Regionalliga

Mit "Oldie" Börner auf der Reise in die 3. Liga

Hannover II hat Chancen auf den Aufstieg

Mit "Oldie" Börner auf der Reise in die 3. Liga

Julian Börner könnte mit Hannover 96 II in die 3. Liga aufsteigen.

Julian Börner könnte mit Hannover 96 II in die 3. Liga aufsteigen. picture alliance/dpa/Revierfoto

Respekt? "Natürlich ist der Respekt da, darüber brauchen wir nicht zu reden", sagt Julian Börner mit einem breiten Grinsen. "Die gucken sicherlich schon ein Stück weit zu mir hoch und fragen auch mal das eine oder andere. Und sie werden mich wahrscheinlich auch nicht direkt anbrüllen, wenn ich mal einen Fehler mache ", erzählt der "Oldie" von Hannover 96 über seine ersten Erfahrungen im Regionalliga-Team von Hannover 96.

Zweimal kam der 33-Jährige schon in der U 23 der Niedersachsen zum Einsatz: in einem Testspiel gegen Hessen Kassel in der Winterpause und am 4. Mai im Ligaspiel gegen den SSV Jeddeloh II, das 96 mit 4:0 gewann. Eine Woche später machte die Mannschaft von Trainer Daniel Stendel mit dem 5:0 gegen den Eimsbütteler TV die Meisterschaft in der Regionalliga-Nord perfekt.

"Wir wollen in den zwei Spielen noch einmal zeigen, warum wir die Meisterschaft gewonnen haben"

Für Börner waren die ersten beiden Einsätze im Regionalliga-Team von 96 quasi ein Vorgriff auf die kommende Spielzeit. Der Innenverteidiger fungierte in der abgelaufenen Saison bei den 96-Profis absprachegemäß nur noch Backup, kam nur viermal zum Einsatz und beendete mit dem letzten Saisonspiel am Pfingstsonntag gegen Holstein Kiel nach 15 Jahren seine Profikarriere. Börner bleibt 96 aber erhalten, verlängerte im April seinen Vertrag bis 2025 und ist für die nächste Saison in der zweiten Mannschaft fest eingeplant.

Im Erfolgsfall bedeutet das für Börner nur den "Abstieg" um eine Spielklasse. Denn nach dem Gewinn der Regionalliga-Meisterschaft im Norden hat 96 am Mittwoch (19 Uhr) und Sonntag (13.30 Uhr, jeweils LIVE! bei kicker) gegen Bayern-Meister Würzburger Kickers die Chance, den Aufstieg in die 3. Liga perfekt zu machen. "Wir wollen in den zwei Spielen noch einmal zeigen, warum wir die Meisterschaft gewonnen haben", unterstreicht Trainer Daniel Stendel die Aufstiegs-Ambitionen. "Der Druck liegt aber nicht bei uns." Für die Partie am Sonntag in der Heinz-von-Heiden-Arena hat 96 schon 16.000 Tickets verkauft.

"Julian ist ein absolut positiver Typ und hat das auch sofort ausgestrahlt in die Mannschaft"

Stendel wird für die beiden Partien gegen die Würzburger auf Börner zurückgreifen. Begründung: "Julian ist ein absolut positiver Typ und hat das auch sofort ausgestrahlt in die Mannschaft. Deswegen finden wir es eine gute Idee, dass er jetzt dabei ist. Er kann uns mit seiner Erfahrung helfen." Börner, der in seiner Karriere mehr als 200 Zweitligaspiele für Energie Cottbus, Arminia Bielefeld und 96 bestritten hat, freut sich darauf. Er sagt: "Ich probiere, meine Erfahrung einzubringen und dann gucken wir, wo die Reise endet." Im Optimalfall für 96 in der 3. Liga.

Seine Leidenschaft für den Fußball will der Ex-Profi zukünftig aber auch an der Seitenlinie ausleben - als Trainer beim KreisligistenTuS Oldau-Ovelgönne im Landkreis Celle, wo Familie Börner sesshaft geworden ist. Er wolle seine Erfahrung weitergeben, erzählt der Ex-Profi, der gemeinsam mit seinem Kumpel Michael Busse zukünftig das Trainer-Duo bilden wird. "Die Laufschuhe können die Jungs dann zu Hause lassen", witzelt Börner. "Wir machen alles auf den Platz." Vor seiner Zusage für die ehrenamtliche Trainertätigkeit hatte der Innenverteidiger bei 96-Sportchef Marcus Mann aber um Erlaubnis gefragt. Denn eins ist für Börner klar: "96 geht immer vor." Auch das ist eine Frage des Respekts.

Gunnar Meggers