Tennis

Mit 100. Sieg zum 13. Titel: Nadal schlägt Djokovic und gewinnt die French Open

Spanier siegt glatt in drei Sätzen

Mit 100. Sieg zum 13. Titel: Nadal schlägt Djokovic und gewinnt die French Open

Der traditionelle Biss - diesmal mit Maske: Rafael Nadal hat zum 13. Mal die French Open gewonnen.

Der traditionelle Biss - diesmal mit Maske: Rafael Nadal hat zum 13. Mal die French Open gewonnen. Getty Images

Bei geschlossenem Dach und vor maskierten Zuschauern begegneten sich die Nummer eins und die Nummer zwei der Welt auf dem Court Philippe Chatrier. Das Ergebnis deutete allerdings auf einen Klassenunterschied hin: Djokovic spielte im ersten Durchgang keineswegs schlecht, doch ließ ihn der Aufschlag gehörig im Stich. Der Serbe kassierte Break um Break, das hatte die Höchststrafe zufolge - mit 6:0 ging Satz eins nach 48 Minuten an Nadal, der zwar auch einige Male bei eigenem Aufschlag in die Bredouille geriet, die Big Points aber stets einfuhr.

Breakbälle hatte der Spanier auch prompt im ersten Spiel des zweiten Satzes, doch Djokovic zog diesmal den Hals aus der Schlinge, brachte seinen Aufschlag zum 1:0 erstmals durch und ballte die Faust. Würde der "Djoker" von nun an mithalten können?

Nein. Fast immer hieß der Sieger der zahlreichen hochklassigen Ballwechsel Nadal, die nächsten zwei Aufschlage des Serben schnappte sich der beinahe fehlerfreie Spanier wieder. Satz zwei ging mit 6:2 an den spleenigen Sandplatzspezialisten aus Mallorca.

Djokovic kämpft in Satz drei - vergeblich

Immerhin, im dritten Satz brachte Djokovic zwei Aufschlagspiele durch, ehe Nadal seinen Aufschlag nach gut zwei Stunden Spielzeit durchbrach. Das frühe Ende schien nicht mehr abwendbar, doch der Serbe, der ja nicht mal wirklich enttäuscht hatte, schaffte das Re-Break und zeigte nochmal Emotionen. Bei 5:5 hatte Nadal aber wieder Breakball, nach Djokovics zweitem Aufschlag zeigte der 34-Jährige sofort an, dass die Filzkugel im Aus war. Der Stuhlschiedsrichter bestätigte das.

Novak hat mich bei den Australian Open zerstört, jetzt war ich an der Reihe. So ist das Spiel.

Rafael Nadal in Richtung Djokovic, der das Finale in Australien 2019 mit 6:3, 6:2 und 6:3 gegen ihn gewonnen hatte.

Nadal schlug also zum Turniersieg auf - und er behielt die Nerven. Den Matchball verwandelte die Mensch gewordene Topspin-Maschine mit einem Ass zum 6:0, 6:2 und 7:5 nach 2 Stunden und 41 Minuten Spielzeit.

Nadal zieht mit Federer gleich

Nadal bleibt damit das Maß aller Dinge in Roland Garros. In 102 Spielen hat er 100 Mal gewonnen, verlor lediglich einmal gegen Robin Söderling (Achtelfinale 2009) und einmal gegen Djokovic (Viertelfinale 2015). Seine Satzbilanz in Paris lautet 302:27, er hat alle 13 Finalspiele gewonnen. Nadal gewann insgesamt seinen 20. Grand-Slam-Titel und zog dadurch mit Rekordhalter Roger Federer gleich.

"Hier zu gewinnen bedeutet in so einem schweren Jahr alles für mich. Heute denke ich nicht an Roger und die großartigen Zahlen. Roland Garros bedeutet alles für mich", sagte Nadal, der auch auf die Pandemie einging: "Wir werden sie gemeinsam überwinden und das Virus bald besiegen."

Federer meldete sich selbst am Abend in den sozialen Netzwerken zu Wort: "Ich habe immer den allergrößten Respekt gehabt für meinen Freund Rafa als Mensch und als Champion", schrieb der 39-Jährige. "Deshalb ist es eine große Ehre für mich, ihm zu seinem 20. Grand-Slam-Titel zu gratulieren. Gut gemacht, Rafa, du verdienst es."

Auch Djokovic verbeugte sich vor dem Champion. "Was Du auf diesem Court machst, ist unglaublich", zollte er seinem Gegner Respekt, "das habe ich mit eigener Haut erfahren. Ich wurde heute definitiv von einem besseren Spieler dominiert."

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Nadal zu bissig: Das Finale der French Open in Bildern