), Cedeno (69. Wright) - Pinzon (82. Samms), Goot, Santamaria, Aguilar - Stephens, Gonzales
Deutschland: Vlachodimos - Ayhan, Günter (46. Korczowski), Perrey, Röcker - Mende (84. Kacinoglu), Can Weiser, Aycicek, Aydin - Yesil (68. Quaschner)
Zuschauer: 28.500
Tore: 0:1 Aydin (10.), 0:2 Weiser (39.)
Schiedsrichter: Norbert Hauata (Tahiti)
Gelbe Karten: Stephens, Gonzales
Rote Karte: Aydin (66.)