DFB-Pokal

"Mehr Wille" und der Push von den Rängen: Dresdens Schlüssel gegen den HSV

Stark als peinlich berührter "Man of the Match"

"Mehr Wille" und der Push von den Rängen: Dresdens Schlüssel gegen den HSV

Gänsehaut beim Aufwärmen, Torjubel in der dritten Minute: Dresdens Yannick Stark.

Gänsehaut beim Aufwärmen, Torjubel in der dritten Minute: Dresdens Yannick Stark. imago images

Kaum hatte man sich in der vergangenen Spielzeit an die Geisterspiele nach dem Re-Start Mitte Mai halbwegs gewöhnt, entbrannte eine Diskussion über die neue Auswärtsstärke der Gästemannschaften. Mehr als nur gefühlt holten die gastgebenden Teams vor leeren Rängen plötzlich weniger Punkte.

Ob diese Statistik nun zutrifft oder nicht, sei einmal dahingestellt. Offensichtlich zutreffend ist aber, dass die 10.053 Zuschauer beim Pokalspiel der Dresdner gegen den Hamburger SV am Montagabend den Dynamo-Spielern richtig guttaten.

"Wir hatten uns einiges vorgenommen, und das hat super geklappt", sagte Yannick Stark, der schon in der dritten Minute das 1:0 für die Sachsen besorgt hatte. "Ein Start, wie man es sich erträumt." Das Kribbeln hatte beim Mittelfeldspieler aber schon vor dem Anpfiff eingesetzt. "Schon beim Aufwärmen hat man das Knistern gespürt, ich habe mich dabei ertappt, eine Gänsehaut zu bekommen", so Stark weiter, "denn für solche Momente lebt man doch als Fußballer." Und der neue SGD-Stürmer Christoph Daferner befand, dass die "Stimmung für 10.000 Zuschauer schon bockstark war. Ich will gar nicht wissen, wie es ist, wenn wieder 30.000 Zuschauer ins Stadion dürfen."

Mai: "Größeren Willen gehabt"

In den ersten 15 Minuten hatten die Dresdner etliche berauschende Momente, sie hatten "viele Ballgewinne im vorderen Drittel", wie Kapitän Sebastian Mai beobachtete, und "das hat uns stark gemacht". Für den Abwehrchef des Zweitliga-Absteigers war der Schlüssel zum Weiterkommen letztlich auch eine Frage der Einstellung. "Wir wussten, dass Hamburg mindestens gleich gute Kicker hat wie wir, deswegen mussten wir in anderen Bereichen besser sein. Ich denke, wir haben den größeren Willen gehabt."

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Dass es unter dem Strich ein klarer 4:1-Sieg wurde, mit dem Dynamo in die zweite Pokalrunde einzog, lag zu einem großen Teil aber auch an der schwachen Hamburger Chancenverwertung - allein Lukas Hinterseer vergab mehrfach in höchst aussichtsreichen Situationen. Zudem hatte Dynamo einen "sehr guten Torwart", wie SGD-Trainer Markus Kauczinski lobend in Richtung Keeper Kevin Broll feststellte. Seine Einordnung: "Wir waren effizient, aber der Sieg fiel zu hoch aus."

Stark ist die Auszeichnung "ein bisschen unangenehm"

Die im Pokal vergebene Auszeichnung "Man of the Match" ging an den Dresdner Stark, doch dem 29-jährigen Routinier (186 Zweitligaspiele, 33 Drittliga-Spiele) war dies "ein bisschen unangenehm", wie er nach dem Spiel freimütig einräumte. "Deswegen habe ich auch die Trophäe im Namen der Mannschaft entgegengenommen."

bst

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