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Mini Urbanaut: Zeitreise in die Zukunft

Minivan und Wohnmobil - Elektrisch und autonom - Weltpremiere in München

Mini Urbanaut: Zeitreise in die Zukunft

Mini Urbanaut: Mit hochklappbarer Frontscheibe, beleuchteten Rädern und individuell bespielbarem "Kühlergrill".

Mini Urbanaut: Mit hochklappbarer Frontscheibe, beleuchteten Rädern und individuell bespielbarem "Kühlergrill". Hersteller

Beim Stichwort "Mini" lebt vor dem inneren Auge der ewig lifestylige Kleinwagen auf, trotz wechselhafter Geschichte und ungeachtet jedweden Größenwachstums seit über 60 Jahren treu den Formen ergeben, die Sir Alec Issgonis einst erschaffen hat. Vielleicht spielt im Kopfkino auch der robuste Countryman eine Gastrolle. Aber ein Van? Nun ja, das eher nicht.

Doch weil es mit der Marke Mini auch in Zukunft noch was werden soll, blickt man in München weitsichtig in dieselbe. Auf der Konferenz DLD (Digital Life Design), die Anfang Juli in der bayerischen Metropole stattfindet, feiert die Studie Urbanaut ihre Weltpremiere. Als virtuelles Visionsfahrzeug hat sie sich schon im vergangenen November vorgestellt, am 1. Juli gewinnt sie nun leibhaftige Konturen.

Autonom und mit Strom

Urbanaut - in diesem Wort steckt das schick-städtisch Urbane ebenso wie ein bisschen was vom Astronauten, die gewünschte Assoziation weist in Richtung spaciger Zukunft. Auch die Adjektive autonom beziehungsweise automatisiert haben die Namenskreativen hineingepackt in die drei Silben.

4,46 Meter ist der Urbanaut lang, ein bisschen kürzer mithin als ein VW Touran. Auf möglichst kleiner Verkehrsfläche soll er ein Maximum an Raumausnutzung bieten, fast mehr schon Wohnmobil als Van, ein Tiny Haus auf Rädern, die im Übrigen beleuchtet sind.

Mini Urbanaut

Lounge-Atmosphäre: Wohnbereich mit Liegesofa, Tisch und Zimmerpflanze. Hersteller

Die Frontscheibe lässt sich hochklappen, Öffnen hin zur Außenwelt ist somit angesagt, die Bereitschaft zum Plausch mit Passanten beispielsweise. Der Zustieg ins loungige Interieur erfolgt über eine elektrische Schiebetür mit komplexem Schwenk-Schiebemechanismus. Drinnen dann ein Sofa mit Liegefunktion im Heckbereich sowie drehbare Frontsessel, dazu ein Tischchen mit Pflanze und OLED-Motor. Durch Absenken des Armaturenträgers tut sich eine weitere Liegefläche auf, ein sogenanntes Daybed.

Kein Chrom und kein Leder

Und weil sich das nicht erst in Zukunft so gehört, sind die verbauten Materialien von nachhaltiger Konsistenz. Chrom und Leder wurden verbannt, stattdessen findet sich allerorten Recyceltes oder Recycelbares, Wolle etwa, Polyester und Kork.

Vom Tisch war bereits die Rede, er nimmt auch einen sogenannten Token auf, über den sich dann die drei Nutzungsmodi aktivieren lassen. Chill inszeniert einen relaxten Rückzugsort zum Entspannen und Arbeiten. Vibe gestaltet den Innenraum als einladendes Wohnzimmer, Gäste sind dann willkommen, Clubatmosphäre samt, so man denn will, Boombox inklusive. Die Beleuchtung, die digital bespielbaren Flächen sowie der Raumduft passen sich dem jeweiligen Stimmungsszenario an.

Im Wanderlust-Modus

Mini Urbanaut

Identitätsstiftend: Mini-Schriftzug am Heck. Hersteller

Den einzigen Modus, in dem der Urbanaut tatsächlich fährt, haben die Marketingstrategen unverfänglich-fröhlich "Wanderlust" getauft. Natürlich geht es elektrisch und somit lokal emissionsfrei voran, natürlich auf Wunsch auch autonom, Lenkrad und Pedale ziehen sich in diesem Fall zurück.

Motorleistung oder Reichweite hat Mini noch nicht näher spezifiziert. Vorerst bleibt der Urbanaut eine Vision für die Zukunft. Bis sie tatsächlich anbricht, ist es halt doch noch der klassische Mini, der - nicht nur vor dem geistigen Auge - seinen Auftritt hat.

Ulla Ellmer

Mini Urbanaut: Lounge auf Rädern