Bundesliga

Leipzig: Mintzlaff geht von "Verlust von über 20 Millionen Euro" aus

Leipzig: Entweder verlängert Upamecano oder er wird verkauft

Mintzlaff: "Verlust von über 20 Millionen Euro"

RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff geht von hohen Verlusten aus.

RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff geht von hohen Verlusten aus. imago images

Das Best-Case-Szenario, das sich auch Oliver Mintzlaff ausgemalt hatte, wird nicht eintreten. Die Saison 2019/20 der Bundesliga wird nicht am 9. Mai fortgesetzt werden. Der Geschäftsführer von RB Leipzig äußerte am Freitag in einer Videoschalte mit Journalisten allerdings die Hoffnung, dass angesichts "der positiven Signale aus der Politik" der Spielbetrieb am 16. Mai aufgenommen werden könnte. RB Leipzig plant jedenfalls, am kommenden Dienstag ins Mannschaftstraining einzusteigen - vorausgesetzt, die Politik erlaubt das und die bei den RB-Profis sowie dem Trainer- und Betreuerstab durchgeführten Corona-Tests sind negativ. Am Freitag wurden die Leipziger Akteure getestet, am Montag wird es eine zweite Auflage an Tests geben, um die Basis für den Wiedereinstieg in wettkampfgerechtes Training zu schaffen.

Mintzlaff: "Wir brauchen die neun Spiele"

Die Stimmen von einigen Fußball-Lehrern, wonach eine zweiwöchige Vorbereitungszeit mit Mannschaftstraining für die Wiederaufnahme des Betriebs notwendig sei, hat Mintzlaff vernommen, er sagt aber, dass man eben "nicht in der Situation" sei, in der Wunsch-Szenarien zum Tragen kämen, weil es essentieller sei, dass die Liga wieder den Betrieb aufnehme und die Vereine dadurch finanziell überleben können. "Wir brauchen die neun Spiele", betont Mintzlaff, da der Fußball eben auch "ein Geschäftsbetrieb" sei und "ein bedeutender Wirtschaftszweig für unser Land".

Spielersteckbrief Upamecano
Upamecano

Upamecano Dayot

Trainersteckbrief Nagelsmann
Nagelsmann

Nagelsmann Julian

RB Leipzig - Vereinsdaten
RB Leipzig

Gründungsdatum

19.05.2009

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Umbau des Stadions soll wie geplant weiterlaufen

Der finanzielle Schaden bei den Klubs durch die Corona-Krise ist schon deutlich, auch für RB Leipzig. Mintzlaff geht bei dem Verlust "von einem zweistelligen Millionenbetrag über 20 Millionen Euro aus". Bei den Planungen für die nächste Saison hat der Geschäftsführer den "Best case unter den unterschiedlichen Worst-case-Szenarien" zugrunde gelegt. Heißt: Die Saison wird beendet, Leipzig qualifiziert sich dabei für die Champions League und es gibt Geisterspiele bis Ende dieses Jahres. Die Verluste, die RB erleidet, werden dennoch "den Handlungsspielraum deutlich reduzieren", wie der Geschäftsführer sagt. Deswegen hat RB Projekte, die Investitionen und neues Personal (25 neue Mitarbeiter sollten eingestellt werden) erfordern, zunächst mal bis 2021 zurückgestellt. Der Umbau des Stadions soll dagegen wie geplant weiterlaufen.

Weiterer Gehaltsverzicht der Profis?

Dass die wirtschaftlichen Verluste des Profifußballs insgesamt Auswirkungen auf dessen Zukunft haben dürfte, ist für Mintzlaff sehr gut denkbar. "Herr Seifert hat die Debatte angeschoben, die man führen muss", sagt der 44-Jährige, der eine Deckelung der Spieler-Gehälter, aber auch das Überprüfen von "Beraterleistungen" als vorstellbar erachtet. Der Geschäftsführer geht zudem davon aus, dass der aktuelle Kader, der momentan bis zum Saisonende auf einen zweistelligen Prozentsatz des Gehaltes verzichtet, "seinen Beitrag auch über den Juni hinaus leistet". So wie etwa Trainer und Management, die bis Ende des Jahres auf Geld verzichteten.

Entweder verlängert Upamecano oder er wird verkauft

Dass RB angesichts der finanziellen Verluste in die Verlegenheit kommen könnte, Spieler verkaufen zu müssen, glaubt Mintzlaff nicht. "Unser Verein ist grundsätzlich gut aufgestellt", sagt er. Klar ist für ihn zudem, dass RB Spieler aus dem aktuellen Kader nicht unter Wert abgeben wird. Deswegen sind Mintzlaff und die Sportliche Leitung der Leipziger etwa auch darum bemüht, Dayot Upamecano zu einer Verlängerung seines bis 2021 laufenden Vertrages zu bewegen. Der RB-Geschäftsführer stellte am Freitag nochmals klar, dass es im Fall des heiß begehrten Innenverteidigers "nur zwei Optionen" gebe. Entweder verlängert Upamecano oder er wird im kommenden Sommer veräußert. Eines wird es laut Mintzlaff bei RB nicht geben: "Es ist ein No go, dass ein Spieler ablösefrei vom Hof geht."

Mintzlaff: "Erstmal müssten wir verkaufen, bevor wir kaufen"

Was Neuzugänge angeht, wird sich RB unter Umständen in Zurückhaltung üben. Sollte der derzeit unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Saison abgebrochen würde, brauche man sich "überhaupt nicht mit Transfers zu beschäftigen". Aber auch im Falle einer Beendigung der Spielzeit wird RB keine Großoffensive starten. "Erstmal müssten wir verkaufen, bevor wir kaufen", stellt Mintzlaff zudem klar. Allenfalls "Transfers deutlich unter zehn Millionen Euro" seien vorstellbar, ohne dass zuvor ein Akteur abgegeben werde. Es könne aber auch sein, "dass wir gar nichts machen", etwa dann, wenn der Kader inklusive der umworbenen Timo Werner und Upamecano komplett zusammenbleibe. "Wir haben eine Topmannschaft", betont der RB-Geschäftsführer mit Blick auf das aktuelle Angebot, und er habe keinerlei Bedenken, im Ernstfall mit dem Team der Saison 2019/20 auch in die Spielzeit 2020/21 zu gehen. Aber vor allem steht, und das machte Mintzlaff am Freitag mehrfach deutlich, dass zeitnah wieder gespielt und die laufende Saison beendet werden kann.

Andreas Hunzinger

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