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Messi weckt Argentinien auf

WM-Qualifikation, 4. Spieltag: Venezuela auf Kurs

Messi weckt Argentinien auf

Lionel Messi (re.) drehte in Kolumbien, hier gegen Bolivar, in Durchgang zwei auf und brachte seine Farben in richitge Fahrwasser.

Lionel Messi (re.) drehte in Kolumbien, hier gegen Bolivar, in Durchgang zwei auf und brachte seine Farben in richitge Fahrwasser. Getty Images

Argentinien bot an den bisherigen drei Spieltagen der WM-Qualifikation äußerst durchwachsene Vorstellungen. Nach dem überzeugenden 4:1 gegen Chile folgte eine überraschende 0:1-Pleite gegen Außenseiter Venezuela. Am vergangenen Freitag reichte es zuhause gegen Bolivien dann nur zu einem 1:1. Eine handfeste Krise braut sich demnach über dem Team um Weltfußballer Lionel Messi zusammen. Trainer Alejandro Sabella stand gegen Kolumbien, das ohne die Stars Falcao, Luis Perea und Fredy Guarin antrat, gehörig unter Druck.

Und der wurde nicht gerade weniger, als es in die Halbzeitpause ging. In einem 4-4-2 formiert lieferte Argentinien eine schwache und weitgehend ungefährliche Vorstellung ab, die nach einem Freistoß des Kolumbianers Pabon auch noch mit einem Gegentor bestraft wurde. Erst im zweiten Durchgang gelang die späte Wende. Verantwortlich? Das waren die Stars Messi und Aguero. Messi wirbelte, erzielte das wichtige 1:1 und Joker Aguero setzte gegen nun nachlassende und immer tiefer stehende Kolumbianer spät den gefeierten Siegtreffer. "Heute haben wir eine neue Phase eingeläutet", glaubte der Torschütze, der seinem Land drei wichtige Punkte sicherte und den zweimaligen Weltmeister in etwas ruhigeres Fahrwasser geleitete. Auch Nationalcoach Sabella ist vorerst aus der Schusslinie genommen, dementsprechend tief atmete er durch: "Nach den schwachen Resultaten zuletzt lastete schwerer Druck auf unseren Schultern. Das ist eine große Erleichterung." Reichlich bitter schmeckte der Dreier dennoch, da sich Abwehrspieler Nicolas Burdisso (AS Rom) wohl einen Kreuzbandriss zuzog und ein halbes Jahr auszufallen droht.

Punktgleich mit Primus Uruguay (dank Malagas Fernandez 1:0-Testspielsieger über Italien ) und Argentinien ist Venezuela. Das einstige Kellerkind der Eliminatorias gewann zu Hause fast schon erwartungsgemäß mit 1:0 über Bolivien (Torschütze war Abwehrhüne Vizcarrondo) und nährte die Hoffnungen der Vinotinto-Fans auf die erste WM-Teilnahme in der Geschichte des Landes, das Baseball als Nationalsportart Nummer eins hat. Trainer Cesar Farias traut seiner Mannschaft den Sprung nach Brasilien zu. "Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns", erklärte Bundesliga-Profi Juan Arango von Borussia Mönchengladbach.

Ecuador hält Peru klein - Farfan verletzt

Ganz weit oben trafen sich außerdem Ecuador und Peru. In der Höhenlage von Quito (2850 Meter). Die Peruaner hatten vor allem vor der Höhe und den damit einhergehenden Umweltbedingungen großen Respekt. Um nicht benachteiligt zu sein, wurde dafür sogar der Speiseplan der Nationalmannschaft umgestellt. Doch nutzte aller Aufwand wenig. Ecuador, mit sechs Punkten Vierter, traf nach torlosen ersten 45 Minuten zweimal durch Mendez und Benitez und siegte im immer brisanten Vergleich gegen das Nachbarland. Bitter für Peru und vor allem auch den FC Schalke 04: Jefferson Farfan musste in der zweiten Hälfte offensichtlich mit einer Knieverletzung vom Feld , die Diagnose steht noch aus.

Chile kriegt die Kurve

Nicht nur in Argentinien kriselte es, auch in Chile war das der Fall. Die Mannschaft von Trainer Claudio Borghi kassierte gegen Uruguay (0:4) und Argentinien (1:4) derbe Klatschen und rangierte vor dem Duell mit Paraguay mit nur einem Sieg aus drei Spielen (4:2 gegen Peru) nur auf Rang acht. Punkte mussten also her, und zugleich ein positives Erlebnis, damit wieder etwas Ruhe einkehrt. In der Hauptstadt Santiago beruhigten Griechenland-Legionär Contreras und Campos beim 2:0-Sieg die Nerven. Damit sind die Chilenen auf Relegationsrang fünf zu finden, punktgleich mit Ecuador, jedoch bereits mit vier absolvierten Spielen. Die Albirroja (vier) ihrerseits konnten den jüngsten 2:1-Erfolg gegen Ecuador nicht vergolden und sind momentan nur Siebter.