2. Bundesliga

Jonas Meffert: Mister St. Pauli und "der perfekte Zeitpunkt"

HSV-Ersatzkapitän Meffert ist heiß auf seinen Lieblingsgegner

Mister St. Pauli und "der perfekte Zeitpunkt"

Folgt am Freitag Sieg Nummer 10 gegen St. Pauli? Jonas Meffert will mit dem HSV angreifen.

Folgt am Freitag Sieg Nummer 10 gegen St. Pauli? Jonas Meffert will mit dem HSV angreifen. IMAGO/Susanne Hübner

Am 25. Oktober 2014 hat Meffert für den Karlsruher SC sein Startelf-Debüt in der 2. Liga gefeiert und mit 4:0 am Millerntor gewonnen. "Das", sagt der Mittelfeldstratege, "ist ein Spiel, das ich nie vergessen werden." Und es war bei weitem nicht das einzige Erfolgserlebnis. Der gebürtige Kölner hat in seiner Karriere neun Siege gegen St. Pauli eingefahren - gegen keinen anderen Klub gewann er häufiger und schmunzelt: "Das finde ich als HSVer natürlich cool."

Am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) soll sein Sieg Nummer 10 her. Es wäre für ihn der erste mit dem Stadt-Rivalen auf St. Pauli, und Meffert weiß nicht nur um die Signalwirkung, die für den bislang so auswärtsschwachen Aufstiegsanwärter (erst ein Sieg in der Fremde) davon ausgehen könnte. "Wir müssen auswärts besser spielen und mehr punkten und haben wirklich Lust darauf, das zu ändern. Der Freitag wäre der perfekte Zeitpunkt. Viele sagen, auswärts läuft es bei uns ohnehin nicht, auch deshalb gibt es keinen geeigneteren Moment als ausgerechnet im Derby das Gegenteil zu beweisen."

Es war eines meiner einprägsamsten Erlebnisse.

Jonas Meffert über das vergangenen Derby

Die Tabellenkonstellation, der Erste spielt gegen den Zweiten, birgt zusätzliche Brisanz, für den 29-Jährigen aber bleibt das letzte Duell von der Konstellation her unerreicht. Am 29. Spieltag der Vorsaison war das Aufeinandertreffen im Volkspark ebenfalls wegweisend für den Aufstiegskampf, das 4:3 zudem ein denkwürdiges Spektakel auf allerhöchstem Zweitliga-Niveau.

"Es war eines meiner einprägsamsten Erlebnisse und von der Ausgangssituation her noch besonderer als jetzt", findet Meffert, "die Saison steuerte auf das Ende zu und wir wussten, wenn wir gewinnen, können sie uns eigentlich nicht mehr holen. Jetzt sind wir noch in der Hinrunde, das Ergebnis hat noch nicht so entscheidende Aussagekraft wie damals im April."

Podcast
Podcast
Die Unbesiegbaren sind demontiert: Was bedeutet das für Leverkusen und das Pokalfinale?
16:34 Minuten
alle Folgen

Meffert akzeptierte keine Ausrede

Der Derbysieg soll nach zuletzt wankelmütigen Vorträgen dennoch her, und Meffert lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass der HSV insgesamt zulegen muss. Die Schwankungen sind durch langfristige Ausfälle der beiden Kapitäne Sebastian Schonlau und Ludovit Reis, durch die wochenlange Pause von Ignace van der Brempt, der am Freitag vor dem Comeback steht, durchaus erklärbar.

Doch Meffert sagt: "Wir suchen keine Ausrede. Natürlich sind uns über Wochen die mit besten Spieler ausgefallen, und ich denke, bei anderen Mannschaften würde das noch mehr ins Gewicht fallen. Dennoch ist es okay, dass an uns gewisse Maßstäbe angesetzt werden. Wir selbst haben auch Ansprüche. Und für diese haben wir zu wenig Punkte." Im Stadt-Duell gibt es zwar auch lediglich drei, von diesen aber soll im Erfolgsfall eine Signalwirkung ausgehen.

Sebastian Wolff

Diese Spieler liefen sowohl für den HSV als auch für den FC St. Pauli auf