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Mikrotransaktionen und Vorurteile: Worin die Probleme beim Mobile-Gaming liegen

Free-to-Play als Chance oder Problem?

Mikrotransaktionen und Vorurteile: Worin die Probleme beim Mobile-Gaming liegen

Das Smartphone ist die beliebteste Spieleplattform.

Das Smartphone ist die beliebteste Spieleplattform. Bloomberg via Getty Images

Nicht die Konsole, nicht der PC. Laut "game - Verband der deutschen Games-Branche" war das Smartphone auch 2021 die beliebteste Spieleplattform. 23,5 Millionen Menschen spielten auf dem Mobilgerät.

Warum das so erfolgreich ist? "Man kann damit im Bett spielen, aber letztlich spielt die Technologie, die so viel besser wird, eine Rolle. Es ist nicht mehr: 'Hey, ich will diesen Shooter spielen, ich muss dafür an den PC'", erklärte Patrick Perkins, Qualcomms Head of Marketing. Er und Kevin Rosenblatt, General Manager Mobile der ESL, sprachen auf der gamescom exklusiv mit kicker eSport über die Vorteile vom Gaming am Smartphone.

Alteingesessene Vorurteile

Allerdings gab es auch Kritik, vor allem in der Anfangszeit von Mobile-eSport, wie Rosenblatt berichtet: "Als ich kleiner war, da gab es diese negative Meinung auch schon. 'Die Kinder fahren nicht draußen Fahrrad, sondern sind nur am Computer'. In Sachen Mobile-Gaming gab es diese Art von Kritik auch. Sie kommt daher, weil viele nicht daran glauben, dass man ein kompetitives Spiel auf dem Smartphone ohne etwas Externes haben kann."

Kritik gibt es allerdings auch wegen Mikrotransaktionen. Viele Spiele sind kostenlos - doch die Entwicklungskosten müssen natürlich dennoch refinanziert werden. Das geschieht in der Regel durch Ingame-Käufe mit echtem Geld. Im schlimmsten Falle sind Käufe ein "Muss", um Level aufzusteigen.

Zwischen Mikrotransaktionen und Pay-to-Win unterscheiden

Genau darin sieht Rosenblatt ein Problem, allerdings dürften im Vorfeld Mikrotransaktionen nicht mit Pay-to-Win gleichgesetzt werden. Bei der ESL achte man darauf, dass "Spiele ausgewählt werden, die die Möglichkeit bieten, ohne Mikrotransaktionen auf einen hohen Standard zu kommen." Man könne zwar Geld ausgeben, aber es ist nicht notwendig, um erfolgreich zu sein.

Allerdings habe sich die Meinung mittlerweile gewandelt, wie Perkins berichtet: "Früher sagte man: 'Free-to-Play, die ziehen mir mein ganzes Geld ab'. Heute ist es: 'Free-to-Play, ich gebe dem Spiel eine Chance'. Die meisten Spiele haben Ingame-Käufe, aber in Form von Kosmetik, wie Skins."

Generell sei das aber auch nicht nur ein Problem im Mobile-Markt: "Die gleichen Schwierigkeiten gibt es auf PC oder Konsole." So stehen unter anderem FIFA oder auch NBA 2K aufgrund von Ingame-Käufen beziehungsweise Glücksspielsucht in der Kritik.

Sven Grunwald

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