Bundesliga

Hasebes erneute Mahnung: "Mentalität steigern"

Für Europa: Frankfurts Japaner sieht Verbesserungsbedarf

"Mentalität steigern" - Hasebes erneute Mahnung

Frankfurts Routinier Makoto Hasebe rüttelt auf.

Frankfurts Routinier Makoto Hasebe rüttelt auf. imago images

Im Laufe seiner langen Karriere in der Bundesliga, die 2008 in Wolfsburg begann, eignete sich Hasebe bemerkenswerte Deutschkenntnisse an. Zwar unterbricht er sich beim Erzählen zuweilen selbst, um über die passende Vokabel zu sinnieren. Am Ende gelingt es ihm aber stets, das auszudrücken, was er mitteilen will. So auch an diesem Mittwoch, als er wie schon in der vergangenen Saison Kritik an der Mentalität übte.

Schon im Februar forderte er nach der 1:2-Heimniederlage gegen Union Berlin: "Wir müssen unsere Mentalität verändern." Der Routinier sprach die ungeschminkte Wahrheit aus. "Wir spielen nicht konstant. Ein Spiel ist überragend, das nächste wieder wie gegen Union Berlin. Das ist unser Problem. Wir rotieren viel, aber wir haben genug Qualität. Gegen Union hat einfach Mentalität gefehlt, das heißt: das Zweikampfverhalten, die letzte Konsequenz."

Wenn wir so weiterspielen, werden wir die internationalen Plätze nicht erreichen.

Makoto Hasebe

Fast auf den Tag genau acht Monate später, drei Tage vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen, warnt Hasebe erneut. "Wir haben in Köln und gegen Bielefeld vier Punkte liegengelassen. Bis hierher haben wir sehr ordentliche Leistungen gezeigt, wenn wir aber nächstes Jahr international spielen wollen, müssen wir uns noch steigern", betont der Defensivspieler. Oder anders ausgedrückt: "Wenn wir so weiterspielen, werden wir die internationalen Plätze nicht erreichen." Die Leistung beim 0:5 in München bezeichnete er - anderes als einige andere im Klub - als das, was sie war: "Schlecht." Die Eintracht könne auch in München gewinnen, glaubt Hasebe, allerdings sei "zu wenig Willen" vorhanden gewesen. Seine Schlussfolgerung: "Wir müssen unsere Mentalität steigern."

Hasebe: "Auch ohne Fans müssen wir beißen und emotional spielen"

Vor der Länderspielpause sollen gegen Bremen und in Stuttgart noch zwei Siege her: "Ich will diese zwei Spiele unbedingt gewinnen. Das sind keine entscheidenden Spiele, aber sie zeigen die Richtung an." Hasebe verkörpert damit exakt den Anspruch, den die Eintracht nach der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre haben muss. Dabei unterschätzt er die Gegner keineswegs, gegen Werder erwartet er ein "sehr emotionales, leidenschaftliches Spiel" gegen einen "Gegner mit sehr guter Qualität". Trotzdem geht Frankfurt als Favorit in die 90 Minuten. "Wichtig ist: Wir müssen konstant spielen", bekräftigt Hasebe. Auch das ist eine Frage der Mentalität. Dass es vorerst keine Unterstützung mehr von den Rängen geben wird, findet er "sehr bitter" und "total enttäuschend", zugleich appelliert er an seine Mitspieler: "Auch ohne Fans müssen wir beißen und emotional spielen."

Julian Franzke