Europa League

Michel erklärt goldenes Tor: "Das war ein bisschen Instinkt"

Union minimalistisch in die Play-off-Runde

Michel erklärt sein goldenes Tor: "Das war ein bisschen Instinkt"

Beförderte Union in die K.-o.-Phase: Sven Michel.

Beförderte Union in die K.-o.-Phase: Sven Michel. IMAGO/ZUMA Wire

Aus Löwen berichtet Jannis Klimburg

Ein weiteres Novum für den 1. FC Union Berlin. Erstmalig in der Vereinsgeschichte stehen die Eisernen in der K.-o.-Phase der Europa League. In der Play-off-Runde, die am Montag ausgelost wird, kann der Bundesliga-Tabellenführer unter anderem auf die europäischen Granden Ajax Amsterdam, FC Barcelona oder Juventus Turin treffen.

Bis dahin war es ein langer und steiniger Weg für die Köpenicker, die sich mit vier 1:0-Erfolgen den zweiten Rang in der Gruppenphase sicherten. "Verteidigen können wir ganz gut, das haben wir nun wieder bewiesen", sagte Stürmer Sven Michel angesprochen auf die minimalistische Ausbeute. Eigentlich sollte der goldene Torschütze bereits im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) auflaufen, verriet Trainer Urs Fischer.

Fischers Schachzug geht auf

Doch aufgrund einer Corona-Erkrankung konnte der 32-Jährige nicht mitwirken. "Er hat es im Pokal gegen Heidenheim ordentlich gemacht, und ich wollte Jordan mal eine Pause geben", erklärte Fischer seinen Wechsel in der Startformation. Dieser Schachzug ging auf. Michel war in der Anfangsphase an jeder gefährlichen Kombination beteiligt, vollendete eine Hereingabe von Sheraldo Becker sehenswert zum 1:0 (6.). "Das war ein bisschen Instinkt. Ich komme am Ende nur noch mit der Fußspitze heran", so Michel.

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Doch in Folge stellte Union Berlin aus unerklärlichen Gründen das Fußballspielen ein, ließ sich mehr und mehr in die eigene Hälfte reindrängen. "Dann kam ein Bruch rein", beschrieb Abwehrchef Robin Knoche, der monierte: "Das war zu wenig mit dem Ball. Das müssen wir aufarbeiten." Michel schlug in die gleiche Kerbe: "Wir sind nach der Führung ein wenig ins Trudeln gekommen, haben nur noch lange Bälle geschlagen. Das war für mich und Sheraldo dann nicht so einfach gegen die groß gewachsenen Verteidiger."

Spielbericht

Auch wenn Royale Union Saint-Gilles vor allem im zweiten Abschnitt mehr auf den Ausgleich drängte, den Hochkaräter zum 2:0 besaß Becker, der aber freistehend am Keeper scheiterte (61.). Daraufhin gingen die Hausherren mehr ins Risiko, stellten auf ein 4-4-2 um. Fischer reagierte prompt, nahm Becker eine Position zurück, um im 5-4-1 zu verteidigen. "Die Seiten waren doppelt besetzt. Dann hatten wir sie eigentlich ganz gut im Griff", betonte der Coach.

Ein passendes Wort? "Genial würde passen"

Die Berliner überstanden auch die letzte brenzlige Aktion, weil Knoche mit seiner Brust vor der Linie klären konnte (90.+5). Minimalistisch, aber verdient kämpften sich die Eisernen nach zwei Auftaktniederlagen zurück und überwintern damit nun international. "Das spricht für die Bereitschaft und den Willen des Teams", so Fischer, der in der Pressekonferenz nicht so wirklich die passenden Worte für den Aufschwung der Köpenicker in den vergangenen Jahren gefunden hatte. Deswegen gab der 56-Jährige den Staffelstab an die Journalisten weiter: "Vielleicht könnt ihr euch ein Wort dafür aussuchen, das übernehme ich dann. Genial würde passen."

BERLIN, GERMANY - OCTOBER 30: Urs Fischer, head coach of 1. Union Berlin looks on prior to the Bundesliga match between 1. FC Union Berlin and Borussia Mönchengladbach at Stadion an der alten Försterei on October 30, 2022 in Berlin, Germany. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

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