Bundesliga

Meier gleich mit zwei goldenen Händchen

Erneut wertvolle Flanke von Sirigu/bisher nur Joker-Tore

Meier gleich mit zwei goldenen Händchen

Bewies an seinem 58. Geburtstag gleich zweimal ein goldenes Händchen: Norbert Meier.

Bewies an seinem 58. Geburtstag gleich zweimal ein goldenes Händchen: Norbert Meier. imago

Beim 1:0-Sieg über die Frankfurter Eintracht wechselte Meier den Siegtor-Schützen Sandro Sirigu ein, dessen als Flanke gedachter Ball sich in der Schlussminute ins Netz senkte. Am Dienstag war Sirigu erneut am späten Tor der Südhessen (diesmal war sogar die Nachspielzeit schon angebrochen) beteiligt. Per scharfer, ziemlich flacher Hereingabe von der rechten Strafraumseite suchte er seine mitgeeilten Nebenleute, fand nach unzureichender Abwehr von TSG-Schlussmann Oliver Baumann Denys Oliinyk, der das Leder aus kürzester Distanz ins leere Gehäuse schob. Beide hatte Meier zuvor eingewechselt - seine beiden einzigen Hereinnahmen in einer Partie, in der gerade gegen Ende viele Fans noch die Einwechslung eines großen Spielers (Dominik Stroh-Engel oder Benjamin Gorka) als letzten Hoffnungsschimmer erwartet hatten.

"Ich bin sehr glücklich, der Ausgleich in der letzten Minute war einfach sehr gut für mich und das Team", verriet Oliinyk nach Schlusspfiff in der Mixed-Zone in englischer Sprache. "Sandro ist in den Strafraum gegangen und ich bin einfach losgerannt, dann ist der Ball zu mir gekommen. Wir haben alle bis zum Schluss daran geglaubt." Der Ukrainer, der zuletzt in Diensten von gewesen war, bezeichnete zudem die Atmosphäre im Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor zudem als "wahnsinnig". Tatsächlich war die Stimmung auf den Rängen weitaus besser als im Hessen-Derby gegen die Frankfurter Eintracht - auch weil die Darmstädter diesmal weit mutiger spielten, früher und entschlossener attackierten und reichlich Ecken und Freistöße (mit Jerome Gondorf als neuem, ordentlich flankendem Schützen) sowie einige Torchancen erarbeiteten.

Spielersteckbrief Sirigu
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"Das Tor war überfällig"

Einverstanden mit dem Auftritt gegen einen Gegner, der erstmals in dieser Spielzeit nicht wesentlich besser als der SV98 war, war auch Sirigu, der mit zwei Scorerpunkten trotz ausschließlichen Einsätzen nach Einwechslungen vorerst Platz eins des teaminternen Rankings einnimmt. "Das Tor war überfällig", meinte er. "Die Flanke war diesmal auch als Flanke geplant. Ich wollte scharf reingeben, Denys stand goldrichtig. Die Leistung war wichtig für unser Selbstbewusstsein. Wir wollten zeigen, was wir können."

SV Darmstadt 98

Jubelstimmung nach dem ergatterten Punkt beim SV Darmstadt 98. imago

Das darf Sirigu wohl bald auch erstmals von Beginn an - womöglich schon am Samstag (15.30 Uhr) beim Spiel in Augsburg. In diesem Fall könnte er rechts im Mittelfeld spielen, Roman Bezjak für den weitgehend wirkungslosen Laszlo Kleinheisler ins Zentrum rücken und Marcel Heller zurück auf die linke Seite wechseln.

"Das wird eine schwere Partie", blickte Sirigu auf die Partie beim FCA voraus. Seinem Ex-Coach Dirk Schuster, der ihn in Liga drei und zwei förderte, ihm in Liga eins aber fast keine Chance gab, würde er mit einer weiteren Torbeteiligung zeigen, dass das trotz des erfolgreichen Ausgangs der vergangenen Saison vielleicht ein Fehler war.

Jens Dörr