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Mit 26 Jahren: Onana tritt aus Nationalmannschaft zurück

Nach WM-Suspendierung

Mit 26 Jahren: Onana tritt aus Kameruns Nationalmannschaft zurück

Nicht mehr länger Teil von Kameruns Nationalmannschaft: Torhüter André Onana.

Nicht mehr länger Teil von Kameruns Nationalmannschaft: Torhüter André Onana. imago images

Onana wird nicht mehr für Kamerun zwischen den Pfosten stehen, das gab der Torhüter von Inter Mailand am Freitag bekannt. In einem langen Twitter-Statement spricht Onana von "ewiger Liebe" und einer "nicht-verhandelbaren Verpflichtung" für sein Heimatland. "Ich kann mit Stolz sagen, dass ich meinen großen Traum verwirklicht habe", erklärt Onana darin: "Aber jede Geschichte, egal wie schön sie ist, hat ein Ende."

Spieler würden kommen und gehen, doch das Land als solches sei immer größer als Einzelne. Von nun an werde er als Fan die Nationalmannschaft Kameruns unterstützen. Abschließend wollte Onana denjenigen danken, "die mir vertraut haben und daran geglaubt haben, dass ich der Mannschaft etwas geben kann".

Auch wenn die Endgültigkeit der Entscheidung Onanas doch überraschend kommt, ist der Zeitpunkt angesichts der Vorgeschichte nicht sonderlich überraschend. Während der Winter-WM 2022 in Katar war es zwischen Kameruns Nationaltrainer Rigobert Song und Onana zu einem Zerwürfnis gekommen. Nach einer guten Leistung der Keepers (kicker-Note 2,5) im Auftaktspiel beim 0:1 gegen die Schweiz war Onana plötzlich für das restliche Turnier suspendiert worden.

Song contra Onana

"André wollte ausscheren", bestätigte Song damals die zuvor vermutete Streichung aus disziplinarischen Gründen: "Es ist wichtig, dass wir alle hier Teamgeist, Disziplin und Respekt zeigen. Wenn man diesen Kriterien nicht entspricht, muss man Verantwortung übernehmen, um dafür zu sorgen, dass die Gruppe im Vordergrund steht."

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Während Song in Richtung Onana wiederholte, dass er "lieber die Gruppe als das Individuum" schütze, ließ eine Antwort nicht lange auf sich warten. "Ich habe alle Anstrengungen unternommen und alle Energie reingesteckt, um eine Lösung zu finden für eine Situation, die ein Fußballer öfter erlebt, aber es gab auf der Gegenseite keinen Willen dazu." Gemeint war fraglos Nationaltrainer Song. "Manche Momente sind schwer zu verarbeiten."

Onanas WM-Traum war ausgeträumt. Es war der nächste Tiefschlag für den in "nur" sieben Serie-A-Spielen eingesetzten Schlussmann, der im Februar 2021 von der UEFA wegen Dopings für ein Jahr gesperrt worden war. Verbandspräsident Samuel Eto'o soll nach übereinstimmenden Medienberichten erfolglos versucht haben, zu vermitteln zwischen Song und Onana, der nun einen Schlussstrich zog. Bis zu seinem Rücktritt kam er auf 35 Einsätze für die "Unzähmbaren Löwen".

Kamerun holte nach der Auftaktniederlage noch vier Punkte, gewann sogar gegen Mitfavorit Brasilien, schied aber dennoch hinter dem Rekordweltmeister und der Schweiz bereits nach der Gruppenphase aus.

msc

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