Nationalelf

Mit Kumpel Havertz in der Startelf - Brandt hat noch etwas gutzumachen

Ehemalige Leverkusener im DFB-Team wieder vereint

Mit Kumpel Havertz in der Startelf - Brandt hat noch etwas gutzumachen

Im Gleichschritt und gegen die Türkei gesetzt: Kai Havertz (l.) und Julian Brandt.

Im Gleichschritt und gegen die Türkei gesetzt: Kai Havertz (l.) und Julian Brandt. imago images

Früher, zu gemeinsamen Leverkusener Zeiten, da sah man Julian Brandt und Kai Havertz häufiger zusammen abhängen, wenn das Training vorbei oder das Spiel abgepfiffen war. Wie das beste Kumpels eben so machen. Heute sind solche Treffen seltener geworden. Der eine (Havertz) kickt inzwischen in London beim FC Chelsea. Der andere (Brandt) läuft für Borussia Dortmund auf. Hinzu kommt die Corona-Pandemie, die alles noch einmal zusätzlich verkompliziert hat.

Am Montag allerdings trafen die beiden mal wieder aufeinander. Ganz offiziell und durch Corona-Tests abgesichert. Im Teamhotel des DFB in Köln kam es zum Wiedersehen, später ging es gemeinsam auf den Platz. Und auch am heutigen Mittwoch, wenn die deutsche Nationalmannschaft gegen die Türkei testet (Anpfiff: 20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) kann man die beiden Seite an Seite sehen. Bundestrainer Joachim Löw erklärte beide vorab für gesetzt für die Startelf im ersten von drei Länderspielen im Oktober.

Havertz "voller Vorfreude" zur Nationalelf

Für Havertz, der aufgrund seines Chelsea-Wechsels zuletzt vorzeitig von der Nationalmannschaft abreiste, ist das eine gute Gelegenheit, den Rhythmus weiter aufzunehmen. Praktisch ohne Vorbereitung war er in London ins Training eingestiegen und kurz darauf sofort in Pflichtspielen gefordert. "Das war schwer für mich", erinnert er sich, "noch dazu, weil die Premier League eine völlig andere Liga ist. Sie ist intensiver, das habe ich in den ersten Spielen gemerkt. Zuletzt lief es ganz gut für mich, aber ich glaube auch, dass da noch viel Potenzial nach oben ist." Noch kommt deshalb jeder Einsatz in dieser insgesamt so dichten Saison gelegen, um sich auf Betriebstemperatur zu bringen. "Ich bin voller Vorfreude hierhergereist", sagt Havertz vor der Partie gegen die Türkei, "ich freue mich auf die Spiele und werde Gas geben, damit sie auch erfolgreich verlaufen."

Es ist ein bisschen blöd gelaufen in der Situation. Daraus ziehe ich meine Lehren.

Julian Brandt über seinen Fehlpass in der Schweiz

Ähnliches dürfte seinem Kumpel Brandt vorschweben, der noch etwas gutzumachen hat. Beim Nations-League-Spiel in der Schweiz im September verspielte er nach seiner Einwechslung einen Ball im Mittelfeld, es war ein Fehlpass mit Folgen: Kurz danach stand es 1:1. Anstatt mitzuhelfen, die Führung zu sichern, hatte er sie verspielt. "Es ist ein bisschen blöd gelaufen in der Situation. Daraus ziehe ich meine Lehren", sagt er in Köln.

Die Szene in Basel war ein Stück weit exemplarisch für die bisherige Saison des Dortmunders. Er kam nur schwer in die Vorbereitung herein, verlor seinen Stammplatz in Dortmund an das englische Toptalent Jude Bellingham und musste sich erst wieder an seine reguläre Spielform herankämpfen. Zuletzt gelang ihm das besser: Im Supercup in München (2:3) erzielte er ein Tor und kassierte dafür ein Lob des Bundestrainers ("Er hat in meinen Augen ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht"). Auch Brandt selbst war mit sich zufrieden. "Ich habe gezeigt, dass mein Trainer auf mich bauen kann", sagt er an die Adresse von BVB-Coach Lucien Favre.

Auch Löw will er es nun zeigen. Anders als noch im September. Dass er dabei Havertz an seiner Seite weiß, der als kommender Weltstar gilt, kann da nur von Vorteil sein.

Matthias Dersch

kicker.tv Hintergrund

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