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Mexikos Ochoa: Bereit für neue Heldentaten

Osorio ordnet Geheimtraining an

Mexikos Ochoa: Bereit für neue Heldentaten

Auf der Linie ganz stark: Mexikos Keeper Guillermo Ochoa.

Auf der Linie ganz stark: Mexikos Keeper Guillermo Ochoa. imago

Es war der 17. Juni 2014, als Ochoa im Gruppenspiel gegen die Gastgeber in Fortaleza eine Sternstunde erlebte. Der Torhüter ließ Neymar & Co. verzweifeln, die das Leder trotz bester Chancen einfach nicht über die Linie brachten. Mehr als einmal erstirbt den brasilianischen Fans der Torschrei auf den Lippen, weil Ochoa an diesem Abend eben alles hält, was auf sein Tor geflogen kommt.

Ochoa träumt vom Finale

Läuft alles wie erwartet, muss man kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, dass bei der Partie des Underdog gegen einen der Turnierfavoriten eine ähnlich starke Vorstellung Ochoas von Nöten sein wird, damit Mexiko überhaupt eine Chance hat. Der 32-Jährige, der im bisherigen Turnierverlauf gute bis stabile Leistungen ablieferte (Durchschnittsnote 2,67), ist bereit: "Mein Traum ist es, mit meinen Teamkollegen bis zum letzten Tag hier zu sein. Ich kann mir das vorstellen, und ich will das. Das wird mir auch keiner verbieten."

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Ochoa

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Spielbericht

Das große Plus des 1,83 Meter großen Schlussmanns sind seine Sprunggewalt und Reaktionsschnelligkeit, seine Schwäche die Strafraumbeherrschung - manchmal klebt Ochoa zu sehr auf der Linie. So wird es gegen Brasilien auch auf eine konzentrierte Leistung seiner Vorderleute ankommen, die bei Flanken vor das Tor Zweikampfstärke und Stellungsspiel einbringen müssen. Ob diese Trainingsform auch Inhalt des von Coach Juan Antonio Osorio anberaumten Geheimtrainings war? Die letzte Übungseinheit im Camp in Moskau fand am Samstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Erstens haben wir aus Fehlern gelernt. Zweitens gibt es keine unschlagbaren Gegner. Drittens werden wir unsere Seele auf dem Spielfeld lassen.

Marco Fabian

Einen Sieg gegen den fünfmaligen Weltmeister und einen Viertelfinaleinzug wie 1970 bei der Heim-WM gegen Italien und 1986 gegen den späteren Vize-Weltmeister Deutschland hält Frankfurts Fabian nicht für unmöglich: "Bei drei Dingen können wir uns sicher sein: Erstens haben wir aus Fehlern gelernt. Zweitens gibt es keine unschlagbaren Gegner. Drittens werden wir unsere Seele auf dem Spielfeld lassen", twitterte der Mittelfeldspieler am Samstag.

Es wäre eine große Überraschung, sollte dies tatsächlich gelingen. Gegen die Seleçao gab es für El Tri bei Weltmeisterschaften bislang weder einen Sieg noch ein Tor - das beste Resultat war das torlose Remis vor vier Jahren in Brasilien. "Er hat mindestens vier Wunder vollbracht", hatte Brasiliens Stürmer Fred damals über Mexikos Torhüter gesagt. Ochoa, der die kicker-Note 1 erhielt und zum Spieler des Spiels avancierte, hätte sicherlich nichts gegen neue Heldentaten.

jch

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