Bundesliga

Mislintat: "Diskrepanz zwischen Realität und Wunschdenken"

Stuttgarts Sportdirektor hält an VfB-Strategie fest

Mislintat: "Diskrepanz zwischen Realität und Wunschdenken"

Sportdirektor Sven Mislintat ist weiterhin überzeugt vom Weg des VfB.

Sportdirektor Sven Mislintat ist weiterhin überzeugt vom Weg des VfB. imago images/Jan Huebner

Seit fünf Spielen wartet der VfB Stuttgart auf einen Sieg, ja sogar auf ein eigenes Tor. Platz 17 ist die Konsequenz. "Die Gründe für den Tabellenstand liegen in erster Linie - unabhängig vom Alter - in den Leistungen, die wir aktuell zeigen", erklärte Mislintat am Sonntag bei "Sport 1" und bekräftigte damit den Stuttgarter Weg, verstärkt auf junge Talente zu setzen.

Der VfB wisse aus eigener Erfahrung, dass es auch schief gehen könne, wenn man auf Erfahrung setzt. "Gerade wir haben beim letzten Abstieg kennengelernt, dass man mit acht ehemaligen Nationalspielern - also einem fast konträren Weg - in die Relegation gegangen ist und diese dann gegen Union Berlin verloren hat", so der 49-Jährige.

Die Jungs, die wir haben, sind gut.

Sven Mislintat

Allerdings gebe es auch nicht den einen Weg, der sicher zum Erfolg führt, betonte Mislintat: "Es gibt meines Erachtens kein Allheilmittel und keine klare Aussage dazu, ob Jugend oder Erfahrung dazu führt. Das Entscheidende ist, dass die Jungs die Persönlichkeit und Qualität auf den Platz bringen können, die in ihnen steckt."

"Die Jungs, die wir haben, sind gut. Die haben gerade eine Krise zu bewältigen, die ist nicht einfach. Es ist eine Aufgabe, die Klasse zu halten, sagte Mislintat und sprach zugleich über Chancen, die sich aus der Krise ergeben könnten: "Wenn wir es schaffen, und selbst wenn wir scheitern, werden wir uns in vielen Themen weiterentwickeln - auch im Thema Führung. Nur in Krisen kommen die Jungs nach vorne, die automatisch führen können. Die kaufst du nicht ein."

Er wies auch auf die "Diskrepanz zwischen Realität und Wunschdenken" hin. Es gebe eben einen Unterschied zwischen "der emotionalen, historisch bedingten Wahrnehmung dieses Klubs, und dem, was wir aktuell zu leisten in der Lage sind". Für Stuttgart sei es schlicht nicht möglich, Spieler für 20 Millionen Euro zu holen. Grundsätzlich sei man dabei, "den Verein wirtschaftlich zu konsolidieren".

drm

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