Bundesliga

Mit Weiser gegen Mainz - und mit Darida?

Dass Esswein Ibisevic nicht bedient, wirft ihm niemand vor

Mit Weiser gegen Mainz - und mit Darida?

Soll beim Mainz-Spiel am Sonntag wieder dabei sein: Mitchell Weiser.

Soll beim Mainz-Spiel am Sonntag wieder dabei sein: Mitchell Weiser. imago

Der als Rechtsverteidiger eingeplante Weiser war vorm Spiel beim FC Augsburg (0:0) am Samstag wegen muskulärer Beschwerden (Oberschenkel) kurzfristig aus der Startelf gestrichen worden, tags darauf verteidigte Dardai den Verzicht auf den Leistungsträger: "Lieber lasse ich ihn ganz draußen, als dass er nach 15 Minuten einen Muskelfaserriss erleidet und dann fünf Wochen ausfällt. So ein hohes Risiko gehe ich nicht, das müssen alle akzeptieren, auch Mitch. Ein junger Spieler kann seine Muskulatur noch nicht so gut einschätzen wie ein älterer." Dass die Berliner Weisers Tempo und Kreativität in Augsburg gut hätten gebrauchen können, wollte Dardai nicht in Abrede stellen: "Natürlich fehlt er. Er hat durch seine Qualitäten pro Halbzeit vier bis sechs Aktionen, die dem Gegner weh tun." Der Fahrplan: Spätestens am Mittwoch soll Weiser ins Mannschaftstraining einsteigen, für das Mainz-Spiel am Sonntag plant Dardai mit ihm.

Bei Darida schwankt Dardai

Bei Vladimir Darida, der wie Weiser in Augsburg gern mitgewirkt hätte, ist sich Dardai noch nicht so sicher. Einerseits sagt der Trainer: "Wenn sich Vladi richtig wohl fühlt, kann es sein, dass er gegen Mainz dabei ist." Auf der anderen Seite warnt Dardai vor einem übereilten Comeback des Tschechen, der sich Mitte September im Spiel gegen Schalke (2:0) das Außenband im Sprunggelenk gerissen hatte und seit einer Woche wieder im Mannschaftstraining steht: "Wenn ich auf mein inneres Gefühl höre, würde ich ihn eher noch nicht bringen. Es gab eine Operation, die Gegner können ihm richtig weh tun, anders als im Training. Bis jetzt haben wir genügend Punkte und alles funktioniert. Ich weiß nicht, ob das sein muss."

Spielersteckbrief Weiser
Weiser

Weiser Mitchell

Spielersteckbrief Darida
Darida

Darida Vladimir

Mit ihnen hatten wir vier Hirsche auf dem Platz.

Dardai über Brooks, Langkamp, Stark und Ibisevic

Darida war in Augsburg gar nicht dabei, Ex-Kapitän Fabian Lustenberger blieb auf der Bank. Mit der Aufstellung von John Anthony Brooks (1,93m), Sebastian Langkamp (1,91m), Niklas Stark (1,90m) und Vedad Ibisevic (1,88m) wollte Dardai "Vorteile bei den Standards" bewirken. "Mit ihnen hatten wir vier Hirsche auf dem Platz", sagte Dardai lächelnd. "Ich habe bewusst größer aufgestellt. Und zentral haben es Niklas Stark und Per Skjelbred gut gemacht. Per hat den Vorteil, dass er sich reinbeißt und 90 Minuten schafft." Lustenberger, der im August die Kapitänsbinde verlor, aber in der Folge seine Top-Form wiederfand, war im letzten Ligaspiel vor der Länderspielpause gegen Gladbach (3:0) früh in der zweiten Halbzeit wegen Adduktorenbeschwerden ausgewechselt worden. Jetzt ist der Schweizer wieder fit - und einstweilen Bankdrücker.

Ungewohntes Wiedersehen für Esswein

Ein anderer bekam hingegen wieder eine Chance in der Startelf: Für Alexander Esswein war das Wiedersehen mit den alten Kollegen "ungewohnt, aber auch schön - noch lieber hätte ich natürlich gewonnen". Der Flügelspieler, der Ende August für 2,5 Millionen Euro Ablöse vom FC Augsburg nach Berlin gewechselt war, vergab in der ersten Viertelstunde zwei Torchancen. Bei der ersten hätte er durchaus den mitgelaufenen Vedad Ibisevic, der sich in der Mitte von zwei Gegenspielern abgesetzt hatte, bedienen können (8.). "Ich habe überlegt, den Ball rüber zu schieben, aber dann doch selbst abgeschlossen", sagte Esswein. "Ich muss Marwin Hitz nochmal fragen, wie er den gehalten hat."

Keine Vorwürfe gegen einen gierigen Stürmer

Vom Coach gab es keinen Vorwurf. "Er hätte Vedo anspielen können, dann wäre der Ball vielleicht drin gewesen", erklärte Dardai am Sonntag. "Aber ich bin froh, wenn ein Stürmer gierig ist. Im Training macht Alex aus diesen Situationen oft Tore. Und es war ja auch knapp." Manager Michael Preetz sah's ähnlich wie der Trainer. "Im Spiel sah es von der Bank so aus, dass Alex abschließen muss. Im TV war später dann klar zu sehen, dass ein Abspiel auf Vedad eine gute Option gewesen wäre. Aber es gibt von uns keinen Vorwurf. Es war ein guter Abschluss." Nur eben kein erfolgreicher. Mit dem 0:0 bekam das Spiel das passende Ergebnis.

Wir sind nicht enttäuscht, aber auch nicht komplett zufrieden.

Valentin Stocker

"Die ersten 15 Minuten war es in Ordnung, danach wurde es schwieriger", bilanzierte Valentin Stocker, der in der zweiten Halbzeit zwei passable Möglichkeiten hatte. "Mit den Umstellungen nach der Pause lief es besser, da haben wir die Zweikämpfe angenommen", so der Schweizer, der nach abgesessener Rotsperre sofort wieder in die Startelf rückte. "Manchmal muss man sich das Glück erarbeiten. Heute habe ich vielleicht zu wenig dafür gemacht. Wir sind nicht enttäuscht, aber auch nicht komplett zufrieden." Das sah auch Vedad Ibisevic so, der sagte: "Man hat gemerkt, dass viele von uns unter der Woche schwere Spiele mit ihren Nationalmannschaften hatte. Es war nicht einfach für uns. Der Punkt ist okay." Das Berliner Spiel nach vorn war es allenfalls in Abschnitten - und nie mehr als okay.

Steffen Rohr

Bilder zur Partie FC Augsburg - Hertha BSC