Bundesliga

Mislintats Vorpreschen sorgt für Unruhe beim VfB Stuttgart

Wie die Stuttgarter mit den pikanten Interviewaussagen umgehen

Mislintats Vorpreschen sorgt für Unruhe beim VfB

Sein Vertrag als Sportdirektor beim VfB Stuttgart läuft noch bis 2023: Sven Mislintat.

Sein Vertrag als Sportdirektor beim VfB Stuttgart läuft noch bis 2023: Sven Mislintat. imago images/Sportfoto Rudel

Sven Mislintat fürchtet um seinen Platz auf der Bank des VfB Stuttgart. Weil er sich beim 2:1 gegen Mainz in häuslicher Isolation befand und möglicherweise auch am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Hertha BSC noch nicht wieder dabei sein kann, hofft der Sportdirektor im Fall eines weiteren Sieges, dass niemand aus Aberglauben auf die Idee kommt, "ich solle mich nun freiwillig in Quarantäne begeben, statt mich wieder mit auf die Bank zu lassen".

Über diesen Jux im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" am Montag konnten die VfB-Bosse sicherlich schmunzeln, doch das galt nicht für alle Aussagen, die Mislintat dort tätigte. Was er über die Sportvorstandsuche bei seinem Klub zu sagen hatte, sorgt für neue Unruhe in Stuttgart.

Mislintat will das "Projekt Junge Wilde 2.0" schützen

Weil Thomas Hitzlsperger spätestens im Herbst 2022 als Vorstandsvorsitzender aufhören wird, kommt bald Bewegung in die Führungsetage des VfB. Mislintat hat klare Vorstellungen, wie es weitergehen soll: "Worum es mir geht, ist, dass der Weg, den Thomas Hitzlsperger, Markus Rüdt (Direktor Sportorganisation, Anm. d. Red.), Thomas Krücken (Nachwuchsdirektor, Anm. d. Red.), Pellegrino Matarazzo und ich zusammen begonnen haben und den wir auch nach Thomas' Ausscheiden gerne weitergehen würden, beschützt ist."

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Mislintat will das "Projekt Junge Wilde 2.0", wie er es nennt, mit denselben Freiheiten und Kompetenzen fortführen, die ihm Hitzlsperger gewährt. Entsprechend deutlich positioniert er sich in der Frage nach einem neuen Sportvorstand beim VfB: Ihm wäre es am liebsten, "wenn jemand aus unserer Gruppe Sportvorstand würde", also Rüdt, Krücken oder er selbst - wobei er erneut betonte, dass ihm persönlich dieser Posten nicht wichtig ist. Er könne sich auch vorstellen, seinen Vertrag als Sportdirektor bis 2024 zu verlängern.

Die VfB-Oberen wollen das Gespräch suchen - aber auch Mislintat ist "irritiert"

Für Irritationen sorgt bei den VfB-Oberen allerdings vor allem, dass Mislintat erklärt, in den Auswahlprozess nicht involviert zu sein, nicht "aktiv" und "zuletzt auch nicht mehr kommunikativ". 

Die Verantwortlichen um Präsident und Aufsichtsratschef Claus Vogt wollen sich nicht zum Vorpreschen ihres Kaderplaners äußern, sondern das Gespräch suchen, um die Irritationen auszuräumen. Vor allem Mislintat ist nach eigener Aussage "irritiert" darüber, dass bereits Sportvorstand-Kandidaten in der Öffentlichkeit aufgetaucht sind - "ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem es sportlich nicht so läuft".

Der VfB beschäftigt sich mit Chatzialexiou - und auch Wehrle ist weiter ein Kandidat

Ein Name, mit dem sich der VfB in der Tat beschäftigt, ist Joti Chatzialexiou (45), der seit 2003 für den DFB aktiv ist, seit 2018 als Sportlicher Leiter Nationalmannschaften. Ihn kennt Aufsichtsrat Adrion noch aus seiner Zeit als U-21-Nationaltrainer (2009 bis 2013). Als neuer Vorstandschef ist weiterhin Alexander Wehrle (46) ein Kandidat, der Geschäftsführer des 1. FC Köln, dem Mislintat "einen außergewöhnlich guten Job" attestiert.

Obwohl die Machtfülle und der Geltungsbereich des Sportdirektors sogar vertraglich abgesichert sind, beschäftigt Mislintat offenbar, ob er unter einem neuen, externen Sportvorstand seine Arbeit auch wirklich so fortführen kann, wie bisher und wie es ihm vorschwebt. Ob denn wirklich der Titel neu vergeben wird, ist nach kicker-Informationen allerdings noch gar nicht entschieden. Aber erst einmal herrscht Redebedarf beim VfB - mal wieder.

jpe/gem

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